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„Sahaya – Hilfe für Nepal“: Der Himalaya lässt sie nicht los

Von „Sahaya – Hilfe für Nepal“ heißt der eingetragene Verein, den Silke Szymura und ihre Freundin Rahel Bredenkötter nach der Rückkehr von ihrer Nepal-Reise 2011 gründeten. Direkte Unterstützung leisten sie damit einer 20-köpfigen nepalesischen Pflegefamilie in Pokhara.
Silke Szymura und Rahel Bredenkötter sind erfinderisch, wenn es um Finanzen für ihren Verein geht. Hier haben sie im vergangenen Jahr 2014 im Nordwestzentrum in Frankfurt einen Nepal-Infostand aufgebaut. Silke Szymura und Rahel Bredenkötter sind erfinderisch, wenn es um Finanzen für ihren Verein geht. Hier haben sie im vergangenen Jahr 2014 im Nordwestzentrum in Frankfurt einen Nepal-Infostand aufgebaut.
Karben. 

„Ich war schon immer fasziniert von Asien, und als ich einen Jobwechsel vollzog und entschloss, mir eine Auszeit zu gönnen, machte ich mich auf nach Nepal“, erinnert sich Silke Szymura, die gebürtig aus Okarben stammt. Das war im Jahr 2011. Inzwischen hat sie das Land bereits fünfmal besucht, denn ihr Aufenthalt sollte für sie eine Bestimmung offenbaren.

Als Freiwillige gingen Silke Szymura und die in Frankfurt-Eschersheim beheimatete Rahel Bredenkötter über die Foster Foundation – eine Freiwilligen-Organisation in Kathmandu – für sechs Wochen zu einer Pflegefamilie nach Pokhara. Die Stadt liegt rund 200 Kilometer westlich der nepalesischen Hauptstadt. Es ist die zweitgrößte Stadt des Landes. „Aber gegenüber Kathmandu geht es dort wesentlich ruhiger zu, und es ist nicht so schmutzig“, sagt Szymura

 

In die private Schule

 

55 Quadratkilometer groß ist Pokhara im Distrikt Kaski. Auf 930 Metern Höhe leben dort mit Blick auf den Himalaya-Hauptkamm rund 255 000 Einwohner. „Wir hatten eine tolle Zeit bei der Familie“, berichtet Silke Szymura mit glänzenden Augen. Allein die Geschichte der Pflegeeltern beeindruckte die damals 27-Jährige. Vater Dhan Bahadur und Mutter Rekha entschlossen sich, aus ihrem „normalen Leben“ auszuscheiden und zusätzlich zu ihren eigenen drei Kindern noch weitere 14 Kinder, die zumeist aus Heimen oder von der Straße kamen, aufzunehmen. „Der Vater war vorher ein Bauarbeiter. Mit dieser Arbeit könne man in Nepal ganz gut Geld verdienen. Dennoch gab er diesen Beruf auf, um sich mit seiner Frau um das Wohlergehen und die Bildung der Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren zu kümmern.

Zum Thema: 75 Euro für ein Kind

Wer den Verein „Sahaya – Hilfe für Nepal“ unterstützen möchte, kann Mitglied werden und/oder spenden: VR-Bank Altenburger Land/Deutsche Skatbank, Iban DE36 8306 5408 0004 7464 81. Kontakt über info@sahaya.

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In Zusammenarbeit mit der Foster Foundation hat die Familie ein gemeinsames Haus bezogen, seit einiger Zeit ist es allen Kindern möglich, eine private Schule zu besuchen. Dies auch Dank der Vereinsgründung der engagierten deutschen Besucher. „Wir haben rasch gemerkt, dass wir der Familie zwar helfen können, indem wir hier ein bisschen Englisch beibringen und dort ein wenig beim Kochen oder Einkaufen helfen. Eindeutig aber war, dass die Pflegefamilie vor allem Geld braucht, um das Leben des etwa 20-köpfigen Haushalts zu finanzieren“, skizziert Silke Szymura die Idee für die Vereinsgründung „Sahaya – Hilfe für Nepal“.

Einige Monate dauerte die Organisation bis zur offiziellen Eintragung ins Vereinsregister. Silke Szymura, die als selbstständige Informatikerin arbeitet, nimmt sich ehrenamtlich die Zeit. Sie betont: „Mir ist diese Familie wirklich ans Herz gewachsen. Es herrscht dort eine so liebevolle und behütete Atmosphäre, und die Kinder sind so dankbar dafür, in die Schule gehen zu dürfen und so etwas aus sich machen zu können.“

 

Spendable Bank gesucht

 

Rund 1500 Euro braucht die Familie im Monat, um alle Kosten zu decken. Darin enthalten sind etwa die Miete, Schulkosten, das Essen, die ärztliche Versorgung oder auch die Anschaffungen, die die Familie für den eigenen Garten tätigt, um sich mit möglichst vielen Nahrungsmitteln selbst zu versorgen. „Schon fünf Euro versorgen eines der Pflegekinder zwei Tage lang“, verweist die überzeugte Vereinsgründerin darauf, wir einfach die Hilfe ist.

Zehn Euro koste zum Beispiel ein Sack Reis in Nepal. Pro Monat verbraucht die gesamt Familie etwa sieben davon. „Alle Gelder, die wir als Spenden erhalten, fließen direkt an die Familie. Da wir alle ehrenamtlich tätig sind, müssen wir keine Strukturen finanzieren“, schildert Szymura die Direkthilfe.

Lediglich die Bank verlange 27,50 Euro für jede Überweisung nach Nepal. „Wenn es eine Bank gibt, die sich sagt, dass sie mit diesem Geld lieber zweieinhalb Säcke Reis finanzieren möchte, würde uns das sehr freuen“, sagt Szymura mit einem recht ernst gemeinten Augenzwinkern.

Insgesamt hat der vor drei Jahren gegründete Verein inzwischen 32 Mitglieder, die mehr oder weniger – je nach berufstechnischen Möglichkeiten – dafür gesorgt haben, dass das Auskommen der Großfamilie in Nepal bis zum Juli dieses Jahres gesichert ist. „Darauf sind wir natürlich sehr stolz“, freuen sich die beiden Vereinsgründerinnen.

Dennoch möchten sie auch danach die Existenzgrundlage der Familie weiter sichern. „Deshalb brauchen wir immer noch Spenden oder Sponsoren“, bittet Szymura um Hilfe für die Nepal-Initiative. Am liebsten sind dem Verein regelmäßige Beträge, denn mit diesen können sie gut rechnen. „Große Beträge nehmen wir natürlich auch sehr gerne entgegen“, betont Szymura und lacht.

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