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Kerzen für die Erdbebenopfer: Sie tragen ihr Licht nach Nepal

Von Mit selbstgebastelten Kerzenhaltern wollen die Schüler der Ludwig-Richter-Schule Licht und Geld nach Nepal schicken. Das gespendete Geld fließt an einen kleinen Verein, der sich um den Wiederaufbau von Häusern kümmert.
Die Arbeit hat sich gelohnt: Paula Sommerlad und ihre Schützlinge, die Klasse 1 a, präsentieren ihre selbstgebastelten Kerzenhalter. Foto: Christian Christes Die Arbeit hat sich gelohnt: Paula Sommerlad und ihre Schützlinge, die Klasse 1 a, präsentieren ihre selbstgebastelten Kerzenhalter.
Eschersheim. 

„Das schlimme Erdbeben hat viele Häuser kaputt gemacht.“ Der siebenjährige Edi weiß ganz genau, was vor rund einem Monat Schreckliches in Nepal passiert ist. „Jetzt brauchen die Menschen dort unsere Hilfe“, fügt seine Klassenkameradin Marie (7) hinzu. Und Trudi (6) weiß sogar, wie es zu diesem schrecklichen Unglück kommen konnte: „Die Erdplatten sind zusammengestoßen und die Erde hat gebebt.“

Als ihre Schützlinge im Unterricht die ersten Fragen stellten, hat Paula Sommerlad, Klassenlehrerin der 1 a der Ludwig-Richter-Schule, das Erdbeben in Nepal ganz offen angesprochen. „Ich denke, das ist ein Thema, mit dem man offensiv umgehen muss. Zumal die Kinder bereits durch die Medien mit der Nase auf das Unglück gestoßen worden sind“, sagt sie. Besonders beeindruckt habe sie die Betroffenheit der Schüler, deren größte Sorge die Überlebenden waren. „Sie haben doch jetzt keine Häuser mehr. Was machen sie denn nur, wenn es regnet? Die armen Menschen“, hörte sie immer wieder.

 

Geringe Materialkosten

 

Schnell war für die junge Lehrerin klar, dass sie etwas tun will – zusammen mit ihren Schützlingen. Der klassische Kuchenverkauf sollte es nicht sein, lieber sollten die Kinder etwas basteln und einen freiwilligen Beitrag spenden. Schnell stand das Motto fest: Ein Licht für Nepal. Und so wurden Kerzenhalter gebastelt, auf handbemalten Bierdeckeln, verziert mit bunten Glassteinchen. Die Bierdeckel wurden von einem Restaurant gespendet, die Steine kaufte Sommerlad im Dekoladen. „So konnten wir die Materialkosten auf einem Minimum halten. Gerade einmal 16 Euro haben wir ausgegeben, umso mehr Geld kann nach Nepal fließen“, erklärt die Pädagogin.

Das Prinzip der Kerzen-Aktion ist recht einfach. Jedes Kind bastelt einen Kerzenhalter, insgesamt nahmen an der Ludwig-Richter-Schule 160 Schüler teil. Anschließend können die Kerzen für einen kleinen Spendenbeitrag bei den Klassenlehrern gekauft werden. Wie viel die Schüler letztlich für ihre Kerzen bezahlen und damit nach Nepal spenden, das sollen sie selbst entscheiden. Allerdings sollte es mindestens ein Euro sein. So viel bekommen die meisten Schüler an Taschengeld – pro Woche.

500 Euro sind mittlerweile zusammengekommen, 1000 sollen es einmal werden. „Davon kann man fast ein halbes Haus in Nepal bauen“, sagt Marie. Zwischen 1000 und 3000 Euro koste der Bau eines Hauses in dem südasiatischen Land. Ganze 200 Euro spendete die Siebenjährige. Verdient hat sie das Geld beim Dreh eines Werbespots im Krankenhaus. Jetzt ist sie froh, dass sie anderen Kindern damit helfen kann.

 

Kleiner Verein

 

Was mit ihren Spenden passiert, das wissen die Kinder ganz genau. Denn Paula Sommerlad war vor zwei Jahren selber in Nepal und hat dort in einer Krankenstation gearbeitet. „Damals habe ich die Verantwortlichen eines kleinen Vereins kennengelernt, die mit Spenden versuchen, das Land zu unterstützen“, erzählt sie. Auch jetzt seien Vereinsmitglieder, die sie gut kennt, an Ort und Stelle. Sie haben das schreckliche Erdbeben miterlebt und versuchen nun, mit dem Verein „Phoolbaari Nepal“ möglichst schnell und unbürokratisch Hilfe zu leisten.

Derzeit kümmern sie sich darum, Zelte für die Bewohner kleiner betroffener Dörfer zu organisieren, weil diese bei eisigen Temperaturen und starkem Regen im Freien übernachten müssen. „Viele Häuser sind eingestürzt oder einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Unsere Gelder werden für den Wiederaufbau eingesetzt“, sagt die Lehrerin. Unter dem Bau eines Hauses können sich die Kinder etwas vorstellen – und so sind sie glücklich mit ihren Kerzen und Spenden dabei helfen zu können. „Das geht doch nicht, dass die Menschen noch lange draußen schlafen müssen. Das ist doch nicht gemütlich“, sind sich die Schüler einig.

 

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