E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Vilbel 26°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

„Kompass“ für die Sicherheit: Polizeipräsidium stellt neues Programm zum Schutz vor Kriminalität vor

Von Mit dem Programm „Kompass“ möchte die Polizei die Sicherheit in den Kommunen verbessern. Im Main-Taunus-Kreis stößt das Projekt auf großes Interesse, auch wegen der positiven Erfahrungen in Schwalbach.
Bei den Weinfesten in Bad Soden kam es mehrfach zu unschönen Zwischenfällen, die das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigen. Foto: Maik Reuß Bei den Weinfesten in Bad Soden kam es mehrfach zu unschönen Zwischenfällen, die das Sicherheitsgefühl der Bürger beeinträchtigen.
Main-Taunus. 

Fünf Kommunen aus dem Kreisgebiet waren vertreten, als das Polizeipräsidium Wiesbaden das Programm „Kompass“ im Hofheimer Landratsamt vorstellte – Schwalbach, Hofheim, Hattersheim, Eschborn und Bad Soden. Ob die anderen sieben davon ausgehen, es gäbe in Sachen Sicherheit nichts zu verbessern in ihren Orten? Das kann eigentlich nicht sein, wie der erst im Frühjahr veröffentlichten Kriminalstatistik für den Kreis zeigt.

Umgekehrt wird auch keiner der Verantwortlichen davon sprechen, dass es übergroße Defizite gebe. „Wir machen schon fast alles“, so auch Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner mit Blick auf die vielfältigen Projekte, die im Rahmen des Programmes „Kompass“ realisiert werden könnten. Aber nichts sei so gut, als dass es nicht noch Verbesserungen geben könne.

Bürger gefragt

Es komme darauf an, so Exner, die richtigen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu bekommen. Und tatsächlich gehe es darum, die Sicherheit durch ein enges Zusammenwirken von Bürgern, Kommunen und Polizei zu verbessern, so Polizeipräsident Stefan Müller. Ziel sei auch, die Kluft zwischen objektiver Sicherheitslage und subjektivem Sicherheitsgefühl kleiner zu machen.

Dabei ist „Kompass“ zunächst ein ziemlich formalisierter Prozess. Die Kommunen müssen die Teilnahme beschließen und einen festen Ansprechpartner benennen. Das Polizeipräsidium entscheidet über die Aufnahme, gemeinsam wird dann eine erste Sicherheitskonferenz vorbereitet. Zu der werden die unterschiedlichsten Gruppen eingeladen, von der Handwerkskammer bis zur Schülervertretung. Die soll die Sicherheitslage analysieren, dann wird eine Fragebogenaktion gemacht, um die Sicht der Bevölkerung einfließen zu lassen. Es entsteht ein Programm konkreter Maßnahmen, das bei einer zweiten Sicherheitskonferenz besprochen und dann umgesetzt wird. „Die Kommunen haben den Hut auf“, betont Petra Lezius, die im Polizeipräsidium die Stabstelle Prävention leitet. Letztlich wird also in den Rathäusern entschieden, was gemacht wird.

Bad Soden sei dabei schon weit vorangekommen. Mit breiter Mehrheit sei im Magistrat die Teilnahme beschlossen worden, für September ist ein Auftaktgespräch geplant. Der Bürgermeister hat auch schon Ideen, welche Themen im Rahmen des Projektes „Kompass“ bearbeitet werden könnten. Da ist zuerst die Situation rund um den Bahnhof und in den Kurparks, die zu passieren an manchen Abenden durchaus als unangenehm empfunden würde – es ist laut, und es kommt auch zu Sachbeschädigungen. Da ist zweitens die Sicherheit der Feste – bekanntlich hat es auf den Weinfesten schon sehr handfeste Probleme gegeben. Und da ist drittens der Wohnungseinbruch, der kreisweit zwar zurückgegangen ist, sich in Bad Soden aber bei mehr als 60 Fällen jährlich eingependelt hat.

Spannend in den Kommunen ist die Frage, welche Ressourcen man bereit stellen kann und möchte. Nicht alles kostet viel Geld, aber eine Videoanlage kann leicht einen auch einen niedrigeren sechsstelligen Betrag verschlingen. Personal ist auf jeden Fall nötig. „Wir hatten Phasen, da waren vier oder fünf Amtsleiter dauernd damit beschäftigt“, berichtet Christiane Augsburger, Bürgermeisterin von Schwalbach, das als Pilotkommune eine Weile im Programm ist und nach Augsburgers Worten auch Erfolge vorweisen kann. Sie empfiehlt, „Kompass“ als Chance zu sehen, die man nutzen solle. Außer Hofheim und Bad Soden haben Hattersheim, Eschborn und Sulzbach Interesse signalisiert. Polizeipräsident Müller hofft, dass sich noch mehr Kommunen aus dem Kreis anschließen.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen