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Immer mehr Familien stellen Pflegekräfte aus Osteuropa ein: Hilfe aus dem Ausland ist beliebt

Von Pflege geht uns alle früher oder später an. Sei’s, dass ein Angehöriger zum Pflegefall wird, sei’s, dass wir selbst auf Pflege angewiesen sind. Doch Pflege in Deutschland ist kompliziert – und teuer. In einer Serie rund ums Thema beleuchtet die Frankfurter Neue Presse die wichtigsten Aspekte. Heute knöpfen wir uns das Thema „Ausländische Haushaltshilfen“ vor.
Gerade wenn ein Angehöriger nicht mehr alleine bleiben kann, ist eine ausländische Hilfskraft, die mit im Haushalt lebt, für viele Familien eine interessante Alternative. Aber Vorsicht: Auch die Hilfskraft hat Anspruch auf Pausenzeiten und Urlaub. Gerade wenn ein Angehöriger nicht mehr alleine bleiben kann, ist eine ausländische Hilfskraft, die mit im Haushalt lebt, für viele Familien eine interessante Alternative. Aber Vorsicht: Auch die Hilfskraft hat Anspruch auf Pausenzeiten und Urlaub.
Frankfurt. 

Schätzungen zufolge kümmern sich in Deutschland zwischen 100 000 und 400 000 dieser Helfer um pflegebedürftige Menschen, Tendenz steigend. Familien, die sich für diese Lösung entscheiden, müssen einiges beachten, wollen sie rechtlich auf der sicheren Seite sein – und mit Kosten zwischen 2000 und 2200 Euro pro Monat rechnen.

Den dementen Vater alleine zu Hause lassen? Undenkbar. Doch zu den Kindern ziehen will er nicht, ins Heim erst recht nicht. Was tun? Immer mehr Familien entscheiden sich dafür, eine ausländische Hilfskraft einzustellen, die dann mit im Haushalt des Pflegebedürftigen lebt. Schätzungen zufolge arbeiten in Deutschland zwischen 100 000 und 400 000 dieser Hilfskräfte.

Das Rund-um-Sorglos-Paket, das sich viele erhoffen, bedeutet eine solche Lösung allerdings nicht. „Das sind Menschen, keine Maschinen“, betont Florian Bohne, zuständiger Vermittler der Arbeitsagentur, dass die Haushaltshilfen nicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Einsatz sind. Sie wohnten zwar mit im Haushalt, hätten aber auch ein Recht auf Ruhezeiten.

Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, müssen sich die Auftraggeber an gewisse Rahmenbedingungen halten: Sie müssen die Rolle des Arbeitgebers übernehmen, sich um Sozial-, Kranken- und Unfallversicherung kümmern. Es gilt der Tarifvertrag des deutschen Hausfrauen Bundes mit 38,5-Stunden-Woche, mindestens einem freien Tag pro Woche und 30 Tagen Urlaub pro Jahr.

Wichtig zu wissen: Ist die Pflegekraft verreist oder fällt sie krankheitsbedingt aus, muss die Familie die Pflege selbst organisieren.

Die Haushaltshilfe hat auch während dieser Zeit Anspruch auf ihr Gehalt. Und: Es handelt sich bei den Haushaltshilfen nicht um ausgebildete Pflegekräfte. Wer medizinische Hilfe benötigt, muss zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst engagieren.

Ein abschließbares, eigenes Zimmer samt Bett für die Hilfskraft ist Grundvoraussetzung. Insgesamt müssen Familien, die sich für dieses Modell entscheiden, mit Kosten in Höhe von 2000 bis 2200 Euro pro Monat rechnen, weiß Bohne. 20 Prozent der Kosten, maximal 4000 Euro pro Jahr, sind steuerlich absetzbar. „Wir empfehlen immer, einen Steuerberater hinzuzuziehen“, sagt Bohne.

Die Arbeitsagentur vermittelt ausschließlich Haushaltshilfen aus dem EU-Ausland, in der Regel aus Osteuropa. „Bulgarien, Rumänien, Slowakei, Litauen und Polen“, zählt Bohne die Hauptherkunftsländer auf. Deutschkenntnisse seien bei Bewerbern, welche die Arbeitsagentur vermittelt, Pflicht.

Die große Auswahl haben Familien in der Regel nicht, die Nachfrage ist laut dem Experten groß, Tendenz weiter steigend. Dennoch sind er und seine Kollegen bemüht, für jede Familie die richtige Haushaltshilfe zu finden. „Dabei geht es nicht nur um Fachliches. Man muss sich dessen bewusst sein, dass man sich einen Lebenspartner ins Haus holt, der immer da ist“, betont Bohne, dass es auch menschlich passen muss. Wobei das leichter gesagt als getan ist: Ein persönliches Kennenlernen ist in der Regel vorab nicht möglich, ein Telefonat hingegen schon.

Eine Broschüre mit Informationen rund ums Thema können Interessierte unter www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mjiz/~edisp/l6019022dstbai641662.pdf herunterladen. Einen guten Überblick bietet auch die Broschüre „Ausländische Haushalts- und Betreuungskräfte in Privathaushalten“ der Verbraucherzentrale Nordrheinwestfalen, die unter www.vz-nrw.de/betreuungskraefte zum Herunterladen bereitsteht.

Im fünften Teil unserer Pflegeserie lesen Sie morgen, wie Tagespflege Entlastung bringen kann, damit die Pflege zu Hause weiterhin klappt.

Wer eine ausländische Haushaltshilfe sucht, kann sich an die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Arbeitsagentur in Magdeburg wenden, Telefon (03 91) 2 57 16 77.

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