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Frankfurter Buchmesse: Diese Dortelweilerin schreibt Familienromane und schafft es bis zur Buchmesse

Von Eine fünfköpfige Familie ist in Dortelweil-West keine Rarität, sondern nicht selten die Normalität. Susanne Reichert ist die Mutter in einer solch fünfköpfigen Familie, eine sehr umtriebige sogar. Jetzt hat die 45-Jährige einen Familienroman geschrieben, der zur Frankfurter Buchmesse vorgestellt wird.
Im heimischen Garten in Dortelweil-West schreibt Susanne Reichert über Schrecken der Pubertät. Im heimischen Garten in Dortelweil-West schreibt Susanne Reichert über Schrecken der Pubertät.
Bad Vilbel. 

Schon in ihrer Zeit als Teenager hat Susanne Reichert gerne geschrieben – doch die Inhalte ihres Tagebuches blieben damals der Öffentlichkeit verwehrt. Heute, rund 30 Jahre später, bringt sie ihre Produkte offensiver an Frau und Mann, bei der Frankfurter Buchmesse wird jetzt ihr erster Familienroman vorgestellt.

Richtig ins Rollen kam ihre Leidenschaft für das Schreiben vor gut zehn Jahren, nach der Geburt ihres Sohnes Patrick – es war eine schwierige Zeit für sie, wie Susanne Reichert offen zugibt: „Patrick musste direkt nach der Geburt die ersten Monate im Krankenhaus bleiben. Und als damals Markus Kern die kostenlose Zeitung ,Dortelweiler Kurier‘ auf den Markt brachte, habe ich gefragt, ob ich da eine Kolumne schreiben dürfe.“

HINTERGRUND Vielseitig engagiert

Susanne Reichert wurde an 9. Februar 1971 in Frankfurt geboren. Sie war als Vorstands- oder Geschäftsführungsassistentin tätig. Die Mutter dreier Kinder arbeitet derzeit in dem Dortelweiler

clearing

Kern stimmte zu. „Damals hatte das Schreiben für mich eine befreiende Wirkung“, erinnert sich Reichert. „Es nahm mir die Schwere der Situation, weil ich die Texte auch eher humorvoll verfasst hatte.“ Reicherts Kolumne mit dem Titel „Reihenhaus-Blues“ wurde zu einem viel beachteten Teil dieser Zeitung, die Kern aber nach gut einem Jahr aus Kostengründen wieder einstellen musste.

Somit wurden Reicherts erste, vielversprechende „Gehversuche“ mit dem Schreiben jäh beendet, aber als ihre Freundin Silke Mahatzky im Mai 2013 den Buchladen in Brunnencenter übernahm, wurde die Leidenschaft neu entfacht. „Wir haben einen Newsletter konzipiert, der monatlich erscheint, aber aus Kostengründen nur online ver-sendet wird. Mittlerweile erreichen wir so 200 Abonnenten“, erklärt Reichert, die in Frankfurt aufgewachsen ist. Sie schreibt für den Buchladen „Lesezeit“ seither Buchrezensionen und verfasst eine Kolumne.

So kam sie auch immer wieder in Kontakt mit dem Frankfurter Buchautor und Verleger Medi Müller. „Dabei haben wir auch mehrfach über unsere pubertierenden Kinder geflachst. Müller hat ja auch zwei Kinder im Teenager-Alter. Und so entstand die Idee von ihm, dass ich mal einen Familienroman schreiben sollte“, erinnerte sich Reichert, die selbst drei Kinder im Alter von 14, zwölf und acht Jahren hat.

Kino im Kopf

Sie machte sich im Frühjahr ans Werk und zog sich eine Woche mit dem Laptop auf die Nordsee-Insel Wangerooge zurück. „Dort machen wir sonst mit der Familie öfter Urlaub. Jetzt, wo ich allein da war, hatte ich natürlich auch die nötige Ruhe zum Schreiben“, sagt Reichert. Auf dem Nordsee-Trip ging es mit der Buchveröffentlichung in Sieben-Meilen-Stiefeln vorwärts, aber auch nach der Rückkehr zum Familienalltag ins Reihenhaus nach Dortelweil blieb die 45-Jährige dran – und wurde im Sommer mit dem Schreiben des Romans fertig.

„Wenn mir da Ideen für den Roman kamen, habe ich mir sie sofort aufgeschrieben oder aufs Smartphone als Sprachnachricht gesprochen. Das war wie Kino im Kopf“, blickt sie auf diese Schaffenszeit zurück. Hauptdarsteller in dem Familienroman mit dem Titel „Himmlisch gechillt“ ist die pubertierende Tochter in einer fünfköpfigen Familie. Nun ist dieser Familienroman keine „Neuauflage“ von den Buddenbrooks von Thomas Mann, bei dem alle beteiligten Romanfiguren sich an real existierenden Personen orientieren. „Meine Romanfiguren kommen natürlich etwas überspitzt daher, aber dadurch ist der Roman auch lustiger und lebendiger“, sagt Reichert.

Das Feedback ihres Verlegers Meddie Müller war jedenfalls nach der ersten Lektüre überwältigend, auch ihre 15-jährige Tochter Isabel war sehr angetan. „Dieses positive Feedback hat mich natürlich sehr gefreut, aktuell ist der Roman im Lektorat. Ich bin mal gespannt, wie er danach aussehen wird, ehe er dann zur Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden wird“, blickt Reichert voraus. Am 9. Dezember wird sie dann – natürlich in der Buchhandlung „Lesezeit“ im Brunnencenter – ihre Premierenlesung halten.

Sophie ist die Heldin

Heldin von Reichards Buch ist die 15-jährige Sophie. Sie muss sich nicht nur mit den eigenen hormonellen Stimmungsschwankungen, ihren spießigen Eltern und den nervigen Geschwistern herumschlagen, sondern hat auch noch den Konfirmandenunterricht am Hals – als ob sie mit dem ganzen ätzenden Schulkram, dem ersten Liebeskummer und der täglichen Klamottenfrage nicht schon genug zu tun hätte, soll sie sich jetzt auch noch Zeit für Gott und die innere Einkehr nehmen.

Mutter Marlene schlägt sich neben dem gewohnten Chaos in ihrer fünfköpfigen Familie, dem turbulenten Job in einem Verlag und dem veränderten Wesen ihrer Tochter auch noch mit deren Vorstellung herum, die Konfirmation in einer Art „Night of the Proms“ im örtlichen Golfclub zu feiern und Carsten wittert im ersten Freund seiner Tochter das pure Übel.

Susanne Reichert ist auch Pressesprecherin für die CDU im Frankfurter Stadtteil Oberrad, wo ein guter Freund von ihr Ortsvorsteher ist. „Ich war bis vor Kurzem auch in zwei Klassenverbänden meiner Kinder im Elternbeirat. Diese Ämter habe ich niedergelegt.“

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