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Schatzsucher: Auf eigene Faust antike Münzen aufspüren

In Okarben sind Schatzsucher unterwegs. Mit Metalldetektoren tasten sie den Bolzplatz ab. Ina Katzer hat in den vergangenen Wochen gleich zweimal ganz außergewöhnliche Begegnungen gehabt. Die Behörden warnen: Solcherlei Suchen von Privatleuten sind verboten.
So sieht man ihn oft in Bauschheim über die Felder laufen: Jürgen Hubbert auf Spurensuche mit seinem Metalldetektor. Foto: (Maraike Stich) So sieht man ihn oft in Bauschheim über die Felder laufen: Jürgen Hubbert auf Spurensuche mit seinem Metalldetektor.
Karben. 

Sie sind am hellichten Tag über den Bolzplatz in Okarben gelaufen. In der Hand hatten sie einen Metalldetektor. »Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen«, sagt Ina Katzer. Sie wohnt in Okarben und ist gern in der Natur unterwegs. An zwei Tagen hat sie zwei Männer gesehen, die Metalldetektoren in der Hand hatten und damit die Erde abtasteten. »Offenbar haben sie die Geräte aus dem Internet.«
Ein Mann sei allein unterwegs gewesen, der andere hatte zwei Kinder dabei. Einen der Männer habe sie angesprochen, nachdem er »etwas ausgegraben hat«. Auf entsprechende Fragen habe er ihr geantwortet, sie suchten »seltene Funde«. Schatzsucher in Okarben? Das kam Ina Katzer, die bei der Stadtverwaltung angestellt ist, denn doch merkwürdig vor. Sie informierte die Kollegen und vor allem die Ordnungsbehörden. Dort erfuhr sie: Solcherlei »Schatzsuchen sind verboten«. Eine gleichlautende Auskunft habe sie vom Amt für Denkmalpflege Hessen erhalten.


Im Internet zu kaufen


In Wiesbaden weiß man schon lange, dass es zahlreiche »Geländebegehungen mit und ohne Metalldetektor« gibt. Und der Wetterauer Kreisarchäologe Jörg Lindenthal sagt, »dass viele Illegale auf den Feldern unterwegs sind«. Denn schließlich seien die Detektoren im Internet zu kaufen. »Der Kauf ist ja nicht verboten«, sagt er. Wohl aber dessen ungenehmigte Nutzung. Wer sich in der freien Natur auf die Suche nach Funden begibt, braucht eine Genehmigung. Die werde nur denjenigen erteilt, die Fachkenntnisse hätten und eine Begründung für ihre Suche liefern könnten.


»Die Suche von Privatleuten darf dann nur in Zusammenhang mit den Behörden erfolgen«, sagt Lindenthal. In einem Merkblatt des Landesamtes für Denkmalpflege heißt es in diesem Zusammenhang: Wer eine Nachforschung unter Zuhilfenahme einer Metallsonde beantragt, hat außerdem darzulegen, warum er eine Sonde nutzen möchte. Grundsätzlich gilt, dass zunächst Erfahrungen ohne Einsatz einer Metallsonde gemacht werden müssen, bevor eine erweiterte Genehmigung erteilt wird.


Nicht verwunderlich


Dass dennoch anscheinend viele »Schatzsucher« unterwegs sind, wundert den Kreisarchäologen nicht. Schließlich »liegt überall etwas herum«. Etwa römische Münzen. Den Archäologen geht es vor allem darum, dass die Funde kartografiert werden können. »Wenn jemand eine scheinbar für ihn unbedeutende Münze entfernt, gehen wertvolle Informationen verloren.«


Auf jeden Fall ist die Suche auf eigene Faust illegal. So dürfen Grundstücke nicht ohne Einwilligung des Eigentümers oder Pächters betreten werden. Wenn zudem keine Genehmigung der Denkmalbehörden vorliegt, ist das eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden kann. Damit nicht genug: Wer als illegaler »Schatzsucher« etwas finde und dies auf eigene Faust verkaufen wolle, mache sich der Hehlerei strafbar, sagt Lindenthal.

 

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