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Bildung: Darum ist die Europäische Schule Rhein-Main so erfolgreich

Die Europäische Schule Rhein-Main in Dortelweil ist ein Erfolgsmodell. Einst in der Politik heftig umkämpft, ist sie nun als eines der am stärksten wachsenden Unternehmen in Europa zertifiziert worden. Der Erfolg fußt aber nicht nur auf nackten Zahlen, sondern auch auf ganz anderen Faktoren.
Runde Sache: Eine der drei Kindergartengruppen (Pre-Primary) in der Europäischen Schule Rhein-Main in Dortelweil. Runde Sache: Eine der drei Kindergartengruppen (Pre-Primary) in der Europäischen Schule Rhein-Main in Dortelweil.
Bad Vilbel. 

Wer auf dem Hof der Europäischen Schule Rhein-Main unterwegs ist, dem fällt sofort auf, dass hier nicht nur Deutsch gesprochen wird. Englisch ist oft zu hören, aber hier und da auch Spanisch und Italienisch. Das ist kein Wunder, kommen die Schüler doch aus 60 Nationen. Deutsch und Englisch werden gleichberechtigt nebeneinander gesprochen. Die anderen Sprachen können als Kurse belegt werden. Die Kinder lernen die Sprachen aber beileibe nicht nur in Kursen, „sondern auch auf dem Schulhof im Gespräch mit anderen“, sagt der Gründer und Direktor der Schule, Tom Zijlstra.

Europaweit anerkannt

Überall in Europa ist man auf die Europäische Schule Rhein-Main in Dortelweil aufmerksam geworden. Schülerzahl fast vervierfacht, Umsatz steigt um jährlich fast 58 Prozent.

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International geht es in Dortelweil zu. „Offenheit, Klarheit und demokratisches Denken prägen die Haltung der Schule“, sagt der Direktor. „Und ganz wichtig: Respekt und Toleranz.“ Die Schüler empfinden das ebenso. Die 16-jährige Aviv Oppenheim besucht die Schule im siebten Jahr. „Es ist schön, dass es hier viele Menschen aus verschiedenen Ländern gibt“, sagt sie. „Man lernt viel über andere Kulturen.“ Als „besonders angenehm“ empfindet sie den Umgangston. Dies gelte sowohl für die Schüler untereinander, aber auch für Lehrer und Schüler. „Jeder grüßt hier jeden, und alle gehen respektvoll miteinander um.“

Aber die junge Frau geht noch aus einem anderen Grund ausgesprochen gerne auf diese Schule: „Hier gibt es vielfältige, spannende Aktivitäten.“ Als erstes nennt sie das UN-Projekt. „Das ist eine Simulation der UNO. Dafür haben wir eine eigene Konferenz, an der 150 Schüler teilnehmen.“ Einmal pro Woche werde über politische Themen diskutiert. Dabei repräsentiere jeder ein anderes Land. Das Land werde zugeordnet, so dass sich die Schüler mit dem jeweiligen Land intensiv beschäftigen müssen. Als zweite Aktivität nennt Aviv Oppenheimer den Sport. Sie belegt einen Eurosport-Kurs. Im vergangenen Jahr sei man bei einem Turnier mit 17 anderen europäischen Schulen in Brüssel gewesen.

Schulleiter Tom Zijlstra Bild-Zoom
Schulleiter Tom Zijlstra

Grenze erreicht

Knapp die Hälfte der Schüler kommt von Frankfurt nach Dortelweil. Ein Drittel stammt aus Bad Vilbel, Karben und der Wetterau. „Unser Einzugsgebiet reicht aber bis in den Taunus, der weiteste Schüler kommt aus Gießen hierher“, sagt der Direktor. Mit knapp 1600 Schülern, die von 127 Lehrern unterrichtet werden, hat die Schule ihre Grenze erreicht. „Vergrößern wollen wir uns nicht mehr“, sagt Zijlstra. Hinzu kommen drei Kindergartengruppen mit 75 Kindern. Beim Gang über das Gelände fällt die Weitläufigkeit auf. Innerhalb der Gebäude gibt es vor den Klassenräumen und in den Gängen viel Platz. Zwischen den Gebäuden ist gleichfalls viel Raum. Aktuell werden noch sechs neue Unterrichtsräume fertiggestellt. „Aber nicht dafür, dass wir noch mehr Schüler aufnehmen können, sondern damit wir für die Schüler mehr Platz bieten.“

Das alles ist den Prüfern der „Financial Times and Statista“ kürzlich vorgestellt worden. Umsatz, Idee, Ziele und Präsentation haben sie so überzeugt, dass sie die Schule zertifiziert haben. Sie gehört zu den tausend am schnellsten wachsenden europäischen Unternehmen in ganz Europa. Die Kritiker an der Privatschule, insbesondere aus den Reihen der Opposition, sind angesichts des Zulaufs und der Erfolge längst verstummt.

Die 16-jährige Aviv Oppenheimer besucht im siebten Jahr die Europäische Schule Rhein-Main. Ihr gefällt, dass alle sehr respektvoll miteinander umgehen. Bild-Zoom
Die 16-jährige Aviv Oppenheimer besucht im siebten Jahr die Europäische Schule Rhein-Main. Ihr gefällt, dass alle sehr respektvoll miteinander umgehen.

Lange Warteliste

Und das Land hat die Privatschule anerkannt und fördert sie finanziell. Direktor Zijlstra erklärt: „Diese Schule ist mindestens so gut wie die staatlichen Schulen.“ Für viele Eltern offenbar noch besser, denn „die Warteliste wird immer länger“.

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