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Ultranet: Ausschuss sucht nach Fehlern bei Messungen wegen Hochspannungsleitung

Von Die Stadt Hofheim hat Messungen an den Hochspannungsleitungen beauftragt. Mit diesen Leitungen befasst sich auch ein Akteneinsichtsausschuss. Eigentlich aber geht es um die geplante Hochspannungsleitung Ultranet.
Andreas Hegeler leitet den Akteneinsichtsausschuss. Foto: Knapp Andreas Hegeler leitet den Akteneinsichtsausschuss.
Hofheim. 

Natürlich kann man durch heutige Messungen nicht feststellen, welchen Belastungen durch elektrische oder magnetische Felder die Menschen später in der Nähe der geplanten Hochspannungsleitung Ultranet ausgesetzt sind. Aber für die politische wie auch die rechtliche Bewertung der Trasse kann der Zustand schon vor dem Bau eine Rolle spielen. Deshalb hat die Stadt, wie der Magistrat jetzt berichtete, eine Firma mit Messungen an den bestehenden Leitungen in den Stadtteilen Wildsachsen, Langenhain, Marxheim und Diedenbergen beauftragt.

Grenzwerte einhalten

„Grundsätzlich sollte die Belastung durch elektrische und magnetische Felder so gering wie möglich sein“, heißt es auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz. Weil man nach diesem Grundsatz aber überhaupt keine elektrischen Anlagen bauen kann, gibt es Grenzwerte. Die schützen, so das Bundesamt, „nach dem heutigen Stand der Wissenschaft vor nachgewiesenen schädlichen Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder“.

Der Grenzwert für elektrische Felder beträgt 5,0 Volt pro Meter (V/m). In Idstein wurden 4,9 V/m gemessen, ließen die Hofheimer Grünen wissen, als sie im April die Messungen beantragten. Dass die Werte in Hofheim ähnlich hoch sind, ist zwar nicht zwingend. Aber die Messwerte aus Idstein zeigen, dass auch eine Überschreitung der Grenzwerte im Bereich des Möglichen liegt. Zumal die Leitung nach Angabe der Grünen nicht in vollem Betrieb war.

Diese Fragen spielen eine Rolle im Genehmigungsverfahren für Ultranet, bei dem erstmals eine Gleich- und eine Wechselstromleitung gemeinsam über die Masten geführt werden. Im ersten Schritt geht es formal zwar um einen breiten Trassenkorridor, tatsächlich aber rücken, wenn dies geschafft ist, die Pläne näher, die Leitungen genau dort zu spannen, wo es schon welche gibt. In diesem ersten Schritt sind derzeit die Planunterlagen offengelegt, die Bürger können sie einsehen entweder über die Internetseite der Bundesnetzagentur oder in deren Außenstelle in der Elly-Beinhorn-Straße 2 in Eschborn. Öffentlich sind die Akten noch bis zum 20. Juli, Anregungen und Bedenken können bis zum 20. August eingereicht werden.

Die Stadt Hofheim verlangt dabei, die Leitung entweder linksrheinisch durch den Hunsrück oder notfalls auch als Erdkabel zu verlegen. Sowohl die Firma Amprion als Leitungsbetreiber als auch die Bundesnetzagentur räumen ganz offen ein, dass weder das eine noch das andere wegen der höheren Kosten in Erwägung gezogen werden soll. Sollten tatsächlich Grenzwerte überschritten werden, wäre dies ein starkes Argument gegen diese Position.

Die Bürgerinitiativen gegen Ultranet setzen auch darauf, dass sich herausstellt, dass die bestehende Leitung nicht ordnungsgemäß genehmigt wurde, in dem Fall kann man kaum auf ohne Genehmigung gebaute Masten zusätzliche Leitungen ziehen. Die Stadtverordnetenversammlung hat auf Antrag der Linken einen Akteneinsichtsausschuss eingesetzt, der diese Frage anhand der vorliegenden Unterlagen klären soll.

Nichtöffentiche Sitzung

Der Ausschuss hat seine Arbeit aufgenommen, zum Vorsitzenden wurde der CDU-Stadtverordnete Andreas Hegeler gewählt. Der Ausschuss hat seinen Mitgliedern sechs Wochen Zeit gegeben, die etwa acht Ordner anzuschauen, die es dazu gibt. Der Ausschuss berät nichtöffentlich und vertraulich, die nächste Sitzung ist am 13. August. Nach Informationen dieser Zeitung gibt es aber Erkenntnisse, die nach Einschätzung von eingeschalteten Anwälten darauf hindeuten, dass zumindest nicht für alle bisherigen Ausbauschritte die notwendigen Genehmigungen vorliegen.

Derweil hat die Linken-Stadtverordnete Barbara Grassel in den Genehmigungsunterlagen einen Fehler in Kartendarstellungen gefunden und die zuständigen Politiker in Stadt und Kreis darüber informiert. „Das dürfte auf jeden Fall ein Formfehler bei der Auslegung sein“, sagt sie. Eine juristische Einschätzung über die Folgen dieses tatsächlichen oder vermeintlichen Fehlers gibt es noch nicht.

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