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100 Jahre Frauenwahlrecht: An die Pionierinnen erinnern

Passend zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Frauenwahlrecht“ organisiert die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Nidderau (ASF) eine Ausstellung, bei der zwölf leider in Vergessenheit geratene Pionierinnen ins Licht gerückt werden sollen.
Viele Besucher sind zur Eröffnung der Ausstellung gekommen und begutachten die Informationstafeln. Bilder > Viele Besucher sind zur Eröffnung der Ausstellung gekommen und begutachten die Informationstafeln.

„Die ASF Nidderau ist der Meinung, dass das Frauenwahlrecht eine der wichtigsten politischen Errungenschaften des zwanzigsten Jahrhunderts ist“, eröffnet Dorothea Schwantje, Vorsitzende der ASF Nidderau, in einer Rede die Ausstellung mit dem Titel „Zwölf vergessene Frauen“. Am gestrigen Sonntag fanden sich dazu schon einige interessierte Besucher im Familienzentrum am Nidder-Forum ein. Es ist eine Ausstellung, die an das hart erarbeitete Frauenwahlrecht, dessen Kämpferinnen und Vorreiterinnen und auch an die Wichtigkeit, dieses Grundrecht immer zu nutzen, erinnern soll.

„Es soll ein Anstoß sein, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Dieses Grundrecht wird leider zu oft missachtet.“, erklärt Schwantje ihre Intention für die Ausstellung in Nidderau. Ebenfalls bilde die 14-tägige Ausstellung einen Auftakt zum Jubiläumsjahr für „100 Jahre Frauenwahlrecht“ und dem am 8. März stattfindenden internationalen Weltfrauentag.

Nadel im Heuhaufen

Für Schwantje war es ein etwas längerer Weg, diese Ausstellung nach Nidderau zu bringen. „Ich habe sie zum ersten Mal vor 20 Jahren im Freilichtmuseum Hessenpark gesehen“, erinnert sie sich.

Bevor Schwantje die Tafeln mit allen Informationen und Bildern füllen konnte, musste sie sich bei verschiedenen hessischen Staatsarchiven durchfragen, bis sie schließlich im Staatsarchiv Darmstadt fündig wurde. Im Oktober letzten Jahres begann dann die Planung und Gestaltung der Ausstellung. Hilfe hatte sie dabei von den Frauen des ASF, vor allem von Fanny Withofs, Pressereferentin der ASF und Nidderauer Stadtverordnete. Die zwölf dargestellten Frauen waren die ersten weiblichen Abgeordneten im Hessischen Landtag in der Zeit von 1919 bis 1934. Lange Zeit gab es kaum Informationen über das Leben und Wirken dieser Frauen. Die Beauftragte für Frauenfragen der hessischen Landesregierung, Inge Sollwedel, war es, die 1983 Professorin Ingrid Langer der Universität Marburg darum bat, diese zu erforschen.

Jubiläums-Auftakt

Die Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen mit dem Titel „Zwölf vergessene Frauen“ dient als Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr des Frauenwahlrechts und ist im

clearing

Langer konzipierte aus ihren Ergebnissen diese Ausstellung und ein gleichnamiges Buch, welches nur noch antiquarisch zu bekommen ist. Die Suche nach Informationen über diese Frauen glich, wie Schwantje in ihrer Eröffnungsrede erzählt, „der Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, da keine Dokumente in den Staatsarchiven zu finden waren. Die Arbeit der weiblichen Abgeordneten musste ausschließlich aus den Landtagsprotokollen rekonstruiert werden.

Dank Langers Forschungen können die Tafeln im Foyer des Familienzentrums mit dem politischen und öffentlichen Leben der Frauen aber auch mit Persönlichem gefüllt werden. Es sind starke Frauen, die ihren Überzeugungen treu blieben und aus diesem Grund auch unter Missachtung und Verfolgung litten.

Errungenschaften erhalten

Bei den Besuchern stößt diese Ausstellung auf großes Interesse. „Für mich sind diese Informationen neu und ich bin sehr bestürzt darüber, dass diese Frauen in Vergessenheit geraten sind“, sagt Harry Bischoff aus Nidderau.

Zu den Gästen zählen außerdem die ehemalige Frankfurter Bundestagsabgeordnete Rita Streb-Hesse, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Bernd Reuter und Christoph Degen, hessischer Landtagsabgeordneter und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im hessischen Landtag.

Degen betont außerdem die Notwendigkeit darauf hinzuweisen, dass Frauen lange Zeit nicht wählen durften und auch heute noch um den Erhalt dieser Errungenschaften gekämpft werden müsse. „Wenn wir diese Rechte nicht demokratisch verteidigen, kann es auch ganz schnell wieder anders sein“. Auch Streb-Hesse erklärt, dass weiterhin noch viel zu tun sei, um alle Differenzen aufzulösen. „Ich wünsche für uns alle, dass dies nicht wieder 100 Jahre dauern wird.“

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