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Erdbeben in Nepal: Limburg hilft Nepal

Das verheerende Erdbeben, das vor zwei Wochen den Himalaya erschütterte, tötete Tausende von Menschen, zerstörte ihre Dörfer und große Teile der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die Katastrophe hat auch in Limburg Entsetzen ausgelöst und Viele zum Spenden bewogen.
Zwei Limburger Lions Clubs spendeten gestern 3500 Euro für die Nepal-Hilfe: (von links) Dr. Karin Weiß, Christian Kegler, Stefan Wagner, Wolfgang Zoth und Wilfried Hömberger. Foto: hei Zwei Limburger Lions Clubs spendeten gestern 3500 Euro für die Nepal-Hilfe: (von links) Dr. Karin Weiß, Christian Kegler, Stefan Wagner, Wolfgang Zoth und Wilfried Hömberger.
Limburg. 

Das Bistum Limburg und der Diözesancaritasverband helfen den Menschen in Nepal mit 60 000 Euro. Das Bistum stellt 50 000 Euro für die Katastrophenhilfe in dem asiatischen Land bereit, der Diözesancaritasverband weitere 10 000 Euro. Das Geld wird Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritas, für die Nothilfe zur Verfügung gestellt.

„Die Menschen in Nepal – einem der ärmsten Länder dieser Welt – können diese humanitäre Katastrophe nicht ohne unsere Hilfe bewältigen. Angesichts der sich zuspitzenden Lage ist es unsere Pflicht zu helfen“, sagt der Apostolische Administrator Manfred Grothe. „Bitte werden Sie nicht gleichgültig gegenüber dem Leid Millionen Betroffener und unterstützen Sie die Hilfswerke mit einer Spende“, appelliert der Weihbischof.

Mit den Spendengeldern leistet Caritas international medizinische Hilfe im Katastrophengebiet und verteilt Nahrungsmittel, Trinkwasser, Decken und Zeltplanen. „Gerade mit Blick auf den bevorstehenden Monsunregen brauchen die Notleidenden dringend ein provisorisches Dach über dem Kopf, damit sich ihr Zuhause nicht in ein Schlammfeld verwandelt“, erläutert Monsignore Michael Metzler, Vorstandsvorsitzender des Diözesancaritasverbandes.

Das Erdbeben am 25. April hat nach Behördenangaben bislang knapp 8000 Menschenleben gefordert. Tausende Personen werden noch vermisst. Schätzungen zufolge sollen rund acht Millionen Menschen direkt oder indirekt betroffen sein. In der Hauptstadt Kathmandu spitzt sich die Lage weiter zu. Es mangelt an Strom, Wasser und Lebensmitteln. Immer mehr Menschen flüchten aus der nepalesischen Metropole.

 

Caritas im Katastrophengebiet

 

Experten von Caritas international sind vor Ort und unterstützen bei der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen. Mit dem Geld aus Deutschland sollen mehr als 100 000 Menschen über mehrere Monate versorgt werden. Katholische Schulen und Gemeindezentren stehen im Land als Notaufnahmelager zur Verfügung. Spenden mit dem Stichwort „Erdbebenhilfe Nepal“ werden erbeten an Caritas international.

Voller Sorge warten die Mitarbeiter vom „Eine-Welt-Laden-Limburg“ auf Nachrichten aus Nepal. Das Schaufenster des Ladens in der Brückengasse 3 haben sie mit nepalesischen Waren dekoriert, zusammen mit den neuesten Informationen und mit der Bitte um Unterstützung. Iris Buchner, Vorstandsmitglied des Vereins, berichtet von einer deutlich gestiegenen Nachfrage. „Die Limburger verhalten sich sehr solidarisch“, sagt sie. In dem bitterarmen Land waren durch private Initiativen aus kleinsten Anfängen über Jahre Projekte ins Leben gerufen und Werkstätten gegründet worden. Organisationen des Fairen Handels mit den Weltläden sorgten für die internationale Vermarktung. Vielen Familien konnte dadurch ein ausreichendes Einkommen garantiert werden.

Traditionelle kunstgewerbliche nepalesische Arbeiten, die auch in Limburg angeboten werden, sind Klangschalen, handgeschöpftes Papier und viele hübsche Dinge aus Filz. Im Projekt Manushi in Kathmandu sind es in der Hauptsache Frauen, die mit Filzen und Nähen ihren Lebensunterhalt verdienen: Frauen und Mädchen aus armen Verhältnissen, alleinerziehende, verwitwete oder verlassene Frauen. Insgesamt arbeiten 160 Frauen und einige Männer in den Werkstätten und in der Verwaltung, 150 weitere Frauen stricken und weben in Heimarbeit.

In der Leprastation New Sadle, 1989 von einem deutschen Hilfsverein in Kathmandu gegründet, mit mehreren Kliniken und Wohnheimen, einer eigenen Schule, Kindergarten, Altenheim und Werkstätten, arbeiteten zuletzt 285 Menschen, davon zwei Drittel Frauen. Viele sind behindert und konnten auch nach ihrer Heilung nicht mehr in ihre Familien zurückkehren, sie wurden verstoßen und blieben „Aussätzige“. Mit ihrer Arbeit an den Webstühlen, in der Schneiderei und in der Batik-, Holz- und Papierwerkstatt erwirtschaften sie das Betriebskapital für New Sadle.

 

Verzweifelte Situation

 

Wie verzweifelt die Situation der Menschen nach dem Erdbeben in diesen und anderen Hilfsprojekten jetzt aussieht, vermögen sich die Mitarbeiter des Limburger Weltladens kaum vorzustellen. Nur spärliche Informationen erreichen das Nassauer Land. Vor Ort in Nepal versuchen Mitarbeiter von Organisationen des Fairen Handels einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen zu gewinnen. Sie berichten von Mitarbeitern, zu denen der Kontakt abgerissen ist und von anderen, deren Wohnungen zerstört sind, die ihr Leben aber retten konnten.

Zwei Limburger Lions Clubs haben gestern 3500 Euro gespendet. Der Präsident des LC Limburg-Nassau, Wolfgang Zoth, und seine Vorstandskollegen Christian Kegler und Wilfried Hömberger sowie die Präsidentin des LC Limburg Goldener Grund, Dr. Karin Weiß, überreichten dem Limburger Stefan Wagner den symbolischen Scheck; Wagner ist Kabinetts-Beauftragter für Internationale Beziehungen im Distrikt. Der Leitspruch „We serve“ (Wir dienen) sei für Lions keine Worthülse, betonten sie. „Wenn lokal oder weltweit Hilfe notwendig ist, stehen wir zu unserem Wort.“ Über das Hilfswerk der deutschen Lions (HDL) würden die katastrophenerfahrenen Institutionen HELP und MEDEOR den Menschen vor Ort situationsgerecht helfen. Die Vertreter der Clubs wünschen, dass auch Bürger die Aktion unterstützen. Ansprechpartner ist Wilfried Hömberger unter Telefon:  (064 79) 733.

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