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Zuschauerwohl: Diese Damen sind die guten Seelen der Burgfestspiele

Sie sind Platzanweiser, Ideengeber, Taschenkontrolleure – und sie sind gut vernetzt. Ohne die Hostessen und die Damen im Kartenbüro geht bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen nichts. Nicht selten vermischen sich beide Arbeitsbereiche. Zwei Hostessen und zwei Damen aus dem Kartenbüro plaudern aus dem Nähkästchen der Burgfestspiele.
Sind gut vernetzt (von links): Gudrun Sach, Daniela Mandt, Anke Henkel und Anette Pörner. Sind gut vernetzt (von links): Gudrun Sach, Daniela Mandt, Anke Henkel und Anette Pörner.
Bad Vilbel. 

Anette Pörner aus dem Nidderauer Stadtteil Windecken arbeitet schon seit sechs Jahren im Kartenbüro der Bad Vilbeler Burgfestspiele. Damals suchte sie nach einem ausgedehnten Erziehungsurlaub nach einem beruflichen Wiedereinstieg. „Vor der Geburt meiner Kinder arbeitete ich bei einer Autovermietung an den Flughäfen Düsseldorf und Frankfurt“, sagt Pörner.

Als Mini-Jobberin sitzt sie seit nunmehr sechs Jahren im Sommer zwischen 70 bis 100 Stunden im Kartenbüro. Sie berät Kunden am Telefon und vor Ort bei der Sitzplatzwahl, zum Programm und verkauft Karten. Das Büro ist auch Vorverkaufsstelle für das Open-Air-Kino der Alten Mühle, die Märchenfestspiele Hanau, Lesungen in der Stadtbibliothek oder für Veranstaltungen im Kulturforum Dortelweil. Zu den Besuchern der Festspiele zählen außer Privatpersonen auch Schulen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen.

„Jeder Tag ist anders. Es gibt immer Überraschungen. Das ist das Schöne“, sagt die 54-Jährige. Zu diesen Überraschungen zählten etwa doppelt belegte Plätze, dass Leute den Tag der Aufführung verwechseln oder Rollstuhlfahrer, die nicht angekündigt sind.

Literweise Theaterblut

Anke Henkel aus Bad Vilbel arbeitet als Ernährungswissenschaftlerin bei einem Nahrungsmittelhersteller in Frankfurt. Ihr Teilzeitjob umfasst 80 Prozent, ihr Job im Kartenbüro 20 Prozent ihrer Arbeitszeit. Sie schätzt es, den Besuchern mit Informationen und Tipps helfen zu können. Auch amüsante Erlebnisse hat sie nicht selten: „Eine Dame wollte mit ihrer Freundin die Komödie ,Ein Käfig voller Männer’ statt ,Ein Käfig voller Narren’ besuchen“, erzählt sie und lächelt über die sprachliche Verwechslung.

Da es keine Stammbesetzung im Kartenbüro gibt, sind alle in einer Whatsapp-Gruppe miteinander vernetzt. Die 44-Jährige schätzt auch die Berührungspunkte mit Künstlern, etwa wenn literweise Theaterblut geliefert wird oder ein Premierengeschenk nicht rechtzeitig ankommt. Gelegentlich gibt es auch Blumensträuße von unbekannten Verehrern. Henkel mag auch die besondere Atmosphäre ihres Arbeitsplatzes. Sie arbeitet im Kartenbüro mit anderen Damen im Alter von 44 bis 68 Jahren zusammen.

Info: Karten bestellen

Informationen zum diesjährigen Spielplan der Bad Vilbeler Burgfestspiele gibt es im Internet unter www.kultur-bad-vilbel.de. Karten gibt es unter Telefon (0 69) 1 34 04 00 oder im Kartenbüro

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Daniela Mandt, gelernte Buchhalterin, unterstützt als Hostess erst seit diesem Jahr das Team. Sie suchte einen Nebenjob als Ausgleich und um gelegentliche finanzielle Belastungen besser stemmen zu können.

„Das ist für mich eine Freizeitbeschäftigung. Ich bin unter Leuten, an der frischen Luft, komme mit Kindern in Kontakt und es ist immer wieder eine Abwechslung“, zählt die 52-Jährige auf. Sie besetzt den Informationsstand, bittet Besucher auf ihre Plätze, kontrolliert Taschen, stellt Tische zur Autogrammstunde, achtet auf saubere Sitzkissen und vorhandene Sonnensegel oder teilt Regencapes aus.

Gudrun Sach erfuhr von dem Hostess-Job über eine Bekannte im Sport. „Es ist ein guter Arbeitsplatz, und ich plaudere gerne mit den Gästen“, sagt sie.

Selbst auf der Bühne

Aktuell werden die Besucher von etwa 25 Hostessen im Alter von 29 bis 60 Jahren betreut. Die Damen zeichnen sich durch vorausschauendes Denken, Flexibilität, Diplomatie und Kundenorientierung aus. Henkel ergänzt, dass die Arbeit an der Nachtkasse zwar unbeliebt sei, doch grundsätzlich jeder bereit sein müsse, alle Arbeiten zu übernehmen. Die Dienstpläne der Hostessen werden von Koordinatorin Bettina Hoffmann erstellt.

Wie die Hostessen mitteilten, haben besonders ältere Besucher Freude am Gespräch mit den Hostessen und plaudern gerne über ihr Lieblingsstück. Wie Mandt erzählt, haben einige Besucher manchmal spezielle Wünsche: „Einmal hat sich jemand gewünscht, dass die Schauspieler während einer Vorstellung ,Happy Birthday’ singen, als Überraschung zum Geburtstag einer Dame im Publikum“.

Und manchmal müssen die Frauen gar selbst auf die Bühne: Die Rolle der Marktfrau im Stück „Pippi Langstrumpf“ musste von einer Hostess besetzt werden, weil ein Statist fehlt. Doch in diese Rolle schlüpfen die Damen gerne.

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