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Karneval: Seit 60 Jahren in der Bütt und hinter den Kulissen

Marianne Hauf wurde vor wenigen Tagen für ihre 60-jährige Mitgliedschaft bei dem Fastnachtsverein Schwarze Elf geehrt. Was der Karneval für die 78-Jährige und ihren Mann Lothar bedeutet, hat sie unserer Mitarbeiterin Daniela Hamann erzählt.
Stolz hält Marianne Fautz ihren allerersten Vortrag von 1964 in der Hand. Im Hintergrund sind die Orden der „Schwarzen Elf“ zu sehen. Bilder > Foto: (Daniela Hamann) Stolz hält Marianne Fautz ihren allerersten Vortrag von 1964 in der Hand. Im Hintergrund sind die Orden der „Schwarzen Elf“ zu sehen.
Rüsselsheim. 

Marianne Fautz ist sehr gut gelaunt, an diesem Vormittag. Gastfreundlich bittet sie in ihr Wohnzimmer, wo Ehemann Lothar Fautz bereits wartet. „Es kann sein, dass während unseres Gesprächs das Telefon klingelt“, sagt Marianne Fautz entschuldigend. Und tatsächlich, gerade als alle auf dem gemütlichen Sofa im Wohnzimmer Platz genommen haben, meldet sich der Fernsprecher zu Wort. „Habe ich es nicht prophezeit“, sagt die Rüsselsheimerin und nimmt den Hörer ab.

Bei der Familie steht seit Wochen das Telefon nicht still. Denn Marianne Fautz kümmert sich seit fast 30 Jahren um den Kartenverkauf der Fastnachtssitzungen und der Rocknacht der Schwarzen Elf. „Dabei rufen oft bekannte Stimmen an“, sagt die engagierte Fastnachterin. „Wir haben viele Stammgäste, die gerne zu unseren Sitzungen kommen. Das ist schön.“ Für die Tickets der Rocknacht riefen auch viele neue und insbesondere junge Menschen an. „Das ist dann immer ganz interessant für mich“, sagt Fautz.

Zu Sitzungen begleitet

Zur Schwarzen Elf sei sie vor 60 Jahren durch ihren Mann Lothar gekommen. „Lothar hat eine Lehre bei meinem Vater gemacht. Ich habe damals ein Auge auf ihn geworfen“, gibt die rüstige Dame zu. Dabei kichert sie fast wie ein frisch verliebtes Mädchen. Lothar Fautz lächelt verträumt bei der Erinnerung an die vergangene Zeit. Er habe damals bereits im Chor des Vereins, bei den „Schwarzamseln“, gesungen. Seine heutige Ehefrau habe ihn Anfangs zu den Sitzungen begleitet und auch bei der Organisation mitgeholfen. „Im April 1958 hat mich Lothar dann mit zur Jahreshauptversammlung genommen, und seitdem bin ich Mitglied bei der Schwarzen Elf“, erzählt Marianne Fautz.

Rund 33 Jahre lang war die Rüsselsheimerin zudem als Beisitzerin im Vorstand der Schwarzen Elf aktiv. Ihr Mann Lothar hat zu diesem Zeitpunkt bereits bei den Sitzungen mit seinen Vorträgen in der Bütt begeistert. So war es nur ein kleiner Schritt für Marianne Fautz, auch selbst das Publikum mit ihren humoristischen Gedanken zu erfreuen. „1964 war es dann so weit. Da war ich zum ersten Mal in der Bütt“, erinnert sich Marianne Fautz und hält den damaligen Vortrag mit dem Titel „Eine leidende Ehefrau eines Schwarzen Elfers“ in der Hand. Den Text habe ihr Mann verfasst. „Ich habe am Ende jedoch noch akribisch daran gefeilt“, sagt die Fastnachterin lachend und liest gleich ein paar Zeilen daraus vor.

Platz für den Nachwuchs

Bis 1994 habe sie dann fast in jedem Jahr einen Vortrag bei den Sitzungen gehalten. Höhepunkte seien beispielsweise die humoristischen Reden mit den Titeln „Urlauberin“, „Spritzschwester“, „Orakelheide“, „Rätselkönigin“ oder „Knollebopp“ gewesen. Doch irgendwann sei dann die Zeit gekommen, dem Nachwuchs Platz auf der Bühne zu machen. Auch die drei Kinder von Marianne und Lothar Fautz engagierten sich bei der Schwarzen Elf, so tanzen die beiden Töchter Ballett im Verein. „Heute sieht es mit dem Nachwuchs leider wieder etwas anders aus. Nun muss man ihn wieder händeringend suchen“, bemerkt Marianne Fautz. Sie könne sich jedoch nicht vorstellen, wieder auf der Bühne zu stehen. Lieber kümmere sie sich weiter um den Kartenverkauf, so die gelernte Bürokauffrau. Das sei auch ziemlich zeitintensiv. „Vor allem mache ich mir vor jeder Sitzung Sorgen, dass auch alles klappt“, gibt Fautz zu. Oft holten Gäste ihre Karten erst am Abend der Veranstaltung ab. „Wenn sie dann zu spät kommen, gibt es manchmal Ärger mit den Sitznachbarn“, plaudert die Fastnachterin aus dem Nähkästchen.

So sei sie vor jeder der vier Sitzungen – in närrischem Outfit – schon mindestens eine Stunde vorher vor Ort, um noch einmal alles zu prüfen, sagt Marianne Fautz. Und wenn dann alles gut läuft, „freue ich mich ganz doll für den Verein“. Sie ist eben eine echte Fastnachterin.

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