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Limburger Brücke bald Geschichte

Die Limburger „Brücke der Zukunft“ ist wohl eine Brücke der Vergangenheit. Der zuständige Auschuss lehnt eine Bebauung der alten Autobahnbrücke mehrheitlich ab. Wenn die Stadtverordnetenversammlung am Montag dieser Empfehlung folgt, was sehr wahrscheinlich ist, wird die Brücke 2016 abgerissen.
Limburg. 

„Kommunalpolitik kann manchmal hart sein“, sagte Dr. Marius Hahn (SPD) nach einer fast vierstündigen Debatte über die „Brücke der Zukunft“. Das war kurz vor der Abstimmung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr am späten Mittwochabend.

Da war längst klar, dass die deutliche Mehrheit in der CDU, der stärksten Fraktion, das Projekt von Albert Egenolf zu einer Brücke der Vergangenheit machen würde. Das Abstimmungsergebnis: Sieben Mitglieder sind gegen das Projekt, nur zwei dafür, und sechs enthielten sich der Stimme.

 

Viele Enthaltungen

 

Hahn dankte dem Runkeler Geschäftsmann dennoch für sein „mutiges Projekt“ und eine „sehr gute Idee“, auf der alten Autobahnbrücke vier Wohn- und Bürotürme errichten zu wollen, aber „das passt leider nicht nach Limburg“. Diese Haltung erklärt vielleicht auch, warum sich sechs Ausschussmitglieder am Mittwochabend in der Sitzung im großen Saal der Stadthalle der Stimme enthielten, darunter die Fraktionsvorsitzenden Dr. Christopher Dietz (CDU), Peter Rompf (SPD) und Marion Schardt (FDP).

Das eine oder andere Auschussmitglied hätte sich durchaus für das Projekt deutlich mehr begeistern können, wenn es kleiner ausgefallen wäre, statt vier Türme zum Beispiel nur zwei Türme zu bauen. Für Peter Rompf war das die Gretchenfrage. „Die Größenordnung ist entscheidend“, sagte er.

Zuvor hatte Stefan Muth (CDU), der sich später ebenfalls der Stimme enthielt, Albert Egenolf mehrfach gefragt, wie er mit einem Votum eines Gestaltungsbeirats umgehen würde. Muth wollte konkret wissen, ob die Baumasse auf der Brücke reduziert würde, falls es ein solches Votum des Gestaltungsbeirats gäbe oder ob es nur um eine Mitsprache bei der Fassade gehe.

Einfach ein paar Türme wegzunehmen, mache das Projekt „unwirtschaftlich“, antwortete Egenolfs Architektin Jacqueline Schmitt. Ähnlich skeptisch äußerte sich Egenolf. Die Stadtverordneten hätten in ihrem Aufgabenkatalog verlangt, eine wirtschaftliche Nutzung nachzuweisen. Dem sei er nachgekommen, schließlich gebe es schon Zusagen für drei der vier Türme. „Wir müssen uns in einem gewissen Spielraum bewegen“, sagte Egenolf.

 

Kehrtwende zu spät

 

Doch nach einer Sitzungsunterbrechung folgte Egenolfs Kehrtwende. Er habe noch einmal nachgedacht. „Ich bin bereit, den Vorstellungen des Gestaltungsbeirats voll nachzukommen“, sagte er überraschend. Es klang verzweifelt.

„Es gibt zu viele Fragezeichen, das hat uns nicht überzeugt“, sagte Dominique Huth (CDU) als Sprecher der Brückenbaugegner, die in der CDU-Fraktion deutlich in der Mehrheit sind. „Eine bebaute Brücke fügt sich nicht in das Landschaftsbild ein.“ Auch Werner Laux (FWG) lehnt Egenolfs Projekt ab. „Das ist für Limburg nicht zumutbar.“ Sigrid Schmüser (BZL) begründete ihre ablehnende Haltung als „Umweltschützerin“.

Nach Angaben von SPD-Fraktionschef Rompf lehnt auch die Mehrheit in seiner Fraktion eine Brückenbebauung ab. Damit werden die meisten Stadtverordneten der beiden stärksten Fraktionen Nein zum Projekt in der Sitzung am Montag sagen.

An der öffentlichen Sitzung hatten rund 150 Bürger teilgenommen. dick

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