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Mobilität: Bürgerbus: SPD will Freiwillige finden

Von Der Wunsch der Usinger Bürger, nach einer besseren öffentlichen Personennahverkehrsanbindung zwischen den Stadtteilen und der Usinger Kernstadt ist nicht neu. Doch geschehen ist bislang nichts. Nun gibt es vielleicht die Chance auf einen Bürgerbus, sofern sich Menschen finden, denen das Projekt so gut gefällt, dass sie etwas für Usingen bewegen wollen.
Die Idee des Bürgerbusses ist nicht neu, in vielen Ortschaften sind die Kleintransporter durch ehrenamtliches Engagement der Bürger bereits unterwegs. Nun soll es dies auch in Usingen geben, wenn sich Freiwillige finden. Archivfoto: Niehoff Die Idee des Bürgerbusses ist nicht neu, in vielen Ortschaften sind die Kleintransporter durch ehrenamtliches Engagement der Bürger bereits unterwegs. Nun soll es dies auch in Usingen geben, wenn sich Freiwillige finden. Archivfoto: Niehoff
Usingen. 

Frida Schulz lebt mit ihren 82 Jahren in einem kleinen Stadtteil von Usingen. Sie lebt alleine, die Kinder sind zwar nicht weit weg, aber eben auch nicht direkt um die Ecke. Die Arztbesuche in ihrem Alter mehren sich, die Busverbindungen, die es ihr ermöglichen, dorthin zu kommen, hingegen nicht. Mit dem Auto fährt sie nicht mehr, obgleich sie ab und an gerne unterwegs ist. Die Scheu, Nachbarn jede Woche anzusprechen, ob sie sie zum Arzt fahren könnten, wächst, also muss sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen, bis sie der Bus aus ihrem Ort zum gewünschten Ziel bringt. Selten passt das mit den Sprechzeiten beim Arzt zusammen. Sie wartet.

Auch wenn es sich hier lediglich um eine fiktive Situation handelt, weit weg von der Wirklichkeit ist sie nicht, hat die SPD festgestellt. Und in der Tat sind die Wünsche der Bürger aus den Stadtteilen Usingens nach einer besseren Busverbindung nicht erst seit der anstehenden Landtagswahl zu hören.

Flexible Lösung

Wie wäre es also, wenn die Menschen, die aus eigener Kraft nur wenig mobil sind, auf einen Bürgerbus zurückgreifen könnten, der sie flexibel von Ort zu Ort bringt? Diese Idee hat die SPD Arbeitsgruppe bei ihrem Bürgerbeteiligungs-Prozess „Komm aus den Puschen“ aufgegriffen und nicht nur ein Konzept auf die Beine gestellt, sondern auch praktische Beispiele gesammelt, wo ein solcher Bürgerbus bereits gut funktioniert.

Homberg (Efze) zum Beispiel bietet seit drei Jahren einen gut funktionierenden Bürgerbus an. Abseits von Politik haben sich dort engagierte Bürger zusammengetan, die an zwei Tagen einen kostenlosen Bürgerbus, genannt „d’Bus“ organisieren, der die Menschen von ihrer Haustür zum Ziel ihrer Wahl innerhalb der Stadt bringt.

Betrieben wird der Bus von einem Förderverein, der das Ziel kommunaler Förderung hat, die allerdings speziell auf das Betreiben dieses Busses ausgerichtet ist, wie Michael Hahn erklärte. In der Praxis teilen sich 33 Ehrenamtliche die Buchung, Koordination und den Fahrdienst.

„Zwei Mal in der Woche fährt der Bus“, erklärte Hahn. Einen Tag vor der jeweiligen Tour gebe es einen Telefondienst, der die Fahrtwünsche entgegen nimmt und die entsprechenden Touren plant. Tags darauf werden die Menschen zu Hause abgeholt und an ihr Ziel gebracht. Das sei für Mitglieder genauso wie alle anderen kostenlos. Spenden werden aber gerne genommen.

Keine Taxi-Konkurrenz

Kritik daran, dass den örtlichen Taxi-Unternehmen Konkurrenz gemacht werde, sei nur am Anfang laut geworden. Doch auch die SPD ist sich sicher, dass die Zielgruppe der Personen, die gefahren werden, sich kein Taxi leisten können, weil ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen. Außerdem gebe es nur feste Tage, an denen der Bus fahre und außerhalb des üblichen Linienverkehrs. Einkäufe, Arztbesuche auch Kaffeetrinken für Senioren ließen sich darüber abdecken und würden den Menschen die Teilnahme am sozialen Leben ermöglichen. Dabei geht es um Geringverdiener, Senioren, möglicherweise auch Schüler.

Bis Ende 2019 gibt es eine Anschubfinanzierung vom Land als Fördermittel. Dann laufe dieses Förderprogramm aus, wusste SPD-Ortsvereinschefin Birgit Hahn. Die Differenz der Kosten für Wartung, Sprit und Anschaffung, werde aus Mitgliedsbeiträgen, Werbung und Spenden finanziert. Das laufe seit drei Jahren gut und binde die Ortschaften inzwischen als Ergänzungsangebot sehr gut an die Kernstadt an. Eine Idee, die auch der Weilroder Sozialdemokrat Arno Hahn sehr gut und charmant für Weilrod fand.

Doch die SPD weiß, dass es unter ihrer Flagge weder laufen kann noch soll. Deshalb sind nun Bürger gesucht, die Interesse an dem Projekt haben und es weiter verfolgen und bis zur Umsetzung bringen wollen. Der Bürgerbus soll in den kommenden Monaten in den Ortschaften vorgestellt und das Grundkonzept Interessierten an die Hand gegeben werden.

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