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Naturschutz: Wolfgang Müller weiß alles über Salamander

Wenn es um Hirschkäfer und Salamander geht, ist er der Fachmann: Wolfgang Müller vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Sektion Rüsselsheim-Raunheim sorgt bei der Amphibien-Art sogar selbst für Nachwuchs.
Seit etwa 50 Jahren beschäftigt sich Wolfgang Müller vom  Nabu schon mit Salamandern. Dann kamen die Hirschkäfer hinzu. Seit etwa 50 Jahren beschäftigt sich Wolfgang Müller vom Nabu schon mit Salamandern. Dann kamen die Hirschkäfer hinzu.
Rüsselsheim. 

Hirschkäfer und Salamander haben eines gemeinsam: Man muss in der freien Natur schon Glück haben und genau hinschauen, will man ein lebendes Exemplar sichten. Der Salamander als Vertreter der Schwanzlurche wuselt im feuchten Untergrund. Der mit einem beeindruckenden Geweih ausgestattete Hirschkäfer (Insekt des Jahres 2012) bevorzugt Wälder und Regionen mit Eichenbäumen.

Wer zu Wolfgang Müller nach Hause kommt, kann beide bestaunen. Den Hirschkäfer freilich sorgsam präpariert und aufgespießt unter Glas. Die Salamander allerdings leben und fühlen sich bei dem Aktiven des Nabu Rüsselsheim-Raunheim pudelwohl. Denn Wolfgang Müller sorgt sogar dafür, dass der Salamander sich fortpflanzt.

Larven haben Kiemen

Dafür hat er in seinem Garten einen Raum eingerichtet, wo sich mehrere erwachsene Salamander nur um zwei Angelegenheiten kümmern müssen: fressen und sich vermehren. Groß auffordern muss man sie dazu nicht. „Das hier sind Salamander-Larven. Sie haben noch Kiemen.“ Wolfgang Müller holt eine Plastikdose hervor, in der unzählige Winzlinge im Wasser schwimmen.

Wolfgang Müller mit drei seiner Salamander, die in der Obhut des Rüsselsheimers fleißig für Nachwuchs sorgen. Bild-Zoom
Wolfgang Müller mit drei seiner Salamander, die in der Obhut des Rüsselsheimers fleißig für Nachwuchs sorgen.

Nebenan sitzen und krabbeln in einem größeren Terrarium die ausgewachsenen Salamander. „Diese hier sind über 30 Jahre alt. Sie können 50 Jahre und älter werden“, erläutert der Fachmann. Die Chancen dafür stehen in der geschützten Obhut von Wolfgang Müller bestens. Schließlich laufen die Tierchen hier nicht Gefahr, von einem Greifvogel, einem Igel oder einem anderen Fressfeind verspachtelt zu werden.

Angefangen hat alles vor einem halben Jahrhundert, als Wolfgang Müller Ausbilder bei Opel war. Zwei seiner Lehrlinge hatten auf dem Weg zur Arbeit zwei vermeintlich heimatlose Salamander „gefunden“ und sie mit in die Werkstatt gebracht. Dort bauten die handwerklich versierten Opel-Lehrlinge ein Terrarium für die Tiere. Schnell wurden die possierlichen Tierchen zu der Attraktion bei den Kollegen. „Doch das hat auch von der eigentlichen Arbeit abgelenkt“, weiß Wolfgang Müller zu erzählen. Er nahm die Salamander schließlich mit zu sich nach Hause. Es war der Beginn eines außergewöhnlichen Hobbys.

Käfer und die Startbahn

Zu den Hirschkäfern kam Wolfgang Müller über die Startbahn West. Als in den späten siebziger Jahren die umstrittene Erweiterung des Frankfurter Flughafens Gestalt annahm, waren unter anderem die Naturschutzverbände gefordert. Wolfgang Müller war schon damals beim Nabu und zählte zu denjenigen, die sich darum kümmerten, ob und in welcher Weise der Hirschkäfer wegen der umfangreichen Bauarbeiten in seinem Dasein beeinträchtigt war.

Bei Wolfgang Müller müssen sich die Salamander nur um zwei Dinge kümmern: fressen und für Nachwuchs sorgen. Bild-Zoom
Bei Wolfgang Müller müssen sich die Salamander nur um zwei Dinge kümmern: fressen und für Nachwuchs sorgen.

Schließlich wurden im Zuge des Baus der Startbahn West etliche Hektar Wald gerodet. „Wir haben damals erreicht, dass die gefällten Eichen nicht als Nutzholz verkauft, sondern in der Region verteilt wurden, auch in Rüsselsheim“, erinnert sich Müller. Noch heute bieten diese Eichenstämme dem Hirschkäfer Lebensraum.

Sein Wissen über Salamander und Hirschkäfer teilt Wolfgang Müller liebend gerne mit seinen Mitmenschen, bevorzugt mit Kindern und Senioren. Einen Computer, ein Handy und das Internet braucht das Rüsselsheimer Nabu-Urgestein nicht. Ihm reicht es völlig, bei seinen Vorträgen Begeisterung und Staunen auf die Gesichter zu zaubern.

 

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