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Vilbeler Sozialdemokraten: Bad Vilbel: SPD setzt auf die Jugend

Von Im Jahr der Bundestagswahl verspürt die SPD jugendlichen Aufwind. Eigentlich ist der vielbeschworene Martin-Schulz-Effekt schon mehr oder weniger verpufft. Doch zumindest in Bad Vilbel profitiert die Partei noch immer davon.
Sie legen noch einmal Hand an den Plakaten an: Alicia Pöppinghaus und Janis Ahäuser. Sie legen noch einmal Hand an den Plakaten an: Alicia Pöppinghaus und Janis Ahäuser.
Bad Vilbel. 

Trump, Rechtspopulismus, die aktuelle Situation in der Türkei. Für politisch interessierte Jugendliche bieten sich derzeit viele Herausforderungen, aktiv zu werden. Das gilt auch für Alicia Pöppinghaus und Janis Ahäuser, die zur in diesem Jahr gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Bad Vilbeler Jusos gehören. Sie sehen es als ihre demokratische Pflicht an, mitzuwirken. Und sie haben darauf meist freundliche Reaktionen erfahren, auch in einer von der CDU dominierten Stadt.

„Wir haben rund 15 neue Mitglieder in diesem Jahr bekommen. Das ist nicht nur Martin Schulz zu verdanken, auch wenn es hier einen kleinen Hype darum gab“, führt der Parteivorsitzende Horst Seissinger an. Stimmt, bestätigen ihm Ahäuser (18) und Pöppinghaus (17). „Für mich war auch ein Grund, dass die AfD bei den jüngsten Landtagswahlen Werte um die 20 Prozent erreichte. Demokratie ist nicht selbstverständlich, deswegen wirke ich mit“, sagt sie.

Erstaunen am Stand

Ahäuser ist schon seit zwei Jahren dabei. Das ist ein bisschen in die Wiege gelegt, sein Vater Jürgen saß für die SPD im Gronauer Ortsbeirat. Deswegen bekam er viel von der Geschichte der SPD mit. Der Kampf gegen die Nationalsozialisten, um Gleichberechtigung, aber auch die Bemühungen in der Friedenspolitik haben ihn früh gefesselt. Endgültig für einen Beitritt hat er sich auf der Höhe des Flüchtlingszustroms und dem darauf einsetzenden Höhenflug der AfD entschieden. „Ich wollte damit auch in meinem Freundeskreis zeigen, dass man politisch aktiv sein kann.“

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Das haben sie bereits bewiesen. Im aktuellen Wahlkampf haben sechs Bad Vilbeler Jusos rund 500 Plakate im Stadtgebiet aufgehängt, waren außerdem an einem Info-Stand am 16. August in der Neuen Mitte präsent. „Das hat viel Spaß gemacht“, blickt Ahäuser zurück. Auch Ältere seien erfreut gewesen, junge Gesichter am Stand zu erblicken, ergänzt Seissinger.

Konflikte gehören dazu

Er will den Nachwuchs nun an verantwortungsvolle Aufgaben in der ehrenamtlichen Politik heranführen. „Dabei kann es schon einmal Konflikte geben, doch das gehört in einer demokratischen Partei dazu“, sagt er. Die Zusammenarbeit zwischen der Partei und den Jungsozialisten sei super, bestätigt Ahäuser. Insgesamt sind es 26 SPD-Mitglieder unter 35 Jahren, die deswegen auch noch zu den Jusos gehören.

In der Schule, Janis Ahäuser legt im kommenden Jahr seine Abi-Prüfung an der Karbener Kurt-Schumacher-Schule ab, Alicia Pöppinghaus am Bad Vilbeler Georg-Büchner-Gymnasium, betreiben sie Werbung. Für die Politik allgemein, nicht in erster Linie für ihre Partei, betonen sie. „Auf meine Frage ,Gehst du wählen?‘ wissen viele gar nicht, wann die Wahl stattfindet“, bedauert Ahäuser.

„Das Desinteresse ist groß“, sagt auch Pöppinghaus. Dabei empfinden die beiden das Wahlrecht in Deutschland als toll, motivieren dann, von der Stimme Gebrauch zu machen. Parteichef Seissinger empfindet das als wichtig, „denn auf mich hören die jungen Leute nicht“, sagt er.

Gespräch über Trump

  Für Mittwoch, 20. September, 20 Uhr, lädt die SPD Bad Vilbel ins Kurhaus, Niddastraße 1, ein. Dort wird Carsten D. Voigt über die „Perspektiven der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit unter der Regierung Trump“ sprechen.

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Das spreche auch für Natalie Pawlik, die erst 25-jährige Direktkandidatin der SPD im Wahlkreis westliche Wetterau. „Wir haben genug Leute über 50 im Bundestag. Wir brauchen dort Menschen, die Schwerpunkte setzen. Natalie Pawlik kann das für junge Leute machen. Sie ist die goldrichtige Wahl gewesen“, glaubt Seissinger. Das verfängt bei den jungen Aktiven. „Sie setzt sich auch aufgrund ihrer russlanddeutschen Herkunft stark für Bildungsgerechtigkeit ein“, ist Pöppinghaus begeistert.

Kommunal mitmischen

Auch wenn die aktuellen Umfragewerte für die Sozialdemokraten nicht berauschend sind, geben die beiden Jugendlichen noch nicht auf. „Ich habe Martin Schulz in Frankfurt vor 4000 Leuten gehört, die Stimmung war toll“, sagt Pöppinghaus. Und Ahäuser hat schon einen Plan für den 24. September. „Ich gehe zuerst wählen und dann zur Wahlparty ins Restaurant am Niddasportfeld. Hoffentlich feiern wir dort den Sieg von Martin Schulz und können auch Natalie Pawlik zum Einzug in den Bundestag gratulieren.“

Jetzt wollen sich beide erst einmal auf die Bundestagswahl konzentrieren, danach auf kommunale Themen, sich vielleicht auf die Liste zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2021 setzen lassen. „Wir diskutieren schon jetzt viel über Bad Vilbeler Themen. Es sitzt noch keiner von uns in einem Gremium. Vielleicht kommt das dann.“ Seissinger hat auf jeden Fall nichts gegen diese Pläne.

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