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Folgen des Bus-Chaos im Main-Taunus-Kreis: Eppsteiner Bahnhof: "Fahrgäste wecken Busfahrer"

Von Was sind die Konsequenzen aus dem Chaos im Busverkehr? Erstmal werden die Firmen, die nicht ordentlich geliefert haben, zur Kasse gebeten.
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) nehmen die Fehlleistungen der Busunternehmen, die 14 Linien im Main-Taunus-Kreis übernommen haben, nicht mehr hin. Foto: Knapp Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) nehmen die Fehlleistungen der Busunternehmen, die 14 Linien im Main-Taunus-Kreis übernommen haben, nicht mehr hin.
Main-Taunus. 

Das seit dem Fahrplanwechsel andauernde Chaos im Busverkehr im Main-Taunus-Kreis schreibt immer neue Geschichten. So wusste ein Fahrgast gestern zu berichten, dass ein Busfahrer am Eppsteiner Bahnhof eingeschlafen sei, so dass „die Fahrgäste ihn wecken mussten“, damit die Fahrt angetreten werden konnte. Das war bereits am vergangenen Donnerstag, aber ein fahrplanmäßiger Betrieb konnte auch über das Wochenende nicht erreicht werden. So gut wie reibungslos fahren inzwischen die Busse der Transdev, sagte gestern Roland Schmidt, Geschäftsführer der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV). Davon kann auf den Strecken der DB Busverkehr Hessen, die vor allem im Ostkreis unterwegs ist, keine Rede sein.

Derweil beginnt die Diskussion über Konsequenzen des misslungenen Betreiberwechsels. Das Thema wird im nächsten Jahr auch die Politik beschäftigen. Die Linke im Kreistag hat eine Anfrage eingebracht, mit der sie sich nach Ursachen und Folgen erkundigt. Unter anderem geht es um die Ausschreibung der Linien.

„Die Ausschreibung musste nicht ins Chaos führen“, so der Kreisbeigeordnete Johannes Baron (FDP), der Aufsichtsratsvorsitzende der MTV. Aus seiner Sicht war es richtig, die Ausschreibung in drei Bündel aufzuteilen. Das Ziel, dass mittelständische Betriebe zum Zuge kommen können, wurde zwar nicht erreicht, aber wenigstens lief ein Teil des Verkehrs nach dem Fahrplanwechsel reibungslos weiter.

Baron macht deutlich, dass die MTV es nicht dabei belassen habe, nach der Ausschreibung die Verträge zu unterschreiben. Es habe immer wieder Gespräche mit den Busunternehmen gegeben, nie habe man das Signal bekommen, dass es Probleme geben könnte. Das nimmt Baron vor allem der DB Busverkehr Hessen übel, denn andernfalls hätte man irgendwie reagieren können.

Jetzt werden die Firmen, die nicht ordentlich geliefert haben, zur Kasse gebeten. Die Verträge sehen in solchen Fällen Strafzahlungen vor, berichtet MTV-Chef Schmidt. Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) geht so vor, ebenfalls die Frankfurter Verkehrsgesellschaft Traffiq. Deren Sprecher Klaus Linik übrigens wundert sich nicht über die Schwierigkeiten im Main-Taunus-Kreis – nachdem die Bahnbusse 2014 in Frankfurt Strecken übernahmen, kam es zu ähnlichen Problemen. „Nach zwei Jahren wird immer noch nicht die Qualität geliefert, die wir erwarten“, so Linek.

Der ist daher froh, dass Traffiq einige Strecken nicht ausgeschrieben, sondern direkt vergeben hat. Ob das eine Alternative für die MTV wäre? Es müssten triftige Gründe für einen Verzicht auf eine Ausschreibung geltend gemacht werden, weiß Linek. In Frankfurt sei es darum gegangen, die Existenz eines kommunalen Verkehrsunternehmens zu sichern. Das kommt im MTK nicht in Frage, da die Kommunen keine eigenen Verkehrsbetriebe haben.

Für den Kreisbeigeordneten Baron geht es jetzt auch darum, mit der DB Busverkehr Hessen klar zu kommen. Der Ton sei nicht mehr freundlich, lässt er durchblicken; ein Fachbüro prüft, welche Möglichkeiten die MTV hat. Über die ohnehin fälligen Strafzahlungen sind mehrere Eskalationsstufen möglich, bis hin zur Kündigung der Verträge. Genau dies hat gestern RMV-Geschäftsführer Knut Ringat angedroht. Aber was bringt das, wenn keiner zur Verfügung steht, der den Betrieb übernehmen kann?

„Wir schauen genau, wie es nach den Ferien weiter geht“, setzt RMV-Sprecherin Petra Eckweiler indirekt eine Frist. Für Baron steht aber schon fest, dass die DB Busverkehr Hessen ein „moralisches Problem mit der Unternehmenskultur“ hat. Für ihn steht auch die Frage im Raum, ob ein solches Unternehmen von künftigen Ausschreibungen ausgeschlossen werden könne. Für jeden denkbaren juristischen Schritt sei es wichtig, die Probleme zu dokumentieren, appelliert Baron an die Fahrgäste, die MTV möglichst detailgenau über jeden Ärger zu informieren.

DB-Sprecher Thomas Bischoff erklärte unterdessen, dass man weitere Subunternehmen beauftragt habe, um die Lage zu entspannen. Seite 22

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