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Feuerwehren demonstrieren die Kraft eines Auffahrunfalls: Kommt ein Auto geflogen

Von Scheiden tut weh und ist teuer. Im Fall der Altweilnauer Feuerwehr kann es aber auch Spaß machen. Etwa wenn ein vom Rost zernagter alter Mannschaftsbus früher aus dem Feuerwehrdienst ausscheidet als geplant und Ersatz schneller beschafft werden muss als gedacht.
„Gaffen“ nicht nur erlaubt, sondern ausnahmsweise sogar erwünscht: Die Feuerwehrleute demonstriert unter den Augen von weit über 100 Zuschauern die Bergung eines Schwerstverletzten aus einem Unfallwagen. „Gaffen“ nicht nur erlaubt, sondern ausnahmsweise sogar erwünscht: Die Feuerwehrleute demonstriert unter den Augen von weit über 100 Zuschauern die Bergung eines Schwerstverletzten aus einem Unfallwagen.
Altweilnau. 

Es hat geklappt: Am Sonntag konnten die Altweilnauer Brandschützer ihr neues MTF, versehen mit dem Segen der Kirche und dank der Spenden vieler Bürger und Institutionen, bei einem großen Willkommensfest offiziell in Dienst stellen. 130 Diesel-PS stark, Platz für acht Feuerwehrleute, 55 000 Euro teuer, so stand der Transporter im Mittelpunkt des Feuerwehrfestes vor dem Sportlerheim.

Mit dem neuen MTF sollen nicht nur Aktive zum Einsatzort gefahren werden, er soll auch den elf Mitgliedern der Feuerwehrjugend als Transportmittel zu Wettkämpfen oder Ausflugszielen dienen. Die Jugendwehr machte sogar einen kollektiven Luftsprung vor dem Auto und Jugendwart Julian Hollmann musste solange mithüpfen, bis das Foto endlich im Kasten war.

15 000 Euro, die die Wehr in der Kasse hatte, sind zwar viel Geld, reichten aber bei weitem nicht aus, den Bus zu finanzieren. Als der alte spontan aus dem Verkehr gezogen werden musste, fackelte die Wehrführung nicht lange und zettelte eine Spendenaktion nach der anderen an.

Schneller Geldfluss

Viele Bürger spendeten für den neuen Bus, aber auch die Jagdgenossenschaft und die Stiftung der Taunussparkasse, die allein 5000 Euro beigesteuert hat. Schneller als erwartet kamen so die benötigten 55 000 Euro zusammen. „Theoretisch hat jeder Altweilnauer 69,10 Euro gespendet“, hatte Bürgermeister Götz Esser (FWG) ausgerechnet, verstieg sich dann aber zu einer Äußerung, die fast zu Zuschauerverlust geführt hätte. Das Geld sei im „schönsten Teil des Weiltals gut angelegt“, frotzelte der Neuweilnauer gut gelaunt über diese „großartige Sache“, sehr zum Verdruss des Oberlaukener Ortsvorstehers Kalli Mankel: „Mir geh’n...!“, meinte der und wandte sich wegen der Missachtung seines Ortsteils in gespielter Entrüstung ab. Aber nur kurz.

Kurz waren auch die übrigen Ansprachen. Landrat Ulrich Krebs (CDU) zeigte sich von den Aktivitäten der 13 Ortsteilwehren und dem bürgerschaftlichen Engagement beeindruckt, gerade was das Beschaffen von Feuerwehrausrüstung angeht, die dringend gebraucht werde, für die die Gemeinde aber kein Geld habe. Dass der Bus auch der Jugendarbeit diene, sei ein weiterer Grund gewesen, sich als Vorstand der Sparkassenstiftung für die Unterstützung einzusetzen. Sparkassenchef Oliver Klink machte es ebenfalls kurz und wünschte allzeit gute Fahrt und gesunde Rückkehr ins Depot.

Gemeindevertretervorsteher Mario Lauth (FWG) sagte, mit dem von den Bürgern zum großen Teil mitfinanzierten neuen Fahrzeug werde der von den Feuerwehren geleistete ehrenamtliche Dienst honoriert. Ehrenamtlich tätig zu sein und anderen helfen zu können, tue gut, sagte Lauth. Anerkennende Worte auch vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Norbert Fischer.

Von den Bürgern

Er sprach von einem finanziellen Kraftakt für die Gemeinde Weilrod und sagte, das neue MTF sei nicht das Auto der Feuerwehr, sondern das der Bürger für ihre Feuerwehr. Gemeindebrandinspektor Thomas Jeck war der letzte im Kreis der Gratulanten. Auch er dankte der Bevölkerung für ihre Spendenbereitschaft, die zu dem überraschend kurzfristigen Kauf des MTF nach der Zwangsstilllegung des alten Fahrzeugs geführt habe. Die Weilroder hätten über die Feuerwehrfördervereine in den letzten fünf Jahren nicht weniger als 300 000 Euro gespendet.

Und da die Zuschauer schon einmal da waren, konnten sie auch Einblick in die Arbeit der Feuerwehr nehmen. Um zu demonstrieren, wie ein Auto aussieht, wenn es mit Tempo 70 oder 80 gegen einen Baum kracht, hatte Übungs-Regisseur Achim Anthes Abschleppunternehmer Rainer Buhlmann mit seinem Mammutkran aufs Festgelände gebeten. Er nahm einen Ford Mondeo an den Haken und ließ ihn aus 25 Metern Höhe auf einen Baumstamm fallen. Der Erfolg war durchschlagend und führte den Zuschauern die enorme Wucht vor Augen, die ein solcher Unfall freigesetzte. 25 Kräfte der aus den Wehren Altweilnau, Riedelbach und Gemünden gebildeten Spezialeinsatzgruppe „Technische Hilfeleistung“ zerlegten das Wrack und noch ein weiteres anschließend mit Spreizer und Rettungsschere fachmännisch um die, zum Glück von Puppen gespielten, verletzten Fahrer zu bergen. Auch die Jugendfeuerwehr hatte ihren Auftritt. Sie löschte in Sekundenschnelle einen brennenden Holzstapel, bekam dafür tosenden Beifall des Publikums.

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