E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Bad Vilbel 15°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Cargo City-Prozess: Schmiergeldzahlungen wurden raffiniert verschleiert

Von In der Korruptionsaffäre um die "Cargo City Süd" sollen Schmiergeldzahlungen in Höhe von insgesamt mehreren 100000 Euro über eine liechtensteinische Treuhandgesellschaft abgewickelt worden sein.
Die Angeklagten Jürgen Harder und Uwe Sinn (rechts) beim Schmiergeldprozess im Landgericht in Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer Die Angeklagten Jürgen Harder und Uwe Sinn (rechts) beim Schmiergeldprozess im Landgericht in Frankfurt.
Frankfurt.  Graham S., damals Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft, hat am Freitagmorgen als Zeuge in dem Korruptionsprozess vor dem Frankfurter Landgericht ausgesagt. Dabei bestätigte S. mehrere Geldflüsse vom Frankfurter Makler Uwe S. über die ausländische Treuhandgesellschaft an den Fraport-Abteilungsleiter Volker A. Graham S. berichtete, dass Kai B., Geschäftspartner des prominenten Projektentwicklers Jürgen Harder, mit dem Wunsch nach einer entsprechenden Abwicklung an ihn herangetreten sei. Aus Gefälligkeit gegenüber B., dessen Vater er von früher kannte, sei er B.s Wunsch nachgekommen.
Die Cargo City Süd am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen) mit Terminal 2 und Skyline von Frankfurt im Hintergrund. Bild-Zoom Foto: Stefan Rebscher/Fraport AG (Fraport AG)
Die Cargo City Süd am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen) mit Terminal 2 und Skyline von Frankfurt im Hintergrund.
Graham S., inzwischen 75 Jahre alt und im Ruhestand, führte aus, dass die Treuhandgesellschaft im Sinne eines vereinbarten Verteilungsschlüssels fünf Prozent und Geschäftsmann Kai B. zehn Prozent der jeweils überwiesenen Summen erhalten sollten. Die restlichen 85 Prozent sollten an einen Dritten, den Fraport-Abteilungsleiter A., gehen. Der Zeuge führte aus, dass die erste Zahlung an A. - 155000 Euro - noch in Bar erfolgte.

Verschleierung der Schmiergeldzahlungen

Er, Graham S., habe dann aber angeregt, dass A. für weitere Zahlungen ein Privatkonto bei der liechtensteinischen Landesbank einrichtet. Auf dieses seien dann weitere Summen in Höhe von mehreren 100000 Euro überwiesen wurden. Graham S. bestätigte, dass zur Verschleierung der Schmiergeldzahlungen eine "Papierlage" geschaffen worden sei. So habe er auf Grundlage von Informationen und Texten, die er von Makler Uwe S. erhielt, mehrere Scheinrechnungen und weitere Schreiben erstellt. "Ich war ein Abwickler", betonte der frühere Verwaltungsrat. Er habe es für möglich gehalten, "dass Steuerdelikte im Raum stehen". Von den Geschäften um die "Cargo City Süd", die den Hintergrund der Zahlungen bildeten, habe er aber "keine Kenntnis" gehabt.
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen