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Sicherheit: Nach Karnevalsumzug: Polizei kontrolliert Narren

Von Vor und nach dem Karnevalsumzug wird es ernst. Dann müssen die Narren von ihren Motivwagen herabsteigen und auf der Straße weiterfeiern, denn landwirtschaftliche Fahrzeuge und Anhänger sind für die Personenbeförderung nicht erlaubt. Und die Polizei kontrolliert.
Hadamar. 

Die Straßenverkehrsordnung gilt. Auch an den Karnevalstagen und auch beim bevorstehenden Dreierbundzug in Hadamar. „Auf landwirtschaftlichen Fahrzeugen und auf Anhängern dürfen keine Personen befördert werden“, sagt der Hadamarer Zugmarschall Jürgen Horn. Nur für die Dauer des Umzugs gilt hier eine Ausnahmeregelung, wegen der die Narren sich hoch oben auf dem Wagen vergnügen dürfen. Das ist keineswegs neu, sondern seit Jahren bekannt. Neu sei lediglich, dass in diesem Jahr mehrere Polizisten bei der Aufstellung der Motivwagen sowie am Ende des Zugs kontrollieren, ob tatsächlich alle feiernden Gäste die Wagen verlassen haben. Die Sicherheit der Menschen und des Verkehrsflusses hat Priorität, betont der Zugmarschall.

Von der Mainzer Landstraße zur Neugasse

Rund 75 Karnevalswagen ziehen am Sonntag durch die Fürstenstadt, teilt der Zugmarschall Jürgen Horn mit. Die Aufstellung der Teilnehmer und ihrer Fahrzeuge ist in der Mainzer

clearing

Weniger Teilnehmer

Dass diese Regelung dazu geführt haben könnte, dass sich beim diesjährigen Karnevalsumzug nur 75 Zugnummern aneinanderreihen und nicht wie in der letzten Saison um die 100, glaubt Horn nicht. „Einen Zusammenhang sehe ich nicht.“ Gründe für die karnevalistische Verschlankung sieht er eher in der allgemeinen Zurückhaltung, wenn es um gesellschaftliches und geselliges Engagement geht.

Sein Vorgänger in Hadamar, der ehemalige Zugmarschall Ernst Schuster, ist anderer Meinung. Die Anmeldung ist gering – auch weil die Karnevalisten eben nur während des Zuges auf den Wagen feiern dürfen, ihre An- und Abreise aber anders organisieren müssen. Sie müssen mit Bussen oder Fahrgemeinschaften zum Zug gebracht und nach dessen Ende abgeholt werden. Das mache eine Teilnahme nicht attraktiver, ist seine Beobachtung. „Zum Wohle der Fastnacht ist das nicht.“ Warum die Polizei in diesem Jahr verstärkt kontrollieren wird, leuchtet ihm nicht ein, zumal er sich an keine Vorkommnisse in Hadamar erinnern kann.

Traktor kippte um

Dabei gab es einen Vorfall vor etwas mehr als zehn Jahren im Westerwald. Das liege lange zurück, berichtet Hadamars Michael Ruoff (CDU). Aber vergessen ist das dramatische Ereignis, das sich im Februar 2007, auf dem Höhepunkt des karnevalistischen Treibens abspielte, nicht: Ein Traktor, auf dessen bunt geschmücktem Anhänger etwa 20 Jugendliche gefeiert hatten, sauste auf der B 54 nahe Irmtraut mit überhöhter Geschwindigkeit um eine Kurve und kippte um. Die Fahrgäste wurde teilweise schwer verletzt. Das darf sich nicht wiederholen, sagt Bürgermeister Ruoff.

Deswegen plädiert der Verwaltungschef an die Einsicht der Karnevalisten und an deren Verständnis für die Polizei, die das Ende des Zugs kontrollieren wird. Ein Transportproblem befürchtet der Bürgermeister nicht. Im Gegenteil. Hadamar sei in der sehr komfortablen Position, seinen Karnevalsumzug entlang der Bahnstrecke Limburg und Westerburg ziehen zu lassen. Somit sei die An- und Abreise bequem, und dem ausgelassenen Feiern stehe nichts im Wege. Sein Motto laute daher: „Mit dem Zug zum Zug.“

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