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Königin Elizabeth in Frankfurt: Zum Queen-Besuch sorgt Dieter Beine für das Protokoll

Gibt man der Königin die Hand? Um Himmels willen nicht, sagt Hessens Protokollchef. Das Ziel seiner Arbeit ist, ein guter Gastgeber zu sein.
Die Queen kommt nach Frankfurt. Foto: Bethany Clarke (PRESS ASSOCIATION) Die Queen kommt nach Frankfurt.
Frankfurt.  Dieter Beine hat schon die Präsidenten George W. Bush und Wladimir Putin bei Besuchen in Hessen umsorgt. Doch der Besuch der englischen Königin ist auch für den Protokollchef des Landes etwas Besonderes: «Sie ist eine historische Persönlichkeit.» Wenn Elizabeth II. am kommenden Donnerstag den Kaisersaal des Römers zum feierlichen Mittagessen betritt, darf Beine sie mit lauter Stimme ankündigen. Dabei ist der Besuch der Queen nur von Ablauf und Etikette kompliziert, die 89-Jährige selbst gilt als pflegeleichter Gast. «Sie hat keine Sonderwünsche», erzählt Beine (50).

«Wir empfangen Funktionsträger, aber wir wollen sie als Menschen behandeln», beschreibt der Leiter der Protokollabteilung in der hessischen Staatskanzlei seine Aufgabe. Deshalb wollen Abläufe gut geplant, Sitzordnungen klug überlegt, Geschenke liebevoll ausgewählt sein. Seit 13 Jahren arbeitet der gelernte Bankkaufmann und studierte Soziologe den hessischen Ministerpräsidenten zu - erst Roland Koch, seit 2010 Volker Bouffier (beide CDU).

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Nicht immer geht es um gekrönte oder ungekrönte VIPs. Beine organisiert 220 Veranstaltungen im Jahr: Konzerte, Jubiläen, Ordens- und Preisverleihungen oder Bouffiers Treffen mit Tollitäten der hessischen Fastnacht. Wichtig ist es, eine freundliche Atmosphäre zu schaffen, ein guter Gastgeber zu sein. «Protokoll ist friedensstiftend», sagt Beine, verheirateter Vater zweier Kinder, der am liebsten bei der Gartenarbeit entspannt.

«Chief Inspector Beine» nennen die serbische Generalkonsulin Aleksandra Dordevic und andere Frankfurter Diplomaten scherzhaft ihren Ansprechpartner in der Staatskanzlei. Tatsächlich verbreitet Beine eine angelsächsisch geprägte Höflichkeit, gepaart mit Strenge. Damit es seinen Gästen gut geht, haben alle anderen unauffällig zu sein. Daher trifft sein Blick gerne herumwuselnde Journalisten und Fotografen.

Feinheiten des Protokolls erläutert Beine mit Begeisterung. Als höflicher Mensch möchte er natürlich die Dame vor dem Herrn begrüßen. Bei Bundespräsident Joachim Gauck und dessen Partnerin Daniela Schadt muss er es doch umgekehrt machen. «Amt sticht Etikette», lautet der Merksatz. Auf die Queen geht man nicht einfach zu und schüttelt ihr herzhaft die Hand. Man wartet, dass sie einen anspricht. «Die Gesten kehren sich um.»

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Queen Elizabeth II. kommt Ende Juni nach Deutschland - unter anderem nach Hessen. Schon bei ihrem ersten Staatsbesuch in Deutschland 1965 machte sie Station in Wiesbaden. Auf unserem Foto sieht man die britische Königin bei ihrer Ansprache im Wiesbadener Schloss am 20. Mai 1965.In Begleitung ihres Gatten Prinz Philip, wird Königin Elizabeth II. von Großbritannien, während ihrer Fahrt im offenen Wagen durch die Wiesbadener Innenstadt, stürmisch umjubelt.Für einen privaten besuch bei ihrer deutschen Verwandtschaft in Langen, unterbrach die britische Monarchin ihren zehntägigen Staatsbesuch in Deutschland. Auf unserem Bild sieht man auf der Schlosstreppe von Schoss Wolfgaten in Langen: (von links nach rechts) Prinz Ludwig von Hessen, Königin Elizabeth II. von Großbritannien, Prinzessin Margarethe (die Gattin von Prinz Ludwig) und Prinz Philip, dahinter von links: Prinzessin Beatrix von Hohenlohe-Langenburg und Prinzessin Christina von Hessen.
Unfreiwillige Bekanntheit erlangte Beine 2009, als dem Schriftsteller Navid Kermani der hessische Kulturpreis erst zu-, dann ab- und schließlich wieder zuerkannt wurde. Hintergrund der Querelen war, dass zwei Kirchenführer Anstoß an einem Text des muslimischen Intellektuellen über das christliche Kreuz genommen hatten.

In der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» machte Kermani seinem Ärger Luft. «Keine Mail von Dieter Beine» schrieb er. Dabei hatte der Beamte nur die Botschaft seines Chefs Roland Koch überbracht und dann loyal geschwiegen. Er hätte den Dialog mit Kermani gern fortgesetzt, sagte Beine heute. Der Schriftsteller bekam den Preis dann doch, und jetzt am Donnerstag hat er den renommierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Das Verhältnis sei geheilt. «Wir schreiben einander immer noch.»

Mit dem Dalai Lama blieb Beine 2010 in einem Aufzug am Frankfurter Flughafen stecken. Dafür konnte der Protokollchef nichts; Seine Heiligkeit, das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, nahm es mit Humor. Die Vorbereitungen auf den nächsten Besuch des Dalai Lama in Hessen im Juli laufen. Beine hat sich höflich schon die übliche Strafpredigt des chinesischen Generalkonsulats dazu angehört. Auch für so etwas ist er zuständig.

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