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OB-Wahl: Was ein Oberbürgermeister können muss

Von Zwölf Kandidaten treten bei der Oberbürgermeisterwahl am 25. Februar an, nur einer kann auf dem Chefsessel Platz nehmen. Damit fängt die Arbeit aber erst so richtig an: Gefragt sind Multitasking-Eigenschaften eines Managers, gleichzeitig Bürgernähe und – besonders in Frankfurt – eine hohe Ebbelwei-Toleranzgrenze. Hier ein augenzwinkernder Blick auf das komplexe Anforderungsprofil.
Bild-Zoom Foto: Andrey Popov

Kühlen Kopf zeigen

Ein OB beherrscht nicht nur die Spielregeln der Politik, sondern behält auch einen kühlen Kopf beim Rechnen. Denn die Stadt ist ein Unternehmen mit Hunderten Mitarbeitern. Er ist für ein millionenschweres Anlagevermögen (öffentliche Gebäude, Straßen, Brücken, Kanalisation) wirtschaftlich verantwortlich. Hinzu kommen die kommunalen Gesellschaften. Aber Achtung! Das Stadtoberhaupt darf keinesfalls selbst große Sprünge machen wollen. Schließlich verdient ein Frankfurter OB weniger als mancher Geschäftsführer einer städtischen Gesellschaft.

Bild-Zoom Foto: Georg Drexel

Pokerface bewahren

Das Frankfurter Stadtparlament ist so bunt besetzt wie die Gemüseauslage in der Kleinmarkthalle. Der OB muss deshalb, auch wenn ihm der Sinn nach Krawall steht, politische Spannungen überbrücken und unterschiedlichste Charaktere der Kommunalpolitiker im Zaum halten. Mit anderen Worten: Er braucht die Ruhe eines Pokerspielers in der finalen Runde. Übrigens auch im Umgang mit Verbänden, Unternehmen, Kultureinrichtungen und nicht zuletzt den Bürgern . . .

Bild-Zoom Foto: Blondel/Viennareport

Sich ins rechte Licht rücken

Grundregel für Oberbürgermeister: Bei allen Terminen einen Fotografen mitnehmen! Tue Gutes und verbreite Fotos davon. Und wenn du nichts oder nur Schlechtes tust, dann verbreite trotzdem Fotos. Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) hat in dieser Hinsicht Maßstäbe gesetzt: Es gab Monate, in denen über die städtische Pressestelle rund 50 Bilder verschickt wurden, die den Oberbürgermeister zeigen. Der Job als Stadtoberhaupt erfordert allerdings Frustrationstoleranz: Von der großen Zahl an Fotos werden die wenigsten abgedruckt. Bei den öffentlichen Auftritten gibt es aber eine Reihe von Fallstricken. Als Oberbürgermeister kann man sich nicht einfach kleiden, wie man will. Wie oft wurde schon über Feldmanns schlecht sitzende Anzüge gelästert! Sakko für Herren und Blazer für Damen sind quasi Dienstkleidung, für gesellschaftliche Anlässe sollten auch Smoking und Abendkleid im Kleiderschrank sein. Was gar nicht geht: Sich mit der Hand in der Hosentasche fotografieren lassen. Die Hand ist nämlich dazu da, andere Hände zu schütteln, bevorzugt die von Bürgern. Allen Bewerbern für das Amt sei empfohlen, schon mal zu trainieren: Innerhalb von drei Minuten mindestens 100 Hände, das ist die Mindestanforderung.

Bild-Zoom Foto: Arne Dedert (dpa)

Ebbelwei mögen

Okay, Frankfurt ist eine internationale Stadt. Aber ein OB muss auch Bürgernähe beweisen. Merke: Beim ersten Ebbelwei darf er nicht gleich so ein Saure-Gurken-Gesicht ziehen. Jammerlabbe schätzen die Frankfurter ebensowenig wie Krawallbrüder, Wichtichduher, Hannebambel, Druffgänger, Hochmutsbinsel, Feiermeier oder Ofehocker im Römer.

Bild-Zoom Foto: Arne Dedert (dpa)

Standfest sein

Es ist alles echtes Gold, was da glänzt; den Abschluss bildet ein Elfenbein-Medaillon, das den Römer zeigt: Mit 18 Karat wiegt die Amtskette 850 Gramm schwer auf den Schultern ihres Trägers. Das kann schon mal auf den Rücken gehen, wenn der Abend wieder lang wird. Entsprechende Fitness sollte ein OB deshalb mitbringen.

Bild-Zoom Foto: 191520420

Immer telefonieren

Ein Oberbürgermeister hat fast immer das Handy am Ohr. Das zeigt: Er ist unglaublich wichtig, und ständig will jemand etwas von ihm. Gut macht es sich zum Beispiel, auch während Sitzungen zum Telefonieren rauszugehen. Damit signalisiert das Stadtoberhaupt, dass es mit viel bedeutenderen Dingen zu tun hat. Das Schöne am Amt ist, dass man mit den engsten Mitarbeitern nicht lange rumdiskutieren muss, sondern einfach anordnen kann, was zu tun ist.

Bild-Zoom Foto: 88560507

Zu Terminen gehen

Ein OB muss zu allen möglichen Veranstaltungen gehen. Und dabei die richtigen Prioritäten setzen: Wenn’s Wichtigeres zu tun gibt, kann man ruhig mal eine Aufsichtsratssitzung sausen lassen. Pünktlich muss man auch nicht sein, bis zu 30 Minuten Verspätung sind üblich.

Wir erklären die OB-Wahl in Frankfurt:

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