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Historische Dokumente: Ausstellung zeigt Verfolgungsgeschichte der Juden

Eine Ausstellung zur Verfolgungsgeschichte der Juden hat der künftige Landrat Jan Weckler im Kreishaus Friedberg eröffnet. Diese ist noch bis Juni zu besuchen und zeigt die Schreckensbilder der Menschenvernichtung.
Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler (rechts) hat zusammen mit Horst Deckert die Ausstellung „Die Verfolgungsgeschichte der Juden und ihr geplanter Tod“ im Friedberger Kreishaus eröffnet. Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler (rechts) hat zusammen mit Horst Deckert die Ausstellung „Die Verfolgungsgeschichte der Juden und ihr geplanter Tod“ im Friedberger Kreishaus eröffnet.
Friedberg. 

Der 11. April (gestern) ist der Jahrestag der Befreiung der Juden aus dem Konzentrationslager Buchenwald. Aus diesem Anlass wird im Foyer des Friedberger Kreishauses die von Horst Decker aus Dauernheim konzipierte Ausstellung „Die Verfolgungsgeschichte der Juden und ihr geplanter Tod“ gezeigt.

Thema der Ausstellung ist die Entwicklung der Judenverfolgung, deren Wurzeln im christlichen Antijudaismus des vierten Jahrhunderts liegen. Mit diesem Zeitpunkt beginnt eine Judendiskriminierung und –verfolgung, die niemals endete, sondern insbesondere im 19. Jahrhundert noch um den politischen Judenhass und den Antisemitismus erweitert wurde.

Einen schrecklichen Höhepunkt erfuhr die Judenverfolgung dann im Dritten Reich: Die Ausstellung im Kreishaus zeigt, wie die jüdische Bevölkerung Deutschlands anfangs mit perfiden Unterstellungen und pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen aus dem Wirtschaftsleben und aus ihrer Heimat vertrieben wurde – so lange, bis ihre Arbeitskraft kriegswichtig wurde.

Die Juden, die nicht bis Oktober 1941 ausgewandert oder bereits als „politische“ Häftlinge interniert worden waren, wurden ab diesem Zeitpunkt nach und nach als Sklavenarbeiter in Konzentrationslager verschleppt. Nach dem „Wannsee-Beschluss“ vom Januar 1942 war ihre Entlassung nicht mehr vorgesehen. Wer nicht an den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, an Unterernährung oder Krankheit starb, sollte durch Mord „vernichtet“
werden.

Rassismus entgegentreten

Die Ausstellung beschreibt die Ausplünderung der jüdischen Bürger, die Bedingungen ihrer Konzentrationslagerhaft und ihr Schicksal anhand von Texten, Dokumenten und Objekten. Schuldezernent Jan Weckler hatte die Schulen im Wetteraukreis zu der Ausstellung eingeladen. „Die Botschaft von Auschwitz, Buchenwald und den vielen anderen Konzentrationslagern kann nur lauten, dass wir diese Menschheitsverbrechen nicht vergessen dürfen. Sie mahnen uns, Antisemitismus und Rassismus dort, wo sie uns begegnen, entschieden entgegenzutreten.“

Die Ausstellung verdiene zahlreiche Besucher, sagte Weckler. Gezeigt werden in sechs Vitrinen Dokumente, Zeitungen, Zeitschriften und Bücher antisemitischen Inhalts als Wegbereiter des Rassenhasses, Originalabzeichen und Dinge des täglichen Lebens aus den Konzentrationslagern.

50 000 Menschen starben

Das Konzentrationslager Buchenwald wurde 1937 errichtet. Es war ein Lager für politische Gegner des Naziregimes, vorbestrafte Kriminelle, und damals sogenannte Asoziale wie Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden auch Menschen aus anderen Ländern dort eingesperrt. Zwischen Juli 1937 und der Befreiung des Konzentrationslagers 1945 waren mehr als 260 000 Menschen interniert. Mehr als 50 000 Personen kamen ums Leben.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Friedberger Kreishauses, montags bis mittwochs von 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr, bis zum 1. Juni 2018 zu sehen.

(red)

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