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Sie bringen Jung und Alt zusammen

Von Kreativer Austausch in der „Generationenwerkstatt“: Zwei Stadtteilbotschafter suchen Senioren, die ihre Kenntnisse und Erfahrungen an Grundschüler weitergeben möchten.
Oliver Faix Jung und Madleen Bretschneider stellten ihre Generationenwerkstatt in der Bonhoeffer-Gemeinde vor. Foto: Heike Lyding Oliver Faix Jung und Madleen Bretschneider stellten ihre Generationenwerkstatt in der Bonhoeffer-Gemeinde vor.
Nordweststadt. 

Beim Studium der Gesellschaftswissenschaften und beim Beobachten ihrer Mitmenschen fiel Madleen Bretschneider und Oliver Faix Jung etwas auf: „Ältere Menschen haben oft keinen großen Bezug mehr zu jüngeren Generationen“, meint Bretschneider. Als Stadtteilbotschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft wollen sie nun dieser Tendenz etwas entgegenstellen – wenigstens im kleinen Rahmen. In der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde stellten sie daher jetzt ihr Projekt „Generationenwerkstatt“ vor.

Für dieses Projekt suchen die beiden nun Senioren, die gerne Zeit mit Acht- bis Zehnjährigen in der Erich-Kästner-Schule verbringen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln möchten. Von April bis Juni soll an einem Nachmittag pro Woche der kreative Austausch von Jung und Alt gefördert werden. „Wir wollen die Generationen ein bisschen zusammenbringen“, erklärte Bretschneider. In der Generationenwerkstatt seien alle Aktivitäten denkbar, die in einem Klassenraum, der Schulwerkstatt oder auch auf dem Außengelände der Schule möglich wären: „Zum Beispiel Dinge zu reparieren, anstatt sie wegzuschmeißen, oder Marmelade zu kochen, anstatt sie zu kaufen.“ Insgesamt gehe es darum, Wissen und Fähigkeiten weiterzugeben, um darüber Werte zu erhalten, die sonst verloren gingen. Das Konzept sei für Anregungen offen, man habe absichtlich noch keine genauen Inhalte festgelegt, um sie mit Teilnehmern erst besprechen zu können.

Ideale Nordweststadt

Am besten wäre es, so die 26-Jährige, wenn Teilnehmer „zwei oder mehr Dinge anbieten“. Dies stelle aber keine Verpflichtung dar – ebenso wenig wie die Teilnahme an allen Nachmittagen. „Sie können sich aussuchen, ob ein oder mehrere Termine wahrgenommen werden.“ Fahrt- und Materialkosten würden die Stadtteilbotschafter übernehmen.

Als eine der Hauptursachen für die Distanz zwischen Jung und Alt nennen Bretschneider und Jung den Umstand, dass Familien heutzutage nur noch selten mit mehreren Generationen im selben Gebäude lebten. Für die Umsetzung des Projekts, so Oliver Faix Jung, sei daher die Nordweststadt besonders interessant: „Hier leben viele junge Familien und ältere Menschen. Die Familien haben aber wenige Bekannte oder Verwandte im Umfeld.“

Martina Barbe, Koordinatorin des Ganztagsangebots der Erich-Kästner-Schule, zeigte sich daher begeistert von der Generationenwerkstatt: „Es wäre wirklich schön, wenn die Kinder was mit Senioren gemeinsam machen könnten.“ Die Schüler kämen schließlich aus 126 Nationen, weshalb die Großeltern oft weit weg lebten, „in der Türkei oder Marokko“.

Kreativität ist gefragt

Die vielen Nachmittagsangebote beinhalteten bislang ganz verschiedene Themen wie Musik, Tanz, Computer oder Fotografie, die Arbeit mit Senioren fehle allerdings noch. Barbes Kollegin Julika Fafflok betonte zudem, dass die Kinder „sehr gerne kreativ und praktisch“ arbeiten: „Das Handwerk boomt in der Grundschule.“

Besonders gut kamen deswegen die Vorschläge von Sabine Wagner-Sander an, die sich für eine Teilnahme interessiert. „Man könnte auch malen, Abfälle zusammenbauen oder nähen. Die Kinder sollen mit den Händen fühlen und nicht nur Knöpfe drücken“, sagte die ehemalige Architektin. „Der Tastsinn für Materialien und Oberflächen geht sonst verloren.“ Das Wort „begreifen“ sei nicht ohne Überlegung zustande gekommen, so die 75-Jährige: „Über die Haptik begreift man auch.“ Thomas Horvatin (72) freut sich ebenfalls schon auf die jeweils eineinhalb Stunden am Nachmittag, auch wenn die Zeit ihm etwas kurz vorkommt. „Ich will etwas zurückgeben, was ich selbst bekommen habe“, sagte er.

 

Weitere Infos zum Projekt gibt’s im Internet unter www.stadtteilbotschafter.de. Kontakt zu Madleen Bretschneider und Oliver Faix Jung über Telefon 0 15 77-3 71 08 33 oder generationen-werkstatt@stadtteilbotschafter.de per E-Mail.

 

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