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Geflüchtete Frauen: Das Erlebte in Bildern verarbeiten

Von „Auf dem Weg von hier nach dort“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Galerie Alte Mühle. Dort stellen geflüchtete Frauen aus Eritrea, dem Iran, Somalia, Afghanistan und Syrien ihre Werke aus.
Das Mischen der Farben hat Ayan Hassan Faraha (19) aus Somalia am meistem Spaß gemacht. Foto: Christine Fauerbach Das Mischen der Farben hat Ayan Hassan Faraha (19) aus Somalia am meistem Spaß gemacht.
Bad Vilbel. 

In der Ausstellung „Auf dem Weg von hier nach dort“ sind Porträts, Collagen, Landschaften, kunstvoll bearbeitete Gegenstände wie Schuhe, fantasievolle Landkarten, kunterbunte Farbübungen, aber auch Fußspuren und ein abstraktes Mosaiklandschaftsbild aus verschiedenen Materialien zu sehen, das anschließend gedruckt wurde.

Bei den Künstlerinnen handelt es sich um zwölf junge Frauen aus Eritrea, dem Iran, Somalia, Afghanistan und Syrien. Es sind Geflüchtete, die in Bad Vilbel, Karben, Niddatal, Wöllstadt, Büdingen, Altenstadt, Limesheim und Glauburg wohnen.

Unterstützung für Aktion

Seit Anfang des Jahres ist die Flüchtlingshilfe in den genannten acht Kommunen Sache der Regionalen Dienstleistungen Wetterau (RDW). Geschäftsführerin Heidi Nitschke kümmert sich um die in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachte Flüchtlinge – bis auf unbegleitete Minderjährige. Im Frühjahr erhielt sie vom Spitzen-verband die Aufforderung, sich für ein Frauenprojekt zu bewerben: Das RDW-Team war begeistert, denn 40 Prozent der Geflüchteten im Wetteraukreis sind Frauen. Für ihr „Frauenkunst“-Projekt suchte und fand sie Kooperationspartner: Hanne Battenhausen vom Fachdienst „Frauen und Chancengleichheit“ im Wetteraukreis und der Bad Vilbeler Verein Kulturoase, vertreten von Nagihan Akyuz, unterstützen die Aktion.

Der Kunstverein Bad Vilbel übernahm den örtlichen Kurs, den Samira Idrisu und Andrea Bodanos leiteten. Gefördert wird das Projekt außerdem von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Idee bestand darin, die Frauen aus ihren Unterkünften herauszuholen: Unter Leitung der Pädagogin Vroni Bleymehl fanden an acht Freitagen Treffen statt.

Themen der dreistündigen Kreativtreffen waren „Weg und Landschaft“ und „Porträt“. Mit Malübungen wurden zeichnerische Grundlagen und das Mischen von Farbe vermittelt. „Einige Teilnehmerinnen konnten nicht schreiben. Sie haben im Kurs erst einmal gelernt, wie sie einen Stift halten müssen“, berichtet eine der Künstlerinnen. So unterschiedlich wie die Voraussetzungen der Frauen mit und ohne Schul- oder Berufsausbildung, sind auch die gezeigten Kunstwerke.

Für Mut gelobt

Doch es wurde nicht nur gemalt und gebastelt, sondern auch der Fantasie freien Lauf gelassen, geredet, sich ausgetauscht, Freundschaften geschlossen und gekocht. „Die Frauen waren bei den Treffen entspannt, haben aber auch konzentriert gearbeitet, mit Hingabe Farben gemischt. Sie haben es sichtlich genossen, die Zeit für sich zu haben“, bilanziert Battenhausen.

Sozialdezernentin Heike Freund-Hahn (FDP) lobt bei der Vernissage den Mut der Frauen, ihre Gefühle in ihren Kunstwerken offen zu legen. Eventuell gibt es eine weitere Ausstellung im Rathaus – auf jeden Fall aber während der Interkulturellen Woche „Vielfalt verbindet“ 2018.

 

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