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Cargo-City-Süd-Prozess: Kommentar: Der unaufhaltsame Abstieg des Ardi Goldman

Von Im Prozess um die Cargo City Süd wurden harte Urteile gefällt: Investor Ardi Goldman muss für mehrere Jahre in den Knast. Unser Lokalchef Boris Tomic kommentiert den Sturz des Frankfurter Immobilien-Gurus.
Goldman wirkte im Gerichtssaal sichtlich angeschlagen. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Goldman wirkte im Gerichtssaal sichtlich angeschlagen.
Frankfurt. 

Der Immobilieninvestor Ardi Goldman ist eine ebenso schillernde wie lange Zeit erfolgreiche Figur der Frankfurter Szene. Jahrzehntelang war er bekannt als ein Mann, der alles, was er anpackt, zum Erfolg bringt. Und so ganz nebenher eine Party nach der anderen schmiss. . .

Boris Tomic Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Boris Tomic

Ein bunter Vogel der Immobilienbranche, der durch Frankfurts City flatterte und zielgenau da zustieß, wo es Neues zu holen und entwickeln gab. Zwischendurch schlürfte er immer mindestens ein Glas Champagner – standesgemäß aus der Magnumflasche. Ein Partymann mit kreativen Bau-Fingerchen, der sein Meisterstück an der Hanauer Landstraße ablegte: Die Erschließung des Uniongeländes mit Clubs, Kneipen und Kultur.

Ein Gefeierter.

Gerne hofiert von den Mächtigen der Stadt und der Politik. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) hob Goldman sogar dann noch voll des Lobes auf den immer so gerne bemühten Schild der Kreativität, als absehbar war, dass der Angeklagte hier nicht ungeschoren davon kommen konnte.
What a man!

Ardi Goldman disqualifizierte sich nicht nur durch sein patziges Auftreten im Gerichtssaal – er war von Anbeginn unkooperativ und der Einzige der Angeklagten, der eine Mitwisserschaft in dem schmutzigen Millionendeal weit von sich wies. Dafür wandert er wohl in den Bau. Und wird finanziell bluten müssen: Den erzielten Gewinn aus den Schmiergeldgeschäften von rund 20 Millionen Euro zieht das Gericht ein – 14 Millionen Euro davon von Goldman.

Bilderstrecke Cargo-City-Süd-Prozess: Lange Haftstrafe für Investor Ardi Goldman
Der Angeklagte Ardi Goldman verlässt nach der Urteilsverkündung im Schmiergeldprozess das Landgericht in Frankfurt.Im Bild: Ardi Goldman mit dem Vorsitzenden Richter Christopher Ehrhard. Während der Urteilsverkündung verlor Goldman offenbar die Nerven und schrie den Richter an.Goldman wirkte im Gerichtssaal sichtlich angeschlagen.
Bilderstrecke Cargo City Prozess: Ardi Goldmans Hüte-Schau
Polizei-Großaufgebot im Hintergrund: In der Saalgasse vor der Schirn parkten die Mannschaftswagen der Beamten, die für den Weihnachtsmarkt abgeordnet worden waren.Er ist so etwas wie der Hofclown der Frankfurter Gesellschaft - oder muss man sagen: Er war es? Ardi Goldman, der Millionen-Investor, der nur zu gerne mit schrillem Outfit auf sich aufmerksam macht. Seine Auftritte in oft allzu auffälligen Massanzügen krönt er meist mit immer neuen Hüten. Dieses Bild zeigt ihn bei der Eröffnungs-Party des Clubs "Freiheit 2112". Von der eigenwilligen Selbstinszenierung ließ er auch nicht ab, als er sich als Angeklagter im Cargo-City-Süd-Prozess zu verantworten hatte. Unsere weiteren Bilder zeigen den Investor, der nach dem Richterspruch für fast 3 Jahre ins Gefängnis muss, mit seiner Hüte-Show vor dem Frankfurter Landgericht. Und wir verraten natürlich auch, was "der Ardi"  darunter trägt.Ardi Goldman am 20.Februar 2015.

Er freue sich auf die deutsche Rechtssprechung, sagte er gestern vor dem Urteil – danach hatte er keinen Grund mehr zur Freude. Der unaufhaltsame Abstieg des Ardi G. hat Fahrt aufgenommen. Er ist nur noch ein einfacher Krimineller. Und das ist definitiv meilenweit weit entfernt von schillernd. . .

Nachtrag der Redaktion
Gegen die Entscheidung des LG Frankfurt hat Ardi Goldman Revision eingelegt, die Entscheidung ist somit noch nicht rechtskräftig. Über die Revision von Herrn Goldman wird der BGH aller Voraussicht nach im Laufe des Jahres 2017 entscheiden. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt zugunsten von Herrn Goldman die Unschuldsvermutung.

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