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Auf Eifersucht folgt Gefängnisstrafe

Von Eifersucht ist eine Leidenschaft ist eine Sucht, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft – und Stoff für gerichtliche Auseinandersetzungen. Sieben Monate Haft kann es da schon geben.
Foto: imago stock&people (imago stock&people)
Schwalbach. 

Ein 41-jähriger Türke aus Schwal-bach muss für sieben Monate ins Gefängnis. Königsteins Strafrichte-rin hatte es als erwiesen angesehen, dass er in den frühen Morgenstun-den des 20. August 2017 seiner Ex-Lebensgefährtin im Streit so heftig ins Gesicht geschlagen hat, dass ihr Kopf gegen einen Türrahmen geflo-gen ist, was zu einer Platzwunde geführt hat.

Der Mann soll außerdem versucht haben, seinen Bruder zu schlagen. Da die Schläge aber ins Leere gingen und es der Bruder nicht einmal für nötig befunden hat, vor Gericht als Zeuge zu erscheinen, wurde dieser Teil der Anklage im Hinblick auf die ansonsten zu erwartende Strafe eingestellt.

Das Gericht hielt dem bereits mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraften Mann sein Teilgeständnis zugute, aber auch dass er der Frau, der Mutter von zwei seiner Kinder, eine Aussage vor Gericht erspart hatte. Erschwerend hinzu kam aber, dass die Tat nur wenige Monate nach der letzten Verurteilung verübt wurde, noch dazu während dreier laufender Bewährungen. Die Warnung des Königsteiner Amtsgerichts, das da-mals noch eine letzte Chance auf eine Bewährung rechtfertigende positive Sozialprognose gesehen hatte, war bei dem Mann nicht angekommen.

Der Mann, der trotz Trennung von seiner früheren Lebensgefährtin, im wesentlichen der beiden gemeinsamen Kinder wegen, mit ihr nach wie vor in Kontakt steht, hatte eingeräumt, dass es in der Nacht nach einem Festbesuch in der Wohnung der Frau zum Streit gekommen ist. Es habe ihn geärgert, dass dort offenbar sein Bruder ein- und ausging. Auch in der Nacht sei er wieder da gewesen. Erst habe er versucht, den Bruder mit Schlägen aus der Wohnung zu treiben, wobei es aber beim Versuch geblieben sei, er habe ihn nicht getroffen. Als sich die Frau eingemischt, ihn provoziert und mit der Polizei gedroht habe, sei es zu den Schlägen gekommen.

Der Verteidiger, der den Angeklagten seit Jahren juristisch betreut, sprach von schwierigen Verhältnissen, die auch mit den bisher ergebnislos verlaufenen Bemühungen seines Mandanten, seiner Rauschgiftsucht Herr zu werden, zu tun hätten. Zuletzt habe er einen „kalten Entzug“ in der Türkei versucht, der aber auch keinen Erfolg gehabt habe. Auch wisse die Frau genau, mit welchen Provokationen sie ihren Ex zum Ausrasten bringen könne. Wenn dann auch noch, wie im vor-liegenden Fall, Alkohol im Spiel sei, gehe es „richtig rund“.

Dem Gericht fehlte jegliches Verständnis dafür, dass der Angeklagte trotz der Trennung entscheiden wolle, wer bei der Frau seine Nachfolge antritt, noch dazu in ihrer Wohnung. Raum für eine Bewährungsstrafe, die vom Verteidiger letztmalig erbeten worden war, sahen weder Amtsanwältin noch Richterin. Bei allem, was bisher passiert sei, habe der Mann wissen müssen, was für ihn auf dem Spiel steht, so die Richterin. Sie fragte sich, wo sie bei dreimaligem Bewährungsversagen eine positive Sozialprognose hernehmen solle.

Auch die Amtsanwältin hatte nicht den geringsten Hinweis darauf gesehen, dass sich der Angeklagte künftig straffrei führen werde. Dass der Mann der Frau das Recht absprach, selbst zu entscheiden, wen sie in ihrer Wohnung übernachten lasse und dass er seinen Bruder, immerhin den Onkel seiner Kinder, mit eifersuchtsmotivierten Schlägen zu vertreiben suchte, zeige das hohe Maß an Selbstherrlichkeit, mit der er offenbar glaube, seinen Willen mit Gewalt durchsetzen zu können. Die Amtsanwältin hatte sogar acht Monate ohne Bewährung beantragt.

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