Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Bad Vilbel 16°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse
1 Kommentar

Ausnahmezustand in Runkel: 65 Schüler in Senckenberg-Schule mit Pfefferspray verletzt

Von Ausnahmezustand gestern Vormittag an der Johann-Christian-Senckenberg-Schule in Runkel: Zwei Schüler, zwölf und 13 Jahre alt, haben Pfefferspray versprüht und 65 Mitschüler und zwei Lehrer verletzt.
Ein Heer von Rettungswagen rückte an, um die Schüler der Senckenberg-Schule in Runkel zu versorgen. Foto: Klaus-Dieter Häring Ein Heer von Rettungswagen rückte an, um die Schüler der Senckenberg-Schule in Runkel zu versorgen.
Runkel. 

Der gestrige Freitag begann an der Johann-Christian-Senckenberg-Schule wie jeder andere. Das änderte sich gegen 9.30 Uhr schlagartig: Per Lautsprecherdurchsage wurden Schüler und Lehrer aufgefordert, unverzüglich zu den Rettungspunkten zu gehen. Den Grund dafür erfuhren sie wenig später: Zwei Schüler der Klasse 7, zwölf und 13 Jahre alt, hatten Pfefferspray versprüht; mehrere Schüler wurden verletzt.

Wie die Polizei berichtet, hatten die Schüler – einer aus Runkel und einer aus Villmar – das Reizgas nach eigenen Angaben am Vortag geschenkt bekommen. Sie wollten es anschließend einfach mal „auszuprobieren“, erklärte einer der vor Ort eingesetzten Polizeibeamten. Dafür suchten sie sich ausgerechnet ihr Klassenzimmer aus. Hier versprühten sie das Reizgas zweimal auf dem Boden, „aber nicht in das Gesicht der Mitschüler“. Als es zu keiner Reaktion kam, versuchten sie es direkt anschließend auf der Toilette.

In der Turnhalle der Schule wurden die Schülerinnen und Schüler erstversorgt, um anschließend in die Krankenhäuser gefahren zu werden. Bild-Zoom Foto: Klaus-Dieter Häring
In der Turnhalle der Schule wurden die Schülerinnen und Schüler erstversorgt, um anschließend in die Krankenhäuser gefahren zu werden.

Als sie wenig später in ihr Klassenzimmer zurückgehen wollten, kamen ihnen schon die ersten Mitschüler mit Beschwerden entgegen. Da die Schulleitung nicht wusste, um welche Substanz es sich handelte, löste sie Großalarm aus. Wenig später wurde das Pfefferspray gefunden.

In umliegende Kliniken

Laut Rettungsarzt Thomas Schmitt wurden mehr als 65 Schüler mit den verschiedensten Beschwerden wie Augenreizungen, Luftnot, Kehlkopfreizungen und starkem Husten behandelt. Lebensbedrohliche Beschwerden habe es nicht gegeben. Die Kinder wurden nach Erstversorgung unter anderem in Kliniken nach Limburg, Weilburg, Siegen, Gießen und Frankfurt am Main gefahren. Im Rettungseinsatz waren Helfer des Sanitätszuges, der Feuerwehr sowie Rettungsdienste aus den Landkreisen Limburg-Weilburg, Lahn-Dill-Kreis, Rheingau-Taunus und Main-Taunus. Ein „dickes Lob“, so Schmitt, gebühre den Lehrern, die vor Eintreffen der Helfer „hervorragende Arbeit geleistet haben“.

Noch während die Schule die Eltern der verletzten Kinder anrief, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer – auch im Internet. Das Schulamt wurde ebenfalls eingeschaltet. „Das ist ein Selbstläufer“, sagte ein Lehrer, der sich um einen geordneten Ablauf kümmerte. Besorgte Mütter und Väter wollten so schnell wie möglich zu ihren Kindern gelangen. Rasch bildeten sich lange Fahrzeugschlangen auf den Zufahrtstraßen zur Schule, die von der Feuerwehr für die Rettungsdienste abgesperrt worden war. Die Suche nach dem Sohn oder der Tochter gestaltete sich mitunter schwierig, da manche Kinder schon in Kliniken gefahren wurden oder sich noch in der Turnhalle zur ärztlichen Erstversorgung befanden. Eine Mutter war erleichtert, als sie ihren Sohn, in Decken gehüllt, entgegennahm: „Das ist ganz schlimm“, meinte sie.

Da die beiden Täter nicht strafmündig sind, stellt sich nun für viele die Frage, wer für den Großeinsatz aufkommt. Der Schulbetrieb der Gesamtschule wurde für den Freitag eingestellt und soll am Montag wiederaufgenommen werden.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse