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Fast alle Kinder haben einen Platz: Die meisten Wetterauer Eltern fühlen sich bei der Kleinkindbetreuung versorgt

Von Der Fall eines Elternpaars aus Karben, das wegen der Mehrkosten für eine Tagesmutter gegenüber einem U 3-Platz erfolglos vor Gericht ging, wurde kürzlich bekannt. Gibt es genügend U 3-Plätze im Wetterau- und Main-Kinzig-Kreis? Wir haben uns umgehört – und die Antwort lautet ja. Frustrationstoleranz gehört aber auch dazu.
Mit dem Bobbycar um die Wette flitzen: Das macht Spaß, wie hier in der Bad Vilbeler Kita Auenland, die auf U3-Betreuung spezialisiert ist. Foto: Petra Ihm-Fahle Mit dem Bobbycar um die Wette flitzen: Das macht Spaß, wie hier in der Bad Vilbeler Kita Auenland, die auf U3-Betreuung spezialisiert ist.
Der Vater geht ans Telefon, er arbeitet von zu Hause aus, um aufs Kind aufzupassen. 15 Monate ist das Kleine alt, soll auf Wunsch der Eltern bereits seit einem Monat zur Kita gehen, doch damit wird es erst in einem halben Jahr etwas. Allerdings nicht im Wohnort Büdingen-Eckartshausen, sondern einem weiter entfernten Stadtteil. „Das wollen wir nicht, wir denken über eine Tagesmutter nach“, sagt der Papa.

Frieden um die U 3-Betreuung, wonach es in den Kommunen des Wetterau- und Main-Kinzig-Kreises zumindest vordergründig aussieht, gibt es in Büdingen nicht ausschließlich. Dass Eltern dort ein Bürgerbegehren anstrebten, das allerdings scheiterte, ist im Sommer gerade geschehen. Es ging um die städtische Kita „Klitzeklein und Gernegroß“ in Eckartshausen, an die eine Wald-Kita angeschlossen wurde. Mütter und Väter glaubten, dies gehe zulasten der U 3-Plätze, von denen es ihrer Ansicht nach nicht genügend gibt. Die Stadt hatte bereits zugesagt, bis 2018 eine Etage auf die Einrichtung aufzustocken, „die Nachfrage nach Kita-Plätzen nimmt allgemein zu“, erklärt Erste Stadträtin Henrike Strauch (SPD).

Um die steigende Nachfrage nach U 3-Plätzen zu bedienen, bauen Kommunen auch an, wie hier in der Kita „Klitzeklein und Gernegroß“ in Büdingen.

U 3-Angebote halte die Kommune ausreichend vor, sagt Strauch, vielleicht aber nicht immer im erwünschten Stadtteil. Zu dieser Aussage passt, dass dem Stadtelternbeirat keine Klagen wegen fehlender U 3-Plätze zugehen – außer eben aus Eckartshausen, wie Vorsitzende Kathrin Knaf zu dieser Zeitung sagt. Problem sei eher der Übergang von U 3 zu Ü 3.

Paar unterliegt vor Gericht

In Karben bietet sich ein ähnliches Bild in Sachen U 3-Betreuung: „Die Kommune hat genügend Plätze. Es kann aber sein, dass man mal ein, zwei Monate warten muss, und meistens bekommt man auch seine Wunsch-Kita“, erklärt Stadtelternbeiratsvorsitzender Thorsten Schwellnus. Für seine Tochter sei ein Platz zum August angeboten worden, „und wir wollten Mai“. Hätte die Familie auf ihrem Wunsch bestanden, hätte die Stadt laut dem 35-Jährigen eine Tagesmutter offeriert. Ebenfalls in Karben gab es den Fall eines Elternpaars, das kürzlich vor Gericht ging, um die Mehrkosten für eine Tagesmutter erstattet zu bekommen. Jenes Paar sah nicht ein, 200 Euro mehr zu bezahlen, als ein U 3-Platz gekostet hätte – die Klage wurde abgewiesen (wir berichteten).

Das Angebot der kostenfreien Kita-Plätze gilt für Kinder über drei Jahren.
Probleme bei der Qualität Kostenfreie Kitaplätze: Städte skeptisch

Die Nachricht kam überraschend: Hessen will kostenfreie Kita-Plätze einführen und bereits im Haushalt 2018/2019 Geld dafür bereitstellen. Was sagen die Kommunen dazu? Diese Zeitung hakte nach und erfuhr: Die Neuerung stößt auf ein geteiltes Echo.

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In Bad Nauheim gibt es Wartelisten, „aber es ist überall zu verzeichnen, dass die Geschwindigkeit der Nachfrage nach U 3-Plätzen wächst“, erläutert Peter Krank, Fachbereichsleiter Soziales. Wie er ausführt, habe die Stadt „rücksichtsvolle“ Eltern: „Sie warten, dass wir in der Dieselstraße U 3-Plätze bauen. Wir warten aktuell auf die Baugenehmigung.“

Im Stadtelternbeirat von Nidderau sind Beschwerden wegen etwaiger fehlender U 3-Plätze laut Vorsitzender Andrea Godeau ebenfalls bislang nicht eingegangen. „Ich meine, es funktioniert ganz gut, wohne aber auch in einem kleinen Ort, wo es Plätze gibt.“ Als Godeaus jetzt sechsjährige Tochter zwei Jahre alt wurde, bekam sie gleich einen Betreuungsplatz. Was allerdings rar sei und gesucht werde, seien Tagesmütter: Nur sieben oder acht gebe es in Nidderau, „als mein Kind klein war, haben einige Mütter in der Krabbelgruppe gesagt, dass es schwierig ist“. Tagesmütter fänden manche Eltern besser, da sie diese Betreuungsform für besonders behütet hielten.

Nicht immer Wunsch-Kita

Und auch in Bad Vilbel sind die Eltern offenbar weitgehend zufrieden, wie Mirjam Fuhrmann (Arbeitsgemeinschaft „Eltern für Kitas“) berichtet. „Es sind alle bedient, die einen Platz wollen, manchmal kann es einen Monat länger dauern, und es ist nicht immer die Wunsch-Kita.“ Bei ihr sei jedenfalls noch kein Aufschrei angekommen, längere Wartezeiten habe sie bei Ü 3-Plätzen allerdings schon mitbekommen. „In Bad Vilbel wird es sogar so gehandhabt, dass Ü 3-Kinder, die im April, Mai und Juni geboren sind, bis zum neuen Kita-Jahr noch in der U 3-Gruppe bleiben.“

Info: Bund gibt Geld

Die Kommunen bauen ihre Angebote zur Kinderbetreuung weiterhin aus, zum Teil mit Unterstützung des Bundes. In Bad Nauheim kann mit Mitteln aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) ein

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Ein größeres Problem sei der Erzieherinnen-Mangel. Die Kita Auenland in Massenheim habe die vierte Gruppe erst Anfang des Jahres eröffnen können, weil eine Erzieherin fehlte. Um Personal anzulocken, habe Bad Vilbel sogar eine Erzieher-WG gegründet – „weil Wohnraum teuer ist“.

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