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Wurden hier Läufer ausgenutzt?: Bauaufsicht überprüft den Vorwurf gegen Leichtathletik-Manager Alexander Hempel

Von Laut einer im Fernsehen ausgestrahlten Dokumentation sollen im Kilianstädter Haus des Leichtathletik-Managers Alexander Hempel afrikanische Langstreckenläufer unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. Zu viele auf engem Raum und Toilette, die nur mit einem Duschvorhang abgetrennt ist, heißt es auf der Internetseite der Hessenschau.
In der Taunusstraße in Kilianstädten wohnt Lauf-Manager Alexander Hempel. Dort sollen afrikanische Langstreckenläufer untergebracht sein, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben sollen. In der Taunusstraße in Kilianstädten wohnt Lauf-Manager Alexander Hempel. Dort sollen afrikanische Langstreckenläufer untergebracht sein, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben sollen.
Schöneck. 

Vier ausländisch klingende Namen stehen am Klingelschild auf der Natursteinmauer unterhalb des großen Hauses in der Taunusstraße. An der weißen Außenmauer platzt der Putz ab, die Fenster im Haus stehen offen, genauso wie das Eingangstor. Zu sehen ist jedoch keiner, auf Klingeln folgt keine Reaktion. Auch in der Nachbarschaft herrscht Ruhe. Bei einigen sind am frühen Morgen noch die Rollläden unten.

Bis zur Ausstrahlung am vergangenen Donnerstag in der ARD hatte Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) keine Ahnung, was sich in dem Kilianstädter Haus abspielen soll. Denn dort sollen afrikanische Sportler unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. „Mir haben zwei Bürger den Link zu dem Video geschickt. Ich habe das zum ersten Mal gesehen“, erzählt sie.

Aufklärung hat Priorität

Wenn das tatsächlich den Tatsachen entspreche, ist für die Bürgermeisterin ganz klar, dass dort Abhilfe geschaffen werden muss. „Wir werden als Gemeinde tun, was wir können“, hält sie fest.

Laut der Internetseite der Hessenschau des Hessischen Rundfunks soll Alexander Hempel, der einst selbst als Läufer aktiv war, afrikanische Sportler in dem Haus untergebracht haben. Allerdings auf viel zu engem Raum. Ein weiterer Vorwurf ist, dass Hempel, der sein Geld nun als Manager verdient, den Läufern die Gagen vorenthalten haben soll. In der Dokumentation kommen auch Läufer zu Wort, die anonym erzählen, dass Antrittsgelder nicht ausbezahlt worden seien. In der Sendung hat sich Hempel nicht zu den Vorwürfen geäußert.

„Wir werden alles überprüfen“, sagt Rück. Aufklärung habe oberste Priorität. Auf Anfrage der Redaktion hat Hempel nicht reagiert.

Nun hat sich die Bauaufsicht des Main-Kinzig-Kreises das Haus angesehen und geprüft, inwiefern baurechtliche Normen eingehalten werden. „Die Räume waren zum Zeitpunkt der Besichtigung unbewohnt. Mitarbeiter der Bauaufsicht konnten mit der Gemeinde und dem Eigentümer des Hauses die Räumlichkeiten besichtigen“, schildert Frank Walzer von der Pressestelle des Main-Kinzig-Kreises.

Verfahren angedroht

Dabei wurde der Eigentümer auf die baulichen Anforderungen hingewiesen, um diesen Teil des Hauses zum Wohnen zu nutzen. „Die waren nicht erfüllt“, teilt Walzer mit. Der Kreis hat daher die Wohnnutzung untersagt. So bemängelte die Bauaufsicht etwa die Lichtzufuhr und Belüftungswege. Sollten die Räume dennoch als Wohnquartier genutzt werden, droht dem Eigentümer ein Verfahren.

Im Haus sind weitere Wohneinheiten eingerichtet und vermietet. Diese stehen mit der Unterbringung von Sportlern nicht in Verbindung. Regelmäßig würden diese Räume durch Mitarbeiter der Gemeinde besucht, für die es dort nichts zu beanstanden gab.

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