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Informationstag auf dem Universitäts-Campus: Naturwissenschaft ist wichtig – und cool

Von Eigentlich wollen Schüler später irgendetwas mit Medien machen, Naturwissenschaften sind doch bloß etwas für Streber und einsame Gamer – so lautet ein vielgehörtes Klischee. Der Tag der Naturwissenschaften an der Goethe-Uni beweist das Gegenteil.
Charlotte Koch und Panagiotta Douloudi (von links) bestaunen durch das Mikroskop die winzigen Nesseltierchen, die der Biologie-Student Sepas Sarawin eigens mitgebracht hat. Bilder > Foto: Leonhard Hamerski Charlotte Koch und Panagiotta Douloudi (von links) bestaunen durch das Mikroskop die winzigen Nesseltierchen, die der Biologie-Student Sepas Sarawin eigens mitgebracht hat.
Riedberg. 

Wer einmal gesehen hat, wie Ranine Essallak kochendheißes Wasser auf flüssigen Stickstoff gießt, der weiß, wie spannend die Naturwissenschaften sein können. Die 25-Jährige ist Teil des Show-Teams des Frankfurter Mitmach-Museuems Experiminta und versucht die Besucher des Tags der Naturwissenschaften an der Goethe-Universität davon zu überzeugen, wie spannend und cool die Naturwissenschaften sind.

3000 Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet sind dafür gestern und heute auf den Riedberg-Campus gekommen. Spektakuläre Stickstoff-Explosionen gibt es an diesem Vormittag zwar nicht zu sehen, doch die Naturwissenschaft-Experten haben sich einiges einfallen lassen, um die Schüler für ihre Fächer zu begeistern.

Unvorstellbares sehen

Bereits der erste Blick auf die voll besetzten Hörsäle und die mit Menschentrauben umstellten Stände zeigt: Naturwissenschaften sind cool. Mit großen Augen stehen Charlotte Koch und Panagiotta Douloudi vor einem Mikroskop und blicken abwechselnd hinein. Die beiden 16-jährigen Schülerinnen der Rudolf-Koch-Schule in Offenbach staunen: „Man kann sich vieles gar nicht vorstellen, aber hier kann man es sehen“, beschreiben sie die Faszination der Biowissenschaften. Im Mikroskop erblicken sie klitzekleine Nesseltierchen, die der Biologie-Student Sepas Sarawin mitgebracht hat.

Seine Kollegin Jennifer Gübert präsentiert derweil stolz ein „Wandelndes Blatt“ (eine Gespenstschrecke) auf ihrer Hand. Lebewesen zu erforschen, das ist es, was Charlotte und Panagiotta begeistert. Deswegen haben sich die beiden Oberstufen-Schülerinnen für den Biologie-Leistungskurs (LK) entschieden.

Andere Besucher der Infotage stehen hingegen noch vor der Frage, welchen Leistungskurs sie belegen sollen: „Die meisten in meinem Alter haben keine Lust auf Physik, aber ich habe einfach Spaß daran“, erzählt Sebastian Schneider. Dass der 15-jährige Schüler der Otto-Hahn-Schule in Hanau sich für diesen Leistungskurs entscheiden wird, ist jedoch unwahrscheinlich. Noch stehen Englisch und Sport bei ihm höher im Kurs. Den Besuch des Infotages nutzt er, um mit zwei Freunden das Modell eines Teilchenbeschleunigers auszuprobieren. Physikstudent Tim Koglin freut sich, dass viele an seinen Stand kommen. Er sagt: „Physik ist nicht nur was für ,Nerds’ (Sonderlinge), aber auch nicht einfach.“

Fächer nicht abgeben

Seit 2001 wird der Infotag jährlich von Ulrike Helbig von der zentralen Studienberatung der Goethe-Universität veranstaltet. Ihr Appell an die Schüler lautet: „Gebt die Naturwissenschaften nicht ab!“ „Wenn ich erst während des Studiums feststelle, dass ich die falschen Leistungskurse hatte, dann ist es zu spät“, warnt sie. Ziel der Infotage sei nicht, dass sich die Schüler schon heute für ein Studienfach entscheiden, allerdings sollten sie erkennen, wie wichtig das naturwissenschaftliche Wissen auch in anderen Berufsbereichen sein kann.

Damit die Schüler nicht nur die spektakulären Höhepunkte eines Studiums kennenlernen, bietet die Veranstaltung Info-Vorträge in den großen Hörsälen und Führungen über den Campus, die auch den Studienalltag näher bringen. Mit diesem Konzept möchte Helbig vor allem die Zahl der Studienabbrecher reduzieren: „Abbrecher kosten auch Steuergeld“, betont sie.

Und das gelingt: Gab es im Jahr 2000 im Medizinstudium noch eine Abbruchquote von 70 Prozent, liegt diese inzwischen nur noch bei 30 Prozent. Auch die Beliebtheit der Naturwissenschaften an der Goethe-Uni belegt Helbig stolz mit Zahlen: Das Fach Physik habe im Jahr 2001 nur 17 Einschreibungen gehabt, heute seien es 190 bis 200.

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