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10. Auflage des Straßenfests: Tausende feiern Frankfurts Bahnhofsviertelnacht

Von Keine Autos auf den Straßen, dafür tausende feiernde Menschen: Gestern Nacht zeigte sich das Bahnhofsviertel zum zehnten Mal von seiner besseren Seite. Doch auch das Elend war zu sehen.
Foto: Boris Roessler (dpa)
Frankfurt. 

Auf der Münchener Straße staut sich das Publikum schon am frühen Abend. Gut gelaunte Menschen stehen dort mit Bierflaschen in der Hand. Am Straßenrand lange Tische, auf denen die Teller mit gegrillten und frittierten Fischspezialitäten kaum Platz haben. Mittendrin in der Menschenmenge bahnt sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Weg, begleitet von Fotografen und einem Tross an Polizisten in höflichem Abstand.

Der Oberbürgermeister hat zuvor bei der offiziellen Eröffnung der Bahnhofsviertelnacht den wegen Kriminalität, Drogenszene und Prostitution verrufenen Stadtteil als buntes, kreatives „Viertel des Miteinander“ gepriesen. Und er hat betont, dass er nicht nur einmal im Jahr zum als Imageaufbesserung gedachten Straßenfest hierher komme, sondern auch im Alltag: Sein Stammfrisör sei in der Münchener Straße. Den besucht der SPD-Politiker nun, hält einen Fön in die Kameras und grinst. Die Haare habe er sich einen Tag zuvor schneiden lassen, sagt Feldmann und zieht weiter zu einem Kiosk.

Bilderstrecke Frankfurt: So vielfältig war die Bahnhofsviertelnacht 2017
Impressionen von der Bahnhofsviertelnacht 2017Impressionen von der Bahnhofsviertelnacht 2017Impressionen von der Bahnhofsviertelnacht 2017

Bordellvisite ausgebucht

Es ist die zehnte Bahnhofsviertelnacht und sie ist wiedermal ein Erfolg. Zu Tausenden sind Frankfurter aus der ganzen Stadt und Besucher aus der Region gekommen, das Szeneviertel zu erleben und natürlich auch um einen neugierigen Blick in seine Schmuddelecken zu werfen.

Vor den Erdgeschossräumen des Prostituiertenvereins Doña Carmen in der Elbestraße steht eine Gruppe zumeist jüngerer Frauen. Im Schaufenster hängt der Programmzettel. Zwei Bordellführungen sind darauf angekündigt und zwei Table-Dance-Kurse, beides nur für Frauen. Mit schwarzem Filzstift sind die Uhrzeiten durchgestrichen. „Voll“, steht daneben. Alle Angebote sind ausgebucht. Dann setzt sich die Frauengruppe in Bewegung und verschwindet im blinkenden Eingang einer Table-Dance-Bar.

Im offiziellen Programmheft, das die Stadt hat drucken lassen, tauchen die Rotlicht-Führungen des Vereins nicht auf. Das war der Kompromiss, auf den man sich geeinigt hat, nachdem es laute Kritik daran gab, dass bei einer städtischen Veranstaltung Werbung für Prostitution gemacht werde. Dabei will die Stadt mit der Bahnhofsviertelnacht gerade zeigen, dass das Viertel viel mehr zu bieten hat als schwere Jungs und leichte Mädchen. Nämlich coole Bars, gutes Essen, Raum für Künstler und Kreative.

Crack-Pfeife am Bordstein

Doch schon eine Straßenecke von der herausgeputzten Feiermeile entfernt zeigt sich auch während des Fests das Elend des Quartiers. Ausgemergelte Gestalten sitzen am Bordstein und ziehen an der Crack-Pfeife. Eine Frau setzt sich vor heruntergelassenen Rollläden die Spritze in den Arm. Schwer bewaffnete Polizisten filzen einen jungen Dunkelhäutigen. Und am Rand der Partyzone erinnern wuchtige Betonklötze an die Terrorgefahr. Die Straßensperren wurden dieses Jahr zum ersten Mal aufgestellt.

www.fnp.de/nacht

Hier gibt es mehr Fotos von der Frankfurter Bahnhofsviertelnacht.

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