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Buchmesse: Nachgefragt: Tipps und Empfehlungen von leicht bis lärmend

Die Frankfurter Buchmesse ist in vollem Gange. Seit Mittwoch strömen die Fachbesucher durch die Gänge, suchen nach Inspiration, Trends und Verlegern. Dem ein oder anderen konnten wir dabei einen Geheimtipp für das anstehende Besucherwochenende entlocken.
Die angehenden   Design-Expertinnen Lisa Scherf (links) und Anika Kunst (rechts) sind begeistert von der Stiftung Buchkunst. Bilder > Die angehenden Design-Expertinnen Lisa Scherf (links) und Anika Kunst (rechts) sind begeistert von der Stiftung Buchkunst.
Frankfurt. 

„Fragen kostet ja nichts“, sagt Hartmurt Hoefs und nimmt siegessicher am Lektorentisch des Kinderbuchverlags „Jumbo“ Platz. Unter dem Arm klemmt sein brandneues Kinderbuch. So neu, dass es noch nicht auf dem Markt ist. Deswegen ist er auch hier: Auf der Suche nach einem Verleger. Mit seinem Grafiker Dirk Diederich hangelt er sich seit dem frühen Morgen durch die Messe und präsentiert „Umbras Reise“. Die Geschichte eines Cellos, das von Besitzer zu Besitzer gereicht wird und die verschiedenen Geschichtsepochen Deutschlands durchlebt.

Dazu gibt es ein Hörbuch mit eigens komponierter Musik und von einer Berliner Schauspielerin eingesprochen. „Sie hat eine Stimme wie ein Cello“, sagt Hoefs. Der Autor ist sichtlich entzückt. Der Buchmarkt hat quasi nur auf ihn gewartet, oder? „Die großen Verlage blocken meist ab“, sagt er. Aber von den kleineren habe er schon viel positives Feedback bekommen.

Verlage abklappern

Besonders der Verlag Büchergilde habe sich interessiert gezeigt. „Das Buch ist durchaus auch für erwachsene Leser geeignet“, ein bisschen wie „Der Kleine Prinz“, auch wenn er sich damit natürlich nicht vergleichen möchte. In der Vergangenheit hat Hoefs gute Erfahrungen gemacht. Seine anderen Kinderbücher hat er alle verlegt bekommen. Nach dem gleichen Prinzip: Verlag um Verlag abklappern. Das Gespräch mit dem Lektor des Jumbo-Verlags lief gut. Er darf ihm ein Exemplar schicken. „Das ist eine heiße Kiste“, freut sich Hoefs.

Nicht auf der Suche nach Geschäften, aber auf der Suche nach Inspiration ist an diesem Vormittag Buchhändlerin Christina Fleckenstein aus Aschaffenburg. Als begeisterte Messegängerin genießt sie die vielen interessanten Menschen aus aller Welt, die durch die Gänge flanieren. Zudem sei die Buchmesse diesmal sehr viel vielschichtiger in der Auswahl der Verlage. Ihr Geheimtipp ist der Gestaltenverlag, wegen der „exquisiten Lifestyleliteratur“. Im Auftrag der Gestaltung sind auch die beiden Kommunikationsdesign-Studentinnen Lisa Scherf und Anika Kunst aus Düsseldorf unterwegs. Etwas erschlagen von den vielen Eindrücken haben sie nach einer Stunde erst zwei Stände geschafft, sind aber sehr zufrieden mit ihrer Entdeckung: die Stiftung Buchkunst, „super schöner Verlag für Design und Kunstbilder“.

Gut unterhalten

Neben einem großen Anteil an Fachliteratur protzt die Buchmesse aber auch mit allerhand Unterhaltungsliteratur. „Ein super Autor ist Andreas Maier“, sagt Übersetzer Eike Schönfeld, der auf dem Weg zu seiner Lektorin noch schnell „Die Universität“ von Maier eingesammelt hat. Ein Roman über die Möglichkeit, überhaupt von so etwas wie „Ich“ oder „Person“ zu sprechen.

Für die Unterhaltungsliteratur ist auch der Frankfurter Johannes Paul gekommen. „Ich bin Buchliebhaber“, sagt er, „ich sammle Bücher.“ Empfehlen möchte er den Verlag Büchergilde. „Tolle Autorenauswahl, toll illustriert.“ Sein Tipp: Wintermärchen von Heinrich Heine. Eine Empfehlung für Kinderliteratur haben die Experten auch. „Der Sternemann“ von Max von Thun. „Ein sehr berührendes Buch darüber, dass jeder wertvoll ist“, schwärmt Britta Kierdorf, Pressereferentin eines Verlags.

Wer trotz Buchmesse wenig Lust auf Lesen und mehr auf gucken hat, dem empfiehlt Buchmarkt-Redakteurin Barbara Meixner den Bildband von Pete Souza über Barack Obama. „So schwer, dass man ihn kaum tragen kann“, lacht sie. Von vielen Stimmen gelobt, wird auch das Antiquariat. Hier stehen alte Schätze der Buchkunst zum Verkauf. Vor allem für das schmale Portemonnaie ein Fall von Schaufenster-Shopping.

Was ordentlich auf die Ohren gibt es auf der ARD Bühne. Autor Stefan Otto weiß: „Sehr interessante Gesprächspartner und Diskussionen.“

Hier gibt’s die Tickets

Die Buchmesse ist Samstag und Sonntag von 9 bis 17.30 Uhr geöffnet. Tageskarten kosten ab 20 Euro, Wochenendtickets ab 30 Euro und für Familien ab 40 Euro. Zu kaufen online unter www.buchmesse.de oder an der Tageskasse.

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