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Unfälle: Achtung: Hier wechselt das Wild

Von Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln, wenn sie über Straßen laufen. Deshalb ist vor allem im Winter erhöhte Vorsicht geboten. Hans Herrmann, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Hanau, die 13 Reviere in Nidderau, Hammersbach und Bruchköbel-Roßdorf umfasst, nennt mehrere kritische Stellen in Nidderau, an denen es immer wieder zu Zusammenstößen mit Wild, besonders mit Rehwild kommt. In der Gemarkung sind laut Herrmann in Eichen und Ostheim zwei besonders markante Gefahrenpunkte bekannt.
Die K 851 zwischen Eichen und Ostheim ist ein Gefahrenpunkt, an dem es schnell zu Wildunfällen kommen kann. Daher gilt dort Tempo 70, mehrere Warnschilder weisen auf wechselndes Wild wie Rehe und Wildschweine hin. Die K 851 zwischen Eichen und Ostheim ist ein Gefahrenpunkt, an dem es schnell zu Wildunfällen kommen kann. Daher gilt dort Tempo 70, mehrere Warnschilder weisen auf wechselndes Wild wie Rehe und Wildschweine hin.
Nidderau. 

Hans Herrmann ist schon zu vielen Wildunfällen hinzugezogen worden. „Jährlich sterben rund 25 Rehe und fünf Wildschweine auf der Landesstraße L 3347 zwischen Ostheim und dem Limeshainer Ortsteil Rommelhausen“, berichtet er. Kritisch ist es laut Herrmann auch auf der Kreisstraße 581 zwischen Ostheim und Eichen, wo das Wild vom Wald in das Feld wechselt.

Was tun nach einem Unfall?

Der DJV empfiehlt folgende Maßnahmen nach einem Wildunfall:   Als erstes die Unfallstelle sichern. Warnblinkanlage anschalten, Warndreieck aufstellen und Polizei anrufen.

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Zu einer Vielzahl von Wildunfällen kommt es an der neuen Umgehungsstraße B 45 in Windecken und in Bruchköbel-Roßdorf. „Das Wild geht die bisherigen Wechsel, auch über die neue Straße. Es dauert eine Generation, bis die festen Reviere aufgegeben werden“, erklärt Herrmann. Auch dort kommt es zu Unfällen, mit bis zu 25 Rehen pro Jahr, jedoch nur wenigen Wildschweinen.

Lenkrad gerade halten

Sieben bis acht Wildunfälle sind es im Waldgebiet Heldenbergen, nahe der Umgehungsstraße. Besonders in der dunklen, nassen Jahreszeit kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit Wild.

Gefährdet sind Autofahrer laut Herrmann in Waldstücken und Strecken entlang von Feldern und Wiesen, in den frühen Morgenstunden, abends und nachts. Dann kommen die Tiere aus ihrer Deckung und verlassen den Wald. Der Deutsche Jagdverband (DJV) gibt zu diesem Thema wertvolle Tipps auf seiner Homepage. Der DJV rät Autofahrern beim unvermittelten Auftauchen eines Wildtieres zum sofortigen Bremsen, dem Abblenden des Lichtes und beim langsamen Vorbeifahren zum kurzen Hupen.

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden, sollte laut DJV das Lenkrad gerade gehalten und gebremst werden. Bei hohen Geschwindigkeiten ist ein Ausweichmanöver nicht zu empfehlen – das Fahrzeug könnte im Graben oder im Gegenverkehr landen.

Als gefährlich stuft Hermann ein, wenn sich der Berufsverkehr mit der Dämmerung überschneidet, in der das Wild zieht. Erhöhte Vorsicht ist geboten, wenn der Waldrand an Wiesen grenzt oder Wild von Hundebesitzern oder Joggern im Wald aufgescheucht wird. Zwar ist die Wildschweinpopulation laut Herrmann deutlich angestiegen, doch sind es hauptsächlich Rehe, die Wildunfälle verursachen. So sind 2016 und 2017 insgesamt 196 Rehe geschossen und durch Unfälle ums Leben gekommen.

120 Kilo Gewicht

Generell werden Unfälle mit Wild oft unterschätzt. Laut dem DJV besitzt ein 20 Kilogramm schweres Reh bei einer Kollision mit einem Auto, das Tempo 100 fährt, noch ein Aufschlaggewicht von fast einer halben Tonne. Viel Gewicht bringt auch ein Wildschwein auf die Waage. Wie Hermann erzählt, wurde unweit der Biogasanlage ein Wildschwein mit 120 Kilo Gewicht geschossen.

„2011 haben wir 37 Wildschweine geschossen, 2016 und 2017 insgesamt 103“, sagt er. Um die Wildschweinpopulation zu reduzieren, findet pro Jahr eine Jagd statt. Wie Herrmann erklärt, ist aktuell die afrikanische Schweinepest in Deutschland zu erwarten: Durch die Seuche würden die Wildschweine dezimiert. Von CDs, Duftzäunen oder Wildwarnreflektoren zur Abschreckung des Wildes an der Straße hält er wenig. „Diese Maßnahmen sind nur eine Störung im Lebensumfeld der Tiere. Sie wirken nur, solange sie neu sind“, erklärt er.

Im Streit zwischen der Landesverkehrsbehörde „Hessen Mobil“ und dem Landesjagdverband (LJV) zu Wildwarnreflektoren konnte mittlerweile jedoch eine Einigung erzielt werden: Hessen Mobil hat sich vorerst dazu entschieden, die von der Jägerschaft finanzierten Reflektoren weiterhin entgeltfrei anzubringen, auch wenn deren Wirkweise umstritten ist. Laut dem Landesjagdverband gehen die Wildunfallzahlen im Schnitt dort 60 Prozent zurück, wo Wildwarnreflektoren angebracht sind. Das zeigten aktuelle wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte. Im Februar ist ein Gespräch dazu im hessischen Verkehrsministerium geplant.

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