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MTZ: Fußball-Artisten zeigen erstaunliche Kabinettstückchen

Von Sie lassen den Ball auf der Stirn, auf den Schultern und auf der Hacke tänzeln. Ihre Tricks, ihr Ballgefühl und ihre Kunststücke dürften selbst Weltstars wie Ronaldo und Messi begeistern. Im Main-Taunus-Zentrum (MTZ) haben zwei sogenannte Freestyler sehenswerte Nummern abgezogen. Wie gelingt ihnen das?
Sie sind nicht bei der WM, beherrschen aber allerlei Kunststücke: Die Fußball-Artisten (Freestyler) Dana Embacher (17) und Camill Hauser (31) haben ein großartiges Ballgefühl. Im MTZ gaben sie jüngst Kostproben ihres erstaunlichen Könnens. Foto: Maik Reuß Sie sind nicht bei der WM, beherrschen aber allerlei Kunststücke: Die Fußball-Artisten (Freestyler) Dana Embacher (17) und Camill Hauser (31) haben ein großartiges Ballgefühl. Im MTZ gaben sie jüngst Kostproben ihres erstaunlichen Könnens.
Sulzbach. 

Selbst gute Fußballer schnallen bei dem Anblick ab. Froschgrün ist das Sport-Hemd jenes Mannes, der da Kabinettstückchen im Stakkato-Stil vollführt. Er lässt den Ball auf dem Kopf und auf den Schultern tänzeln, ohne dass das Runde, das normalerweise ins Eckige gehört, zu Boden fällt. Camill Hauser, ein bärtiger Bursche mit Stirnband, geht langsam in die Hocke. Noch immer klebt der Ball auf seiner Stirn.

Wer zuschaut, könnte meinen: Gleich fällt die Kugel, irgendwann müssen doch die Gesetze der Gravitation greifen. Aber der Ball fällt nicht. Der 31 Jahre alte Fußball-Artist scheint die Physik außer Kraft zu setzen. Er gleitet langsam und wachsweich auf den Rücken. Das Bällchen tänzelt als weiter auf der Stirn. So geht das ein Weilchen. Dann richtet der Ball-Jongleur sich wieder auf, ohne die Kontrolle über die „Pille“ zu verlieren.

Zauberei mit der Hacke

So was können nur Männer! Wie bitte? Ha! Also, bitte. Längst müssen sich Frauen und Mädchen im Fußball nicht mehr verstecken. Camill Hauser tritt zur Seite und überlässt Dana Embacher die Bühne. Die junge Frau, rank und schlank, schnippelt den Ball mit dem linken und dem rechten Fuß. Das sieht sehr gefühlvoll, aber noch machbar aus. Doch dieser Einstieg ist nur das laue Vorspiel für Kunststückchen, die selbst sehr viele Bundesliga-Profis kaum hinbekommen dürften. Die gerade mal 17 Jahre alte Schülerin lässt den Ball auf ihren Hacken hüpfen. Zack, zack, links, rechts, links, rechts. Sie vollführt Scherenschläge, bei denen sie die Oberschenkel ruckzuck über den Ball hinwegführt. Die Jugendliche klemmt den Ball für Bruchteile von Sekunden zwischen den Innenseiten ihrer Oberschenkel ein. Jetzt fällt der Ball! Nein, nein. Keine bange. Dana patzt nicht. Weiter geht’s. Links, rechts, links, rechts.

Stundenlanges Training

Camill Hauser, der in einschlägigen Internetforen als Pionier der Fußball-Artisten (Freestyler) bezeichnet wird, und Dana passen wunderbar ins MTZ-Fußball-Programm zur WM in Russland. Während sie auftreten, zücken Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre Mobiltelefone. Sie machen Fotos und nehmen kurze Filmchen auf.

Der 31-Jährige aus Stuttgart und die angehende Abiturientin beherrschen Fußballtricks, die auch Weltstars wie Ronaldo, Messi oder Toni Kroos erstaunen dürften. Die Zauberkünste setzen supergutes Ballgefühl voraus und Training. Training, Training, Training. Sie übe etwa zwei Stunden pro Tag, verrät Dana, die bei der SSG Ulm 99 spielt. Gerade die Kinder seien fasziniert, wenn sie ihre unglaublichen Ballkünste darbietet. „Die finden das cool und fragen, ob sie Einzelunterricht haben könnten.“ Beinahe noch größere Augen machen die Fußball-Senioren, die Dana erstmals beim Zaubern zugucken. Aber in ihrem Heimatverein wissen die Kicker inzwischen längst, was die 17-Jährige draufhat. Da bleibt niemandem mehr der Atem weg.

Er habe früher „bis zu fünf Stunden am Tag trainiert“, erzählt Camill Hauser, der „schon immer fußballverrückt war“, sich zum staatlich geprüften Informatiker ausbilden lässt und sein Pensum daher etwas reduziert hat. Fußball-Artisten mögen ebenen Grund. Fürs Training eigne sich Asphalt besser als eine Wiese, sagt Camill, der äußerlich ein wenig an den gleichaltrigen Bundesligaprofi Martin Harnik erinnert. Freestyle ist keine Nische mehr. Es gibt Deutsche Meisterschaften, sogar Weltmeisterschaften. Doch wer das Spiel auf dem großen Rasen mit dem Freestyle vergleicht, ist schiefgewickelt. Camill sagt, dass das zwei Paar Schuhe seien. Freestyle sei „ein Ausschnitt von Fußball“.

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