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Schule: Am Georg-Büchner-Gymnasium gehört das Whiteboard zum Alltag

Die Welt wird immer digitaler. Auch die Schulen müssen sich mit dem Thema befassen, mit den Chancen und den Gefahren. So wie das Georg-Büchner-Gymnasium. Dort gehört die digitale Tafel mittlerweile zum Alltag.
Nutzen für ihr Referat das Whiteboard (von links): Elisabeth Winter, Vanessa Schneider und Annalena Junker. Foto: Niklas Mag Bilder > Foto: Niklas Mag Nutzen für ihr Referat das Whiteboard (von links): Elisabeth Winter, Vanessa Schneider und Annalena Junker. Foto: Niklas Mag
Bad Vilbel. 

„Der Aufbau des aristotelischen Dramas“ lautet das Thema, dessen sich die drei Abiturientinnen des Georg-Büchner-Gymnasiums Elisabeth Winter, Annalena Junker und Vanessa Schneider angenommen haben. Fünf Akte hat das Drama, hielt der griechische Philosoph einst fest. Das wissen nun auch die Mitschüler von Elisabeth, Annalena und Vanessa. Mit einem Wischen des Zeigefingers über den großen Bildschirm an der Wand kann Elisabeth Winter ganz einfach die nächste Folie der Präsentation aufrufen.

Das sogenannte Whiteboard, eine interaktive Tafel, die funktioniert wie ein riesiges Tablet, hat die klassische Wandtafel in dem Raum längst abgelöst. Recht entspannt tragen die drei Abiturientinnen ihren Text vor, Lehrerin Nina Wollenhaupt könnte die Präsentation nun gleich per E-Mail an alle Schüler weiterleiten.

Schulleiterin Claudia Kamm ist von den elektronischen Tafeln überzeugt: „Für die Lehrer ist es einfacher, den Unterricht zu Hause vorzubereiten, egal ob Bilder, Texte oder Filmausschnitte. Alles kann auf dem Whiteboard gezeigt werden“, sagt sie. Ergebnisse aus Diskussionen, die auf dem Whiteboard festgehalten wurden, können einfach abgespeichert werden. „Bei einer normalen Tafel werden sie am Ende der Stunde weggewischt. Auf dem Whiteboard kann der Lehrer sie vor der Klassenarbeit noch einmal aufrufen und mit den Schülern die vergangenen Stunden Revue passieren lassen“, erklärt Kamm.

Zwölf Whiteboards

Zwölf dieser Whiteboards gebe es derzeit in Räumen des Georg-Büchner-Gymnasiums. „Ich halte es für sinnvoll und auch notwendig, die Räume damit auszustatten“, findet die Schulleiterin. Für die Ausstattung der Schulen mit technischen Geräten ist der Wetteraukreis zuständig. „Der Kreis hat momentan allerdings als oberste Priorität, die Raumsituation an Schulen zu verbessern“, weiß Kamm. „Ich denke aber, dass der Wetteraukreis in Sachen Digitalisierung an Schulen schon ziemlich weit fortgeschritten ist.“

Es sei eher die Bürokratie, die die Digitalisierung, zumindest am Bad Vilbeler Gymnasium, etwas stocken ließe. „Wir haben Geld zurückgelegt, um mehr Technik anzuschaffen, doch hatte der Kreis nicht die personellen Möglichkeiten, diese dann auch zu besorgen und zu installieren“, erklärt Kamm. Etwas mehr Flexibilität würde hier guttun, meint sie. „Wir hätten da ja auch selbst jemanden beauftragen können.“ Außerdem stört sie: „Mittags fällt hier immer das Internet aus, und niemand weiß, woran das liegt.“

So sieht’s im restlichen Kreis aus

Ende Januar verkündete der Wetteraukreis, man habe bereits drei Grundschulen mit Tablets und WLAN ausgestattet. In einem Modellversuch haben sowohl eine Förderstufen- als auch eine gymnasiale Eingangsklasse

clearing

Der Digitalisierung sieht Kamm aber auch Grenzen gesetzt: „Smartphones sind in den Schulgebäuden verboten“, sagt sie. Grund dafür sei unter anderem der Versuch, Cybermobbing vorzubeugen. „Mit diesem Thema umzugehen ist wirklich sehr schwierig.“ Medienscouts seien am Gymnasium unterwegs, Schüler, die andere Schüler über Gefahren im Netz aufklären sollen. „Digitalisierung bedeutet also nicht nur die rein technische Ausstattung“, schließt Kamm.

Umgang ist entscheidend

Das sehen auch die Schüler von Nina Wollenhaupt so: „Guter Unterricht hängt nicht nur von der technischen Ausstattung ab. Außerdem müssen die Lehrer auch damit umgehen können, sonst bringt das alles nichts“, antwortet ein Schüler auf die Frage seiner Lehrerin, ob Computer und Whiteboards im Unterricht sinnvoll seien. Dass Geräte nicht ausreichen, sondern auch Ausbildung nötig ist, weiß das Land Hessen: „Die Digitalisierung verändert die Rahmenbedingungen für Schule und Unterricht. Lehrkräfte sowie Schüler müssen darauf umfassend vorbereitet werden“, schreibt das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung in der „Digitalstrategie“.

In Lehrerfortbildungen soll es zukünftig Angebote zur Förderung der digitalen Kompetenzen von Lehrern geben. „In allen Phasen gilt es, die Lehrinhalte kontinuierlich an die digitalen Entwicklungen und digitalisierten Prozesse anzupassen und die Kompetenz der Lehrer zu stärken, damit diese eigenständig digitale Lehrinhalte und Plattformen in den Unterricht integrieren können“, heißt es weiter.

Genau so, wie es am Georg-Büchner-Gymnasium an diesem Morgen geschehen ist. Den Aufbau des aristotelischen Dramas kennt nun jeder im Raum. Und der Kurs ist sich einig: Die Möglichkeiten und Optionen, den Unterricht zu gestalten, sind durch Technik viel größer.

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