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Serienvergewaltiger noch immer nicht gefasst

Von Vor vier Monaten trieb in Frankfurt ein Serienvergewaltiger sein Unwesen. Die Polizei veröffentlichte ein Phantombild und erhielt etwa 650 Hinweise. Bis jetzt konnte sie den Täter allerdings noch nicht ermitteln.
Frankfurt. 
Wer ist der Serienvergewaltiger? Etwa so sah der Täter aus. Bild-Zoom
Wer ist der Serienvergewaltiger? Etwa so sah der Täter aus.

In sechs Fällen hat der Mann versucht, auf offener Straße eine Frau zu vergewaltigen: Am 19., 25. und 26. Oktober schlug er insgesamt fünf Mal frühmorgens, am 27. Oktober ein Mal spätabends zu. Die Polizei veröffentlichte ein Phantombild des Sexualstraftäters, der 30 bis 35 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und stämmig sein soll. Doch auch heute, vier Monate später, hat das Kommissariat 13 des Frankfurter Polizeipräsidiums den Mann noch nicht ermitteln können.
 

Behördensprecherin Virginie Wegner sagte gestern, dass etwa 650 Hinweise sehr unterschiedlicher Qualität eingegangen seien. Etwas „Handfestes“, also eine heiße Spur zum Täter, habe sich daraus aber nicht ableiten lassen. Wegner betont, dass der Fall „noch nicht abgeschlossen“ sei: „Es gehen nach wie vor Hinweise ein, die bearbeitet werden.“

Die Polizeisprecherin berichtet, dass es nach den sechs Vergewaltigungsversuchen im Oktober keine weiteren Vorfälle gegeben habe. Erfahrungsgemäß sei es aber auch nicht ausgeschlossen, dass ein Täter eine Serie von Straftaten unterbricht oder beendet.

Das bestätigt auch Dr. Rudolf Egg, Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden. Serientäter seien oft nur phasenweise übergriffig. „Die Taten sind häufig Ausdruck einer hochangespannten inneren Situation, für die zum Beispiel Stress nach einer Trennung eine Ursache sein kann.“ Wenn der Stress entfalle, hörten auch die Übergriffe auf.

Im Gegensatz zur Mehrzahl der pädophilen Straftäter, die es zur Misshandlung von Kindern treibe, hätten Vergewaltiger „keine lebenslange Neigung“: „Sie sind in der Regel keine tickenden Zeitbomben, sondern haben durchaus die Möglichkeit, sich zu kontrollieren.“ So sei es auch denkbar, dass der Serientäter aus Frankfurt unter dem Eindruck der breiten Medienberichterstattung vorsichtig wurde.

Egg, der als Gutachter für hessische Gerichte und Justizvollzugsanstalten arbeitet, sagt außerdem, dass Serienvergewaltiger manchmal wegen ganz anderer Delikte hinter Gittern landen und deshalb keine weiteren Taten begehen können. „Vergewaltiger – das Wort sagt es schon – akzeptieren Gewalt als Konzept zur Bewältigung von Dingen.“ Deshalb hätten sie oft auch Körperverletzungsdelikte und andere Straftaten auf dem Kerbholz.

Auch die private Facebook-Fahndung, von der sich die Polizei schnell distanzierte, weil zum Beispiel zur Lynchjustiz aufgefordert wurde, beschäftigt die Strafverfolger weiter: Gegen den Betreiber der umstrittenen Facebook-Seite wird nach Angaben von Polizeisprecherin Wegner wegen übler Nachrede ermittelt. Auf die Seite waren unter anderem Fotos von Männern gestellt worden, die dem Konterfei auf dem Phantombild ähnelten.
 

So soll der Täter aussehen.
100 Hinweise auf Vergewaltiger

Die Fahndung nach dem Serienvergewaltiger, der in Frankfurt sein Unwesen treibt, läuft weiter. Nach der Veröffentlichung eines Phantombilds sind bei der Polizei mehr als 100 Hinweise eingegangen.

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