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Sabotage gefährdet Biker: Unbekannte blockieren Downhill-Piste mit Steinen und Stämmen

Von Felsbrocken und Baumstämme, die bewusst auf die Piste des Bike-Parks am Feldberg gelegt werden, bereiten den Mountainbikern derzeit große Sorge. Wer tut so was und bringt außerdem Menschen mit voller Absicht in Gefahr.
Die Downhill-Strecke am Feldberg ist Anziehungspunkt für viele Mountainbiker. Wer hier sabotiert, bringt Menschen in Gefahr. Foto: Pieren Die Downhill-Strecke am Feldberg ist Anziehungspunkt für viele Mountainbiker. Wer hier sabotiert, bringt Menschen in Gefahr.
Hochtaunus. 

Man kann über die Downhill-Piste am Nordhang des Feldbergs geteilter Meinung sein. Auch ist nachvollziehbar, dass manch ein Wanderer den mit hoher Geschwindigkeit talwärts bretternden Mountainbikern nicht unbedingt wohlgesonnen ist. Doch die jüngsten Zwischenfälle in dem nach langer Vorarbeit vor zwei Jahren eröffneten Bike-Park am Großen Feldberg sind alles andere als eine legitime Protestform oder nur ein Kavaliersdelikt.

„Es ist jüngst zu Manipulationen auf der legalen Strecke gekommen“, teilt Johannes Weinkauff im Gespräch mit dieser Zeitung mit. „Da werden Stämme quer über die Piste gelegt oder sogar Felsbrocken hinter Sprüngen verteilt. Es ist bereits zu schweren Verletzungen durch Stürze gekommen. Das ist ein Angriff auf Leben und Gesundheit der Fahrer.“

Zeugen gesucht

Der Vorsitzende des Vereins „Wheels over Frankfurt“ appelliert deshalb auch an Passanten und Wanderer, offensichtlichen Vandalismus, Sabotage entlang der Strecke und auffällige Vorkommnisse sofort an den Vorstand des Vereins zu melden. „Wir haben den betroffenen Fahrern empfohlen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten“, sagt Weinkauff. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“

Auf Nachfrage bei den für den Feldbergbereich zuständigen Polizeistationen ist zwar noch keine Anzeige nach den Vorfällen eingegangen. Für die Polizei ist dennoch klar. „Rein rechtlich gesehen kommt im besagten Fall eine Strafanzeige wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, gemäß Paragraf 223, 224 Strafgesetzbuch (StGB), in Frage“, teilt dazu Polizeisprecher Kriminalhauptkommissar Volker Hamann mit. Seiner Einschätzung nach kommt ein strafrechtlich relevantes Handeln wegen eines gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr, gemäß Paragraf 315b StGB, nicht in Betracht, da es sich bei den Bike-Strecken nicht um öffentlichen Straßenverkehr handelt.

„Es ist für den Täter in keiner Weise absehbar, was sich daraus für einen arglosen Radfahrer als Folge ergibt. Schwerere Verletzungen durch einen Sturz, insbesondere im Kopfbereich, sind einzukalkulieren“, unterstreicht Hamann. „Durch die meist abgelegenen Bereiche der Radstrecken ist nicht gewährleistet, dass Dritte auf eine eventuelle Notsituation eines Verletzten zeitnah aufmerksam werden, wodurch sich weitere Gefahren ergeben können.“

Täglich genutzt

Die Entwicklung stimmt umso nachdenklicher, da sich die Mitglieder des Vereins lange Jahre für die Piste engagiert haben. Nach wie vor steht der Verein „Wheels over Frankfurt“ regelmäßig in Kontakt mit dem Naturpark Taunus, mit Hessen Forst, Umweltschutzorganisationen, der Jägerschaft und der Unteren Naturschutzbehörde. „Wir haben lange Jahre konstruktiv an der Realisation des Bike-Parks gearbeitet und sind auch seither sehr an einem guten Miteinander aller Waldnutzer interessiert“, so der Biker. „Und nun diese Entwicklung.“ Die Strecke werde bereits seit April wieder täglich genutzt. Nach zwei Jahren sind aktuell vermehrt auch jüngere Biker auf der Strecke unterwegs.

Auch wenn die exakte Nutzerzahl für Weinkauff nur schwerlich festzustellen ist, geht er gerade an den verlängerten Wochenenden von täglich bis zu 40 oder 50 Bikern im Bike-Park aus.

In den kommenden Wochen will der Verein erneut das vereinseigene Fahrzeug mit Hänger für den Radtransport im Rahmen eines Shuttle-Betriebes anbieten. Beide Strecken starten auf dem Feldbergplateau und überwinden auf einer Streckenlänge von 1,5 km rund 150 Höhenmeter.

Kontakt und Info

Wer Hinweise auf mögliche Sabotageakte geben kann, wird gebeten, sich per E-Mail an vorstand@woffm.de zu wenden. Mehr Informationen zum Verein gibt’s im Internet unter www.woffm.de.

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