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An Zeit der Eingemeindung erinnert: Zeppelinheim beim Stadtteilfest in Feierlaune

Von Die Zeppelinheimer verstehen zu feiern. Drei Tage lang ging es in ihrem Stadtteil rund. Während einer Diskussionsveranstaltung war außerdem Interessantes und Lustiges über die Eingemeindung zu erfahren.
Gesprächsrunde mit Zeitzeugen der Eingemeindung: Herbert Becker zeigt den Zeitungsbericht über die legendäre Bürgerabstimmung“. Foto: Leo F. Postl Gesprächsrunde mit Zeitzeugen der Eingemeindung: Herbert Becker zeigt den Zeitungsbericht über die legendäre Bürgerabstimmung“.
Neu-Isenburg. 

Das diesjährige Stadtteilfest in Zeppelinheim stand zunächst einmal im Zeichen der „Eingemeindung“ vor 40 Jahren nach Neu-Isenburg. Mit einer Gesprächsrunde im Bürgerhaus, unter Teilnahme von zahlreichen Zeitzeugen, wurden die noch aus heutiger Sicht recht dramatischen Ereignisse von damals wieder einmal recht lebendig in Erinnerung gerufen. In der von Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) moderierten Gesprächsrunde kamen nicht nur die damaligen „Verhandlungspartner“ von Zeppelinheim mit der Stadt Frankfurt und der Stadt Neu-Isenburg zu Wort, sondern auch Zeppelinheimer, die seit 40 Jahren und länger in Zeppelinheim leben.

Die Mädchen und Jungs der Betreuung der Selma-Lagerlöf-Schule begeisterten beim Familiennachmittag am Samstag mit ihrem Tanz die vielen Zuschauer. Bild-Zoom Foto: Leo F. Postl
Die Mädchen und Jungs der Betreuung der Selma-Lagerlöf-Schule begeisterten beim Familiennachmittag am Samstag mit ihrem Tanz die vielen Zuschauer.

Auf Bestreben der damaligen Landesregierung wurde in den Jahren 1972 bis 1977 – wie in vielen anderen Bundesländern auch – in Hessen eine Gebietsreform durchgeführt. Für den Frankfurter Oberbürgermeister Rudi Arndt war die Sachlage klar: Zeppelinheim gehört zu Frankfurt.

Legendäre Versammlung

Doch davor stand die bis heute legendäre Bürgerversammlung, in welcher der damalige Zeppelinheimer Bürgermeister Herbert Becker die Interessen Zeppelinheims vertrat und Rudi Arndt sowie Neu-Isenburgs Bürgermeister Hans-Erich Frey um die Gunst Zeppelinheims buhlten. Die „Volksabstimmung“ ergab schließlich rund 370 Ja-Stimmen für den Anschluss an Neu-Isenburg und nur rund 30 für Frankfurt. „Mit Dir rede ich mein Leben lang kein Wort mehr“, soll Rudi Arndt zu Frey gesagt haben, als er wutschnaubend die Versammlung verließ.

Wie Herbert Becker bestätigte, war dieser Entschluss von weitreichender Bedeutung. „Hätten sich die Zeppelinheimer für Frankfurt entschieden, wäre wohl nicht die Startbahn West, sondern die Südbahn gebaut worden, dies hätte für Zeppelinheim das Aus als Wohnstadt bedeutet“, so Becker. In der Stadtverordnetenversammlung wären nämlich die wenigen Nein-Stimmen der Zeppelinheimer untergegangen.

Wolfgang Bergenthal, erster Ortsvorsteher des Stadtteils Zeppelinheim, schilderte die nicht ganz einfache politische und menschliche Lage zu Beginn der neuen Situation. „Wir hatten vertraglich zugesicherte Rechte, aber auch Pflichten, das waren die selbstständigen Zeppelinheimer so nicht gewohnt“, so Bergenthal.

Hunkel wollte von Georg Kolb, der 1937 nach Zeppelinheim kam, wissen, wie das Leben in der Enklave so gewesen sei. „Das war schon etwas Besonderes, wenn beispielsweise der Flugkapitän Heinrich Lehmkuhl mit seiner JU 52 nach Hause kam, hat er erst einmal eine Ehrenrunde über Zeppelinheim gedreht. Dann wusste seine Frau, dass sie das Essen richten konnte“, schilderte Kolb die Gepflogenheiten.

Gut aufgehoben

Schließlich fand Hunkel bei der Eröffnung des Stadtteilfests die passenden Worte: Wir Isenburger sind froh, auch Zeppelinheimer sein zu dürfen und Ihr Zeppelinheimer seid bei uns doch bestens aufgehoben.“ Der große Beifall aller bestätigte dies.

Das Stadtteilfest verlief diesmal bei bestem Wetter. „Das Experiment, mit einem DJ den Freitagabend zu gestalten, war perfekt. Der Familiennachmittag am Samstag mit Hüpfburg, Kinderschminken und dem Kinderzirkus Wannabe sowie der Dino Kindereisenbahn war wieder ein schöner Erfolg. Die Band „The 5 Strangers“ sorgten am Abend für beste Unterhaltung der Gäste. Das Fest, ein Geschenk der Stadt Neu-Isenburg an die Zeppelinheimer, wurde am Sonntagmorgen mit dem Ökumenischen Gottesdienst fortgesetzt und endete mit dem traditionellen Frühschoppen mit dem Mühlbacher Trio.

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