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Neuer Standort: Unterschrift für Mega-Investition in Hattersheim

Von Einen „Aufbruch in Hattersheim“ sieht Landrat Michael Cyriax (CDU), wenn es um die Neuansiedlung von e-shelter geht. Das Unternehmen, das IT-Dienstleistungen anbietet, investiert in den neuen Standort mehr als 350 Millionen Euro.
e-shelter-Chef Rupprecht Rittweger (von links) und Bürgermeister Klaus Schindling. Bilder > e-shelter-Chef Rupprecht Rittweger (von links) und Bürgermeister Klaus Schindling.
Hattersheim. 

Wäre es eine Wunschlotterie, so hat Hattersheim mit dieser Mega-Investition zweifellos ein Traum-Los gezogen: e-shelter, ein europaweit operierendes Unternehmen aus der IT-Branche, investiert rund 350 Millionen Euro in einen neuen Standort an der Voltastraße. Mit weiteren Investitionen von IT-Firmen, die sich wegen des neuen Rechenzentrums in der einstigen Rosenstadt ansiedeln, wird gerechnet. So wird voraussichtlich innerhalb von wenigen Jahren eine Summe von rund 500 Millionen Euro am Standort Hattersheim verbaut werden.

e-shelter ist einer der führenden Rechenzentrumsanbieter in Europa und ein Ableger des in Asien beheimateten Unternehmens NTT Communications. Bei einem Pressetermin wurden der Kaufvertrag für den Grundstückserwerb von Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) sowie von e-shelter-Geschäftsführer Rupprecht Rittweger unterzeichnet. Klaus Schindling sprach von einer „großen Chance für Hattersheim“ sowie von dem „Quentchen Glück“, das notwendig sei, um solch eine Ansiedlung erfolgreich durchzuführen.

Einsparung von Energie

Umweltfreundlich und nachhaltig – so präsentierte sich das Unternehmen. Der Betrieb der neuen Niederlassung im Gewerbegebiet „südliche Voltastraße“ werde keine große Verkehrsbelastung mit sich bringen, erklärte der e-shelter-Geschäftsführer Rupprecht Rittweger. Der 47-Jährige gründete e-shelter im Jahr 2000 und ist als Chief Executive Officer für die Unternehmensführung verantwortlich. Es gebe, so erläuterte Rittweger weiter, außerdem keine Lieferfahrzeuge, die Lärm und Abgase erzeugen und die Straßen im Berufsverkehr verstopfen. Lediglich viele der künftigen 200 bis 250 Mitarbeiter fahren mit dem Auto ins Gewerbegebiet. Die Nutzung der Groß-Investition geschieht dagegen sauber und ruhig. Außer einem Summton, der vom Umspannwerk ausgeht, wird es dort mucksmäuschenstill zugehen. Energie wird auch noch gespart, erläuterte der e-shelter-Gründer. Denn mit der Nutzung des Rechenzentrums benötigen die Kunden keine stromfressenden luftgekühlten Rechner mehr. Die e-shelter-Rechenzentren übernehmen die Lieferung von Stromkapazitäten für ihre Kunden.

Eine Trafo-Station, das Umspannwerk sowie ein Gebäudekomplex mit Büro und Sozialräumen werden auf dem Areal an der Voltastraße gebaut, das in früheren Jahren teilweise der „Selbsthilfe im Taunus“ (SiT) gehörte. Nach der SiT-Insolvenz erwarb e-shelter diese Fläche. Zusätzlich kaufte das Unternehmen die angrenzenden städtischen Grundstücke über die Hessische Landgesellschaft (HLG), die mit der Vermarktung beauftragt worden war.

Insgesamt fünf Gebäude

Der Investor hat das in zwei Bauabschnitten entstehende neue Rechenzentrum auf dem Gewerbeflächenareal „Frankfurt 4 Data Center“ genannt. Gebaut wird auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern ein Rechenzentrum. Auf insgesamt fünf Gebäude wird die Anlage schrittweise ausgebaut. Das erste Rechenzentrumsgebäude mit einer Leistung von 9,7 Megawatt (MW) wird Anfang 2019 eröffnet. Sind alle Anlagen fertig erstellt, stehen an dem Standort bis zu 60 MW Stromleistung für Kunden zur Verfügung. Zum Vergleich: Eine Großstadt wie Rüsselsheim benötigt, ohne die Opel-Werke, für den Betrieb von PC-Anlagen rund 14 MW.

Doch mit was verdient das Unternehmen eigentlich sein Geld? Rupprecht Rittweger erklärte das Geschäftsmodell: „Wir sind Dienstleister für unsere Kunden, die aus verschiedenen Branchen, wie beispielsweise aus dem Handel, dem Finanzsektor oder von öffentlichen Institutionen, kommen. Wir stellen ihnen den Platz für deren Rechner zur Verfügung. Dazu werden außerdem Energie und Sicherheit für diese Anlagen geliefert.“

Das Unternehmen betreibt außer in Deutschland in Europa zudem Rechenzentren in Zürich und Amsterdam, geplant sind weitere in London, Madrid und Warschau. Übrigens: Derzeit gibt es zwei e-shelter-Rechenzentren in Eschborn sowie in Frankfurt-Rödelheim. Der juristische Firmensitz des Eschborner Betriebs wird nach Hattersheim verlegt, wie am Rande des Pressegesprächs bekannt wurde.

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