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VGO vergibt Auftrag: Busverkehr: Bahn setzt sich durch

Von In und um Altenstadt und Büdingen sind aller Voraussicht nach ab Dezember Linienbusse der Deutschen Bahn unterwegs. Bei der Vergabe setzte sich der Konzern gegen die beiden ört- lichen Busunternehmen durch. Für eine der Firmen dürfte es das Aus bedeuten. Ähnliches droht in Karben und Wöllstadt.
Bahnbus in der Wetterau: Zuletzt waren Fahrzeuge der Deutschen Bahn zwischen Bad Vilbel und Offenbach unterwegs. Nun sollen sie in Altenstadt und Büdingen fahren. Archivfoto: Dieter Deul Bahnbus in der Wetterau: Zuletzt waren Fahrzeuge der Deutschen Bahn zwischen Bad Vilbel und Offenbach unterwegs. Nun sollen sie in Altenstadt und Büdingen fahren. Archivfoto: Dieter Deul
Karben/Altenstadt. 

Nun wird es wohl ernst für 30 Fahrer bei den Omnibusfirmen Stroh in Altenstadt und Balser in Büdingen: Sie müssen sich ab Dezember mutmaßlich einen neuen Job suchen.

Die Busse der beiden Familienunternehmen sind wohl künftig nicht mehr in Altenstadt und Büdingen unterwegs. Die Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) hat den Zuschlag für den Betrieb auf dem Linienbündel an die Busverkehr Hessen (BVH) aus Gießen, Tochter der Deutschen Bahn, vergeben – für die nächsten zehn Jahre.

Die Bahnbusse der BVH hätten den Zuschlag bekommen, weil das Unternehmen „die vorgegebenen qualitativen Anforderungen erfüllt und das wirtschaftlichste Angebot“ abgegeben habe, erklärt VGO-Sprecher Sven Rischen. Unternehmer Friedel Stroh aus Altenstadt hatte das kommen sehen und sich auch gewehrt – bisher aber ohne Erfolg.

Stroh hat mit seinem Kollegen Balser in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen für das Bündel geboten. Er hatte zunächst beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) den Antrag gestellt, die Verkehre auf eigene Rechnung fahren zu wollen.

30 Fahrer betroffen

Die Vergabekammer des RP lehnte das aber ab, weil Stroh die Frist dazu versäumt hatte, erläutert RP-Sprecher Dieter Ohl. Schon im August 2014 hatte die VGO angekündigt, die Aufträge für Dezember 2016 neu vergeben zu wollen. Hinzu komme, dass das Gebot von Stroh und Balser weniger Verkehr vorgesehen habe als der Nahverkehrsplan dies fordere, sagt Ohl. Stroh allerdings ist überzeugt davon, dass die VGO einen Formfehler gemacht hat. Sie habe nicht, wie vorgeschrieben, unter Fristsetzung zu Vorab-Bewerbungen aufgerufen, ob ein Unternehmen die Linien auf eigene Rechnung betreiben wolle.

Eine solche Direktvergabe hat Vorrang gegenüber der öffentlichen Ausschreibung, weil dann kein Steuergeld den öffentlichen Nahverkehr subventionieren muss. Doch auch bei einem Nachprüfungstermin deswegen blieb die Vergabekammer hart. Gegen die Entscheidung haben Stroh und Balser nun Klage vor dem Oberlandesgericht Frankfurt eingereicht.

Das Problem: „Uns läuft die Zeit davon“, sagt Friedel Stroh. Denn wann ein Urteil komme, sei unklar.

Die Firmen aber müssten planen. Schließlich gelte es, nicht nur für die Fahrer neue Verwendungen zu finden, sondern auch für die 21 Busse. „Wir kommen wohl um betriebsbedingte Kündigungen nicht herum“, seufzt Stroh. Weil er recht viele andere Aufträge habe, könne seine Firma die Niederlage zwar verkraften. Das kleinere Unternehmen Balser aber voraussichtlich nicht: „Das ist wohl das Aus.“

Dabei rechnet sich Stroh durchaus Chancen vor Gericht aus. Denn die VGO selbst scheine sich unsicher zu sein, ob ihr Vorgehen korrekt war. Kurz nach der Ausschreibung Büdingen/Altenstadt hatte sie auch das Linienbündel Wöllstadt/Karben samt des Karbener Stadtbusverkehrs ausgeschrieben.

Auch Eberwein bangt

Dort allerdings legte die VGO per Ausschreibung genau jenen Aufruf nach, dass sich Unternehmen melden sollten, die eben auf eigene Rechnung fahren wollen. Auch wurden dafür extra nachträglich die Fristen verlängert: Nun fällt die Entscheidung erst nach April. Wie für Balser droht bei einem Verlust des Auftrags auch dem Karbener Unternehmen Eberwein das Aus (die FNP berichtete). Es arbeitet dort mit Stroh zusammen.

Die VGO bleibt wortkarg zur Auseinandersetzung mit Stroh und Balser. „Zu laufenden juristischen Verfahren äußern wir uns derzeit nicht“, sagt Sprecher Rischen. Aber egal, wie der Streit ausgeht: „Die VGO trifft Vorsorge, dass die Busverkehre Altenstadt/Büdingen auch nach dem Fahrplanwechsel ununterbrochen weiterlaufen können.“

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