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Innige Feindschaft führt vor den Richter: Senioren prügelten sich auf offener Straße

Von Die beiden Senioren mögen sich nicht. Seit 40 Jahren sind sie sich nicht grün, und es kommt in einem Ortsteil Hünfeldens immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden. Jetzt sahen sie sich vor Gericht. Der Vorwurf: Körperverletzung.
Foto: Uwe Zucchi (dpa)
Limburg/Hünfelden. 

Nun musste sich Amtsgerichtsdirektor Ernst Haberstock in seiner Eigenschaft als Strafrichter mit einem Vorfall beschäftigen, der sich am 15. September vergangenen Jahres am Straßenrand in besagtem Ortsteil zugetragen hatte. Der 73 Jahre alte Angeklagte hätte es sich einfacher machen können. Gegen ihn hatte der Strafrichter außerhalb einer öffentlichen Verhandlung einen Strafbefehl wegen Körperverletzung über 30 Tagessätze à 30 Euro ausgesprochen, weil er einen neun Jahre älteren Mann verletzt haben soll. Nach der Verhandlung hatte Ernst Haberstock jedoch keine neuen Erkenntnisse gewonnen, und auf dessen Anraten hin nahm der Angeklagte seinen Einspruch zurück. Das war geschehen: Ein vermeintlicher Zufall führte die beiden Streithähne am 15. September im Kern der Ortsgemeinde zusammen. Anlass war die Eröffnung eines Lokals, zu dem sich die beiden gesellen wollten. Beide Männer kamen sich auf dem Bürgersteig entgegen, und ruckzuck hatten sie sich in den Haaren.

 

Ein Bein gestellt

 

Was nun wirklich geschah, wissen nur die Beteiligten, zumal die Zeugen die entscheidenden Schläge, Tritte oder sonstigen Aktivitäten nicht genau beobachtet hatten. Der Angeklagte sagte, der 79-Jährige habe ihm zunächst den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt. Diese Geste sei Auslöser für einen lautstarken Streit gewesen, in dessen Verlauf er von dem 79-Jährigen geschlagen worden sei. Beide seien zu Boden gegangen, und er, der Angeklagte, sei weiter geschlagen worden.

Das vermeintliche Opfer wusste von Schlägen überhaupt nichts. „Ich wollte in die Gaststätte, da wurde mir vom Angeklagten ein Bein gestellt“, sagte der 79-Jährige. Er sei zu Boden gegangen und habe sich Verletzungen am Kopf, Arm, Schulter und am Hinterteil zugezogen. Mit dem Angeklagten verbinde ihn eine jahrelange Feindschaft. Tagtäglich müsse er sich vor dem Mann in Acht nehmen, da dieser ihm und seiner Frau nachstelle und ständig beleidige.

Ein Zeuge hatte von Schlägen nichts gesehen. Nach seinen Angaben hatten beide Männer am Boden gelegen, der Angeklagte obenauf. Ein weiterer Zeuge hatte das Beinstellen vom Angeklagten gesehen, und er hatte gesehen, wie beide Männer auf dem Boden lagen. Es soll auch noch zu Beleidigungen seitens des 73-Jährigen gekommen sein. Ein zufällig hinzugekommener Autofahrer hatte die beiden am Boden liegenden Streithähne voneinander getrennt. Dabei habe er festgestellt, dass der ältere von beiden angeschlagen gewesen sei. Der Richter war sich darüber im Klaren, dass der Angeklagte sich einer Körperverletzung schuldig gemacht hatte. Da dem Angeklagten vermutlich eine noch höhere Strafe drohte, nahm er den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück.

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