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Wo sich Artisten zu Hause fühlen

Maria Sarach zeigt ihre Qualitäten in der neuen Saison im Tigerpalast. Maria Sarach zeigt ihre Qualitäten in der neuen Saison im Tigerpalast.

Wir haben immer mit authentischen Charakterköpfen und nur mit den Besten gearbeitet, fasst Tigerpalast-Direktorin Margareta Dillinger das Erfolgsrezept ihres Varieté Theaters in der Heiligkreuzgasse zusammen. Die Kult-Bühne startet heute, Mittwoch, mit einer neuen Herbstrevue in die 30. Saison. In einem Jahr, am 9. Oktober 2018, wird dann der runde Geburtstag mit einem großen Festakt im Gesellschaftshaus des Palmengartens gefeiert.

„Es kommen 500 geladene Gäste aus ganz Europa, außerdem Top-Artisten von Monte Carlo bis Las Vegas“, ist Tigerpalast-Gründer Johnny Klinke voller Vorfreude. Die Vorbereitungen zum Mega-Event sind bereits angelaufen, parallel wurde die Herbstrevue organisiert. „Persönlichkeiten in den Mittelpunkt stellen, kein Tingeltangel und kein aufgesetztes Sex-Appeal.“ Das Credo des Artistentheaters zieht nach wie vor. „Es gibt in Europa kein Haus wie das unsere und keines mit dieser Kontinuität. Auch unter Artisten ist unser Ruf legendär, alle wollen zu uns“, erklärt Klinke.

Margareta Dillinger und Johnny Klinke Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (.)
Margareta Dillinger und Johnny Klinke

Doch nicht allein die Bühne macht das Branchenrenommee aus, fast gleicht wiegt das „Zuhause“, welches das Theater seinen Künstlern bietet. Diese wohnen über Monate quasi neben der Bühne, genießen die familiäre Fürsorge und den Respekt, der ihnen entgegengebracht wird. Das sei nicht überall eine Selbstverständlichkeit, betont Margareta Dillinger, die sich auf ihre Künstler freut, wenn sie wieder „mit Kind und Kegel“ anreisen. Es sei härter geworden, sagt sie: „Ich bin oft in anderen Theatern. Wie dort manchmal allein die Bedienungen die Artisten behandeln, ist erschreckend. Das gibt es bei uns nicht.“ Wer zum ersten Mal komme, um sein Programm zu präsentieren, suche oft den „Palast“. „Dieser ist unsere Bühne. Und in welchem Varieté-Theater gibt es noch ein Live-Orchester und außerdem ein Restaurant in der Sterne-Liga?“, fragt Johnny Klinke selbstbewusst.

In die Jubiläumssaison geht man mit einer Balance aus Klassikern wie dem englischen Gentleman-Magier Norman Barrett und jungen Stars. „Wir nehmen nur die Besten, und dazu gehört eine Ausstrahlung, die der Gast nicht vergisst. Technik beherrschen viele, aber Charisma hat man oder hat man nicht“, geben die Direktoren den hohen Standard vor. Es sei nicht immer einfach, die Besten zu finden, sagen sie. Bei den Akrobaten des „Hand auf Hand“-Tango-Duos „Laos“ und der preisgekrönten Verbiege-Königin Maria Sarach wurde man fündig. Sie und andere Weltklasse-Artisten gastieren in den nächsten Monaten im Tigerpalast.

Angesprochen auf ihr Alter, winken die Direktoren ab. „Das machen wir hier für den Rest unseres Lebens weiter“, sagen sie entschlossen und wissen: „Was die Qualität angeht, die wir bieten, sind wir in Deutschland einsam. Andere Theatermacher, auch die aus Paris, waren bei uns, jedoch können sie unseren Stil nicht nachvollziehen, was für sie ökonomische Gründe hat.“

Apropos Finanzen. Ein weites Feld für das Haus, das keinerlei städtische und staatliche Gelder bezieht. „Dafür dürfen wir alles sagen“, bringt es Johnny Klinke gewohnt provokant auf den Punkt. Dann wird der Macher weich: „Ach, ganz einfach, es geht im Tigerpalast seit 30 Jahren darum, das Publikum ins Herz zu treffen. Wir sind für alle da.“

(fai)
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