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Eulen-Empfang: Politische Kost mit Humor serviert

Von Obereule Stefan Schmitt war ein wenig aufgeregt, weil die Eintracht gegen Mainz spielte. Doch dann ging es beim Eulen-Empfang um die Weltpolitik und die große Koalition. Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann musste Kritik einstecken.
Bevor Anita Bischoff zu ihrer ersten Rede in die Bütt stieg, stärkte sie sich noch einmal mit Würstchen und Kartoffelsalat. Foto: Leo F. Postl Bevor Anita Bischoff zu ihrer ersten Rede in die Bütt stieg, stärkte sie sich noch einmal mit Würstchen und Kartoffelsalat.
Neu-Isenburg. 

Eulalia, das ist die närrische Abteilung des Neu-Isenburger CDU-Stadtverbandes. Wenn die Eule in der Narrenzeit zum Treffen ins Alfred-Delp-Haus ruft, dann kommen nicht nur Narren, sondern auch Politiker. Die Gäste sind handverlesen, und so wunderte es auch nicht, dass sich am Mittwochabend so ziemlich alles was in der Hugenottenstadt und der Region in Politik und Narretei Rang und Namen hat, sich im großen Eulen-Nest einfand. Ober-Eule Stefan Schmitt konnte nicht nur das Isenburger Prinzenpaar mit Prinz Uwe I. und Prinzessin Andrea I. samt Oberlump begrüßen, sondern auch Landrat Oliver Quilling, Bürgermeister Herbert Hunkel, den Landtagsabgeordneten Hartmut Honka und das neue Mitglied des Bundestags, Björn Simon, der aus Berlin angereist war.

„Helau, ihr bunte Narrenschar, heut’ seid Ihr wieder alle da. Bei Eulalia Ihr wieder mal seid, gekommen von nah – und von weit“, hieß der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Schmitt alle Gäste noch etwas nervös willkommen. Warum leicht uffgerescht? – weil „seine“ Eintracht gegen den Lokalrivalen Mainz um den Einzug in das Pokalhalbfinale kämpfte. Plötzlich rief jemand im Saal ganz laut „Eins zu Null“ – und schon flatterte die Obereule „wie uffgedreht“ umher. Das war das schönste Zeichen, die hungrigen Gäste zu Atzung einzuladen. Der Eulen-Empfang beginnt nämlich immer mit dem Gang zum Büfett. Mit jedem weiteren Tor – am Ende waren es drei „Eier“, die der Eintracht-Adler den Meenzern ins Netz gelegt hatte – wurde die Stimmung im Eulen-Bau besser.

Tücken dieser Zeit

Die politisch geprägte Büttenrede des Eulalia-Präsidenten gilt als Höhepunkt des Eulen-Empfangs, und so waren auch alle besonders gespannt – Themen gab es freilich genug. „Heut’ aus dieser Bütt ich grüß Euch all, die Fastnachter bei Eulalia, in diesem Fall, sage Helau an die Zylinder vom Senat, Lumpen, Hexen, Watze und Magistrat, die Parteien hier sind der Hit, schunkeln zusammen bei Eulalia mit“, so Stefan Schmitt zur Einstimmung. „Auf ein Jahr zurück ich schauen soll, in meinem Protokoll. Das ist nicht leicht, denn manches traurig, drum sag ich es launig, doch auch dies mit Tücken in dieser Zeit, für den Redner, denn Kritik ist nicht weit. Innenminister Beuth in der Bütt spürte dies, ich fand die Schelte zu seinem Vortrag mies, sprach Wahrheiten zum Staat in der Bütt mal an, wann denn sonst kann das dieser Mann?“, meinte die Obereule – und erhielt viel Beifall.

„Trotz Groko bleibt Kanzlerin, die Mutti, die einfach gut, der Schulz steht daneben und zieht eine Schnut“, so Schmitt weiter. „Net lang bleiben – auch das ich hier hoffe, Wüterich Trump, dieser Unhold, der schroffe, Ich hoffe, es geht gut und er macht nichts kaputt, ruckzuck ist es geschehen und vieles in Schutt, America first, kein Verlass mehr auf USA, umso wichtiger ein einiges, starkes Europa“, blickte die Eule in die politische Weltkugel.

Zum Dank gab es Küsschen

Dann lobte die Obereule noch die „kleine süße Maus mit Ruhe im Parlament“ – und schon rannte Christine Wagner zur Bütt, um sich mit Küsschen für das Kompliment zu bedanken. „Aber auch der Bürgermeister, welch eine Wonne, sitzt gern draußen, vorm Büro in der Sonne – aber nur um dorthin ehrenwerte Bürger einzuladen“, waren die Themen für Neu-Isenburg.

Das Ehrenmitglied Werner Krause machte sich seine Gedanken über die Regierungsbildung und war sich trotz Groko-Meldung dennoch nicht sicher, ob dies auch so gelingt. Thorsten Klees, einst selbst Obereule, sorgte sich um den Charakter der Hugenottenstadt. „Immer mehr Menschen, wie man sieht, zieh’n ins Rhein-Main-Gebiet. Und wenn auch mancher wegzieh’n täte, Frankfurt platzt aus alle Nähte. Herrn Feldmann wär’s Recht, das sagt er im Vertrau’n, Neu-Isenburg würd’ noch ein paar Hochhäuser bau’n. Eulalia bereitet das Sorgenfalten, denn Neu-Isenburg muss seinen Charakter behalten. Wir sind weiterhin, das sagt Eulalia hier frei, eine Kleinstadt mit Herz und net Sossenheim zwei“, so Klees unter großem Beifall.

Die neu formierten Eulalia-Singers mit Bernd Beyer, Horst Becker, Patrick Föhl, Joachim Großpersky, Robert Strasser, Herbert Wilkening und Jürgen Zepp widmeten sich insbesondere dem Wendehals Martin Schulz: „Wär’st Du doch in Würselen geblieben“, stimmten sie an, und alle Eulen sangen fröhlich mit. Erstmals in die Bütt trat Anita Bischoff, sie berichtet von ihren Erlebnissen beim Eulenempfang, wo sie so manchen starken Mann unter den Tisch getrunken hat – und auch wieder hervor. Mit scharfem Sinn gewürzt war wieder einmal der Vortrag von Thorsten Wszolek, und um Mitternacht stimmten die Cappuccinos das musikalische Finale des Eulen-Empfanges ein.

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