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Die Balance muss stimmen

Bereits zum 20. Mal versammelten sich Künstler verschiedener Bereiche im Haus der Begegnung. Sie boten Kleinkunst der Spitzenklasse.
Der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen: Akrobatik des Trios Di Cento in Spitzenklasse.	Fotos: Kurt Sänger Der Schwerkraft ein Schnippchen schlagen: Akrobatik des Trios Di Cento in Spitzenklasse. Fotos: Kurt Sänger
Bad Vilbel. 

Sepp Strillinger aus Rottach-Egern beherrscht viele Künste. Er kann auf einer Walze und einem wackeligen Brett, einem Roler Boler, gleichzeitig jonglieren und einhändig Blockflöte spielen. Seine Spezialität ist jedoch, in einer spektakulären Jonglage faltenfrei drei Pfannkuchen in der Luft zu wenden. Eine Kunst, auf die mancher Küchenchef eines Schnellrestaurantes angesichts der damit verbundenen Umsatzsteigerung mit Neid hätte aufblicken können.

Was mit eleganter Leichtigkeit am Sonntagnachmittag im Haus der Begegnung mit Strillingers Jonglagen über die Varieté-Bühne geht, findet in der Akrobatik des Trios Di Cento mit Kilian Fehre, Sinja Guth und Dieter Becker seinen Gegenpart. Seit zwei Jahren schlägt das Trio aus Bad Vilbel mit reiner Körperakrobatik und klassischen Figuren am Boden der Schwerkraft ein Schnippchen. Der legendäre Clown Charlie Rivel, lebte er noch, hätte dem Trio mit seinem weltbekannten Ausruf „Akrobat – schööön!“ die Ehre erwiesen.

Ein Ort des Wirkens

Seit fünf Jahren bietet das Haus der Begegnung sozialen und kulturellen Initiativen einen Ort ihres Wirkens. Das Haus ist eine Informationsplattform für Angebote und ehrenamtliche

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Doch die beste Ehre eines Künstlers ist der Beifall des Publikums. Jeden zweiten Sonntagnachmittag eines Monats bietet das Kleinkunst-Café bekannten oder unbekannten Künstlern aus Comedy, Zauberei, Jonglage, Akrobatik und Gesang bei freiem Eintritt eine Bühne. Die künstlerische Leitung liegt bei Dieter Becker, der zugleich als Akrobat und Conférencier „Kai Ahnung“ durch das Programm führt. „Alle Künstler treten bei uns für einen Hut auf“, sagt Becker. Und er meint, dass keine Gagen bezahlt werden, sondern ausschließlich Spenden erwünscht sind.

 

Grenzen der Wahrnehmung

 

Für einen Hut dann auch das musikalische Rahmenprogramm des Trios „Soul & Beyond“ mit der Sängerin Andrea Ehlinger und ihrem Gitarristen Jörg Reupke und Hans Frikl am Kontrabass aus Frankfurt. Mit emotionalen und leidenschaftlichen Soul-Balladen lädt das Trio mit sinnlich-laszivem Sound zur Lounge- oder Barmusik ein.

Fortgeführt wird dieses Wechselspiel der Emotionen und Realitäten von Kay Schmid. Seine Zauberkunst geht an die Grenzbereiche der Wahrnehmung. Der Zauberer und Gedankenleser, seit vielen Jahren auch in der Frankfurter „Schmiere“ auf der Bühne, verblüfft sein Publikum mit sinnlichen Tricks, verborgene Wörter und Begriffe seiner aus dem Publikum ausgesuchten Partner treffsicher zu erraten. Wörter, die mit einem Mal die Bücher wechseln oder auf einer alten Schultafel erscheinen.

 

Verwinkelte Gedanken

 

„Wie macht der das?“, fragt eine junge Zuschauerin, vorne am Rand der Bühne. Schmid hat keine besonderen Trickkisten auf der Bühne stehen, in der man das Geheimnis vermuten könnte. Außer drei Büchern und einer alten Kreidetafel und der Kunstfertigkeit seines Redens ist nichts vorhanden, erst recht keine Gedankenlesemaschine.

Anders bei den verwinkelten Gedankengängen des Rüsselsheimers Matthias Jung. Der ausgebildete Pädagoge und Unterhalter betrachtet die Welt aus der Sicht des ewigen Kindes am Rockzipfel der Mutter und dessen Fragestellungen. Wer wollte schon als Kind einmal Mathelehrer werden, fragt er sich und das Publikum. Aber im späteren Erwachsenenalter könne es sich durchaus rechnen, dass der häufige wie erfolglose Besuch beim Job-Komm-Center immerhin noch als Praktikum im Sinne der Rentenversicherung anerkannt werde.

Seine Erfahrungen mit seinem Publikum sind ebenso niederschmetternd. Dies gehe aus den Publikumsgesprächen nach den Auftritten hervor. Von den „noch Dagebliebenen“ komme dann das Alltägliche zur Sprache, zum Beispiel wenn er sich erklären soll, warum er ausgerechnet dem letzten Zuhörer auch noch die Einfahrt zugeparkt habe. Alltägliches, auch die heutigen Kommunikationsformen über Facebook halten Einzug in den Beruf des Lehrers. So ist der Beruf heute schwerwiegenden Wandlungen unterzogen. Das direkte Unterrichtsgespräch werde ersetzt durch Kurznachrichten.

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