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Bebauungspläne: Streit um Sportplatz in Hadamar geht weiter

Am kommenden Dienstag endet die Offenlegung der Bebauungspläne für einen neuen Kunstrasenplatz des Sportvereins Rot-Weiß Hadamar. Laut Bürgermeister Michael Ruoff ist der Bauantrag des Vereins genehmigungsfähig. Gerhard Krüger von der Bürgerinitiative gegen den Platz ist anderer Meinung.
Direkt neben dem bestehenden Kunstrasenplatz in Niederhadamar soll auf einem Nachbargrundstück das neue Fußballfeld entstehen. Laut Bürgemeister Michael Ruoff ist nicht mehr fraglich, ob der Platz kommt, sondern nur noch, wie er finanziert wird. Foto: Klaus-Dieter Häring Direkt neben dem bestehenden Kunstrasenplatz in Niederhadamar soll auf einem Nachbargrundstück das neue Fußballfeld entstehen. Laut Bürgemeister Michael Ruoff ist nicht mehr fraglich, ob der Platz kommt, sondern nur noch, wie er finanziert wird.
Hadamar. 

Wann die Spieler von Rot-Weiß Hadamar die ersten Bälle über ihren neuen Sportplatz „Am Zipfen“ kicken, steht noch nicht fest. Dass es dazu kommen wird, steht für Bürgermeister Michael Ruoff (CDU) jedoch außer Frage. „Aus unserer Sicht ist der Bauantrag des Vereins nach Ablauf der Frist zur Offenlegung des Bebauungsplans genehmigungsfähig“, sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. Diese Frist endet am kommenden Dienstag, dem Stichtag für mögliche Einwände von Sportplatzgegnern.

Bei dieser dritten Offenlegung des Bauantrages gehe es um eine Formulierung sowie um eine Ergänzung in der Darstellung des Plans, stellt Ruoff klar. Das für die Genehmigung des Antrags zuständige Regierungspräsidium in Gießen hatte die Verwaltung daraufhingewiesen, dass im Bauplan von Rasenplatz die Rede sei. Tatsächlich müsse es Kunstrasenplatz heißen. Der ist Ruoff zufolge auch von vornherein vom Sportverein geplant und beantragt worden. Eine Naturrasenfläche habe nie zur Debatte gestanden.

Pläne nachgebessert

Die weitere Nachbesserung, die in der aktuellen Offenlegung aufgegriffen wurde, bezieht sich auf die Darstellung der Kompensationsflächen, die die Errichtung des Sportplatzes erfordern. Die Ausgleichsflächen oberhalb der Pletschmühle müssen im Bebauungsplan grafisch dargestellt werden, sagt Ruoff. Aber auch das habe man jetzt vorgenommen. Nach seiner Einschätzung sind damit die Einwände der Genehmigungsbehörde ausgeräumt.

Folglich könnte der Bebauungsplan nach dem 16. Januar den städtischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Ob es weitere Stellungnahmen der Bürger geben wird, die das Verfahren verlängern und eine nochmalige Überarbeitung und Offenlegung verlangen könnten, ist ihm nicht bekannt. Fest steht für Ruoff lediglich, dass bereits abgelehnte Einlassungen aus der Bürgerschaft nicht erneut aufgerollt werden. „Wir können nicht immer wieder von vorne anfangen.“

Nach Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung soll auf dem Feld neben dem aktuellen Sportplatz „Am Zipfen“ bald der Ball rollen. Anwohner wehren sich dagegen.
SV Rot-Weiß Hadamar Sportplatzgegner in Hadamar bereit zur Klage

Die Stadtverordnetenversammlung hat entschieden, den Sportplatz an der Faulbacher Straße aufzugeben und dafür die Anlage „Am Zipfen“ um einen zusätzlichen Kunstrasenplatz zu erweitern. Dagegen regt sich Widerstand – vor allem bei den Anwohnern.

clearing

Das sieht Gerhard Krüger von der Initiative gegen einen Sportplatz in Hadamar anders. Er hat auch in den jetzt vorgelegten Plänen erhebliche Mängel entdeckt. So lägen etwa im Bauamt zwar drei Exemplare des Bebauungsplans vor – allerdings ohne Stellungnahmen oder Anträge, die in das Dokument aufgenommen worden seien. „Wenn öffentlich ausgelegt wird, dann muss alles öffentlich ausgelegt werden“, lautet seine Forderung. Weitaus schwerer als dieser Verfahrensfehler wiegen Krüger zufolge allerdings die inhaltlichen Mängel. So ist nach seinen Informationen nach wie vor der Katastrophenschutz nicht gehört worden. Das aber sei notwendig, denn es sei nicht geklärt, wie Rettungs- und Einsatzfahrzeuge bei einem Notfall zum Stadion gelangen sollten. Derzeit gebe es hier nur einen Wirtschaftsweg, der weder breit noch stabil genug für die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes sei. Die Erschließung und Einrichtung einer Straße aber werde Millionen verschlingen, sagt Gerhard Krüger. Er ist überzeugt: Das hat die Stadt bislang nicht bedacht oder berücksichtig.

Auch der Umweltschutz kommt nach Ansicht der Bürgerinitiative zu kurz. Geplant sei eine LED-Flutlichtanlage, die allein die Spielfläche ausleuchten soll, gibt Krüger seine Information wider. Die Begrenzung auf den Sportplatz werde realisiert, „sofern dies technisch möglich“ sei, habe man ihm mitgeteilt. Für ihn bedeutet diese Einschränkung, dass der Umweltschutz zugunsten der LED-Beleuchtung ausgeblendet werde. Mit anderen Worten: Das dort nachgewiesene Fledermaus-Habitat ist in akuter Gefahr, sagt Krüger und weist darauf hin, dass nach seiner Erinnerung ursprünglich ein Flutlichtverbot ausgesprochen worden sei. Aber „die Stadt hat das Verbot aufgehoben – ohne Begründung“.

Finanzierungskonzept

Bürgermeister Ruoff betont dagegen: Sämtliche Interessen von Verein, Stadt und Sportplatzgegnern seien während der langen Planungsphase sorgfältig abgewogen worden. Die Stadtverordnetenversammlung habe abschließend entschieden, dem Antrag von Rot-Weiß-Hadamar „auf Baureifmachung des Geländes“ zuzustimmen. „Die bauleitplanerischen Voraussetzungen sind geschaffen.“

Jetzt müsse, so Ruoff, freilich noch die Finanzierung geklärt werden. Hierzu liege dem Rathaus ein Vorentwurf vor. „Dieses Finanzierungskonzept wird jetzt geprüft und anschließend am 22. Januar dem Magistrat in seiner nächsten Sitzung vorgelegt, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen“. Wie man „damit umgeht“, sei noch völlig offen. „Das ist noch nicht bis zu Ende diskutiert.“ kdh/abv

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