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Musical „Peter Pan“: Bei den Burgfestspielen fliegt zum ersten Mal ein Kinderheld über die Bühne

Neben vielen Premieren dürfen sich die Zuschauer in diesem Jahr auch auf eine technische freuen. Sie können sehen, wie Peter Pan und die Fee Tinkerbell über ihren Köpfen durch die Wasserburg fliegen, – und sicherlich staunen.
Ausstatter Sven Hansen, Regisseur Christian H. Voss und Peter-Darsteller Jendrik Sigwart freuen sich darauf, dass in der Burg geflogen werden kann. Ausstatter Sven Hansen, Regisseur Christian H. Voss und Peter-Darsteller Jendrik Sigwart freuen sich darauf, dass in der Burg geflogen werden kann.
Bad Vilbel. 

Bereits Ende Februar haben Ausstatter Sven Hansen und Studentin Katrina Gagelmann mit ihren Recherchen begonnen, um beim von Regisseur Christian H. Voss inszenierten Musical „Peter Pan“ den Traum vom Fliegen in der Wasserburg wahr werden zu lassen. Held Peter Pan, der Junge, der nie erwachsen wird, fliegt im Kinder-buch „Peter Pan“ von J. M. Barrie, auf dem das Musical basiert, von einem Londoner Kinderzimmer zurück auf die Insel Nimmerland.

Gemeinsam Abenteuer bestehen: Das Team der Aufführung

Christian H. Voss ist Regisseur. Seit 2010 inszeniert er Stücke bei den Burgfestspielen. Pro Saison ist er in zwei Produktionen aktiv, wobei eines immer ein Stück für Kinder ist.

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„Wichtig ist es, den zuschauenden Kindern die Illusion zu schaffen, dass Peter Pan (Jendrik Sigwart) und die temperamentvolle Fee Tinkerbell (Sonja Herrmann) tatsächlich viereinhalb Meter hoch über ihren Köpfen durch die Wasserburg fliegen“, sagt Gagelmann. Die 21-Jährig studiert an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) in Gießen im sechsten Semester „Eventmanagement –Technik“. Ihr Praxissemester absolviert sie bei den Burgfest-spielen, weil sie später am Theater arbeiten würde.

Spezialanfertigung

In Vilbel ist sie für Bühnenbild und Bühnentechnik zuständig. Der Flug sei zwar toll, aber an ihm hänge ein Rattenschwanz an Heraus- und Anforderungen, Vorschriften und
Auflagen.

„Fliegen ist immer eine Herausforderung auch am Theater, allein schon wegen den Sicherheitsauflagen, den Flugfähigkeitsbescheinigungen für die Schauspieler, den technischen Geräten wie Stahlseilen, Fluggurten, Schienen, den Kostümen, der Statik und vielem mehr“, sagt Sven Hansen. Peter Pan und Tinkerbell werden zwar aus Zeitgründen ohne Wendy Darling (Julia-Elena Heinrich) und ihre Brüder John (Joshua Hien) und Michael (Yannik Gräf) nacheinander von einer Burgmauer quer über den Innenhof zur gegenüberliegenden Seite fliegen, was für Ausstatter und Techniker die Aufgabe aber nicht leichter macht.

Zudem dürfen die schwindelfreien Schauspieler nur von Mitarbeitern mit bescheinigter Befähigung ins Fluggeschirr eingehängt werden. „Nach der Überprüfung der Statik des Bühnendaches konnten die Schienen konstruiert werden. Sie sind eine Spezialanfertigung der Firma Hoac Bühnensysteme.

Die dünnen Fluggurte und das Fluggeschirr sind vom US-amerikanischen Weltmarktführer für Flugeffekte ZXF geliefert worden. Sie sind verspätet in der Quellenstadt angekommen, wodurch sich der Zeitdruck bei den Proben erhöhte.

Je zwei der dünnen Spezialgurte werden an den Hüften von Peter Pan oder an den Schultern der Fee befestigt.

„Bei den Kostümen müssen wir eine Lösung dafür finden wie wir die Gurte unter die Kostüme sprich Stiefelhose und Hemd oder Paillettenkleid bringen. Es muss gut aussehen und darf sich nicht verheddern“, sagt Hansen. Die Kostüme sind teils vom Frankfurter Schauspiel geliehen, teils in der Burgfestspielschneiderei von Christine Rademacher und ihrem Team genäht.

Drehbühne im Einsatz

Beim Flug gebe es bei den Aufführungen tagsüber noch eine weitere Spezialschwierigkeit zu überbrücken. „Man kann bei einer Open-Air-Veranstaltung kein Licht wie im Theatersaal ausschalten, weshalb die Seile zu sehen sein werden. Ich bin sehr gespannt auf „meinen“ ersten Tagesflug bei den Burgfestspielen“, sagt Hansen, der bereits zum dritten Mal als Ausstatter bei den Festspielen engagiert ist.

Gespielt wird das Musical auf einer Drehbühne. Auf der einen Seite befindet sich das Londoner Kinderzimmer der Darlings, auf der anderen die Insel Nimmerland. Den Schauspielern stehen drei Podeste als Spielebenen zur Verfügung. Eine davon hinter dem Burgumgang.

Mit Hilfe eines Vorhangs werden zwei Höhlen, Farne und Dschungel dargestellt. Hansen freut sich besonders über die Laufwagen-Schienen-Installationen von Intendant Claus-Günther Kunzmann, die künftig sicherlich bei weiteren Stücken zum Einsatz kommen.

Katrina Gagelmann überprüft derweil die Entwürfe der Bühnenbildner auf ihre Realisierbarkeit für eine Open-Air-Bühne, spricht sie mit Schreinern, Statikern, Beleuchtern durch. Spannend sei die Realisierung der technischen und organisatorischen Seite der Inszenierung im eng getakteten Terminplan auf jeden Fall.

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