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Leseparadies: Die Bücherei möchte schon die Jüngsten für Bücher begeistern

Von Junge Leseratten gewinnen und zur Literatur führen – das ist eines der großen Ziele der Sulzbacher Bücherei. Deshalb wurde eine neue Leseecke für Kinder eingerichtet, in der die Knirpse in einer gemütlichen Atmosphäre schmökern können.
Die ersten Kinder haben es sich in der neuen Leseecke der Sulzbacher Bücherei schon gemütlich gemacht (von links): Josephine, Viola, Amelie, Lara, Hannah und  Elin. Foto: Hans Nietner Die ersten Kinder haben es sich in der neuen Leseecke der Sulzbacher Bücherei schon gemütlich gemacht (von links): Josephine, Viola, Amelie, Lara, Hannah und Elin.
Sulzbach. 

Sie haben Regale etwas zusammengerückt und die Gänge verkleinert, um mitten im Erdgeschoss des Büchereigebäudes im Bürgerzentrum Frankfurter Hof ein Kinder-Leseparadies einzurichten. Auf einem neuen, runden, bunt bestickten Teppich mit blauem Untergrund stehen gemütliche knallrote Sitzkissen und kleinere Babystühlchen. In den Regalen rundherum sind die Leseangebote und Hörbücher für Kinder und Jugendliche zu finden.

„Wir haben uns mit der Einrichtung der Kinderecke einen großen Traum erfüllt“, sagt Carol Koller, die gemeinsam mit Doritt Christian und Ursula Groh vor vier Jahren die Leitung der Sulzbacher Evangelisch-öffentlichen Gemeindebücherei übernommen hat.

Schon nach wenigen Wochen stellt das Bücherei-Team fest, dass sich die Veränderung gelohnt hat. Die Kinder sind begeistert und nehmen die neue Lese-Landschaft gerne an. Auf großes Interesse – so Carol Koller – stoßen bei den Kindern Sachbücher, Musikbücher und Lektüre, in denen Weltliteratur kindgerecht aufgearbeitet ist.

Für Kindergartengruppen und Schulklassen ist die Bücherei außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten auch vormittags offen. Da lesen die Bücherei-Mitarbeiterinnen vor und präsentieren im Keller ein sogenanntes Bilderbuch-Kino.

Weniger Ausleihen

Das Fazit des Bücherei-Teams nach der Auswertung der Statistik 2017: Die Ausleihen gehen etwas zurück, aber es gab 83 Neuanmeldungen. Einen Grund für den Rückgang sieht Carol Koller neben dem unaufhaltsamen Vorpreschen der E-Books auch darin, „dass die Schulbüchereien aufgerüstet haben“. Carol Koller sagt aber: „Die Hauptsache ist, dass die Kinder lesen. Woher die Bücher kommen, ist egal.“

Der Konkurrenz der E-Books will und kann die Sulzbacher Gemeindebücherei nichts gegenhalten. „Das können wir uns als evangelische Bücherei nicht leisten“, bemerkt Carol Koller, die darauf hinweist, dass es sich in Bad Soden und Schwalbach um städtische Büchereien handelt und in Bad Soden sogar das Angebot besteht, Tageszeitungen zu lesen.

Allerdings ist die Unterstützung der kommunalen Gemeinde in Sulzbach seit Jahren gewährleistet und ein wichtiger Pfeiler der Finanzgestaltung. „Ohne diese Hilfe würden wir alt aussehen“, unterstreicht Carol Koller.

Die Sulzbacher Bücherei hatte sich bemüht, Flüchtlinge für das Lesen deutscher Texte zu begeistern. Dafür werden Kurzfassungen bekannter Literaturwerke und Romane in leicht verständlicher Sprache angeboten. Diese Bücher stoßen auf Resonanz bei Lesern, die sich schnell noch einmal an die Inhalte dieser Bücher erinnern wollen – die Resonanz bei den Flüchtlingen ist aber eher enttäuschend.

Die Bibliothek in Zahlen

Noch ein Blick auf die Statistik: Ende 2017 wurden 421 aktive Leser registriert, im Jahr davor waren es 448. Der Bestand von Büchern und Hörbüchern ist von 2016 bis 2017 von 8695 auf 8926 gestiegen. Insgesamt wurden 2017 11 972 Entleihungen registriert, im Jahr davor waren es 13 467. Bei den 11 972 Entleihungen entfielen 201 auf Sachliteratur, 4123 auf Belletristik und 6773 Kinder- und Jugendliteratur und 875 CDs.

Das Büchereiteam hat im Jahr 1233 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, noch mehr als im Jahr davor (1194). Zu diesem Team gehören neben dem Leiterinnen-Trio noch Ute Biederbick, Svenja Gattung, Jutta Hanusch, Gudrun Hildmann, Ines Kaiser, Petra Kukelka, Christina Langer, Ursula Weber und Christa Wesner. Jubiläen feiern 2018 Svenja Gattung (10 Jahre Mitarbeit), Ulrike Groh (15 Jahre) und Jutta Hanusch (20 Jahre). Am längsten dabei – nämlich seit 42 Jahren – ist die 82 Jahre alte Ursula Weber, die 27 Jahre lang die Leiterin war. Doritt Christian: „Wir haben alle viel Spaß, und es wird uns nie langweilig.“

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