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Bundestagswahlkampf: Frankfurter Kandidaten zahlen bis zu 10 000 Euro

Von Was lassen sich die Frankfurter Bundestagsdirektkandidaten ihren persönlichen Wahlkampf kosten? Auf diese Frage reagierten die Bewerber zurückhaltend. Allgemein lässt sich festhalten: Je größer die Chancen auf ein Mandat, desto höher auch der Einsatz aus dem Privatportemonnaie.
Der Wahlkampf – wie hier am Bahnhof Rödelheim –  kostet nicht nur die Parteien Geld. Viele Direktkandidaten greifen auch in die eigene Tasche, um in den Bundestag zu kommen. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Der Wahlkampf – wie hier am Bahnhof Rödelheim – kostet nicht nur die Parteien Geld. Viele Direktkandidaten greifen auch in die eigene Tasche, um in den Bundestag zu kommen.
Frankfurt. 

Millionär wie in den USA, um Präsidentschaftskandidat werden zu können, müssen zukünftige Bundestagsabgeordnete in Deutschland nicht sein. Gleichwohl schießen auch sie häufig aus ihrer Privatschatulle etwas zu. Das ist bereits einmal erforscht worden: Im Durchschnitt setzen Christdemokraten 10 482 Euro aus der Privatschatulle ein, um ein Mandat zu erobern. Es folgen Sozialdemokraten mit 6567 Euro, Grüne mit 1937 Euro und Linke mit 1083 Euro. Diese Zahlen stammen aus der Kandidatenstudie 2013 (GLES) des Wissenschaftszentrums Berlin, die Professor Bernhard Weßels betreut hat.

Rechnung unvollständig

In Frankfurt halten sich die Kandidaten bedeckt. Der Wahlkampf sei noch nicht abgeschlossen, und sie würden je nach Lageeinschätzung in der letzten Woche vor der Wahl noch Geld für Werbung nachschießen. Rahmenbeträge sind dennoch zu erfahren. Matthias Zimmer, CDU-Direktkandidat im Frankfurter Westen (Wahlkreis 182), nennt einen Betrag „von etwas unter 10 000 Euro“ als eigenes Budget für Plakate, Flyer, Kleinwerbemittel und Anzeigen. CDU-Kreisgeschäftsführer Michael Stöter unterstreicht, dass die Bundes-CDU den Wahlkampf unterstütze, beispielsweise mit Großplakaten, darauf Bundeskanzlerin Angela Merkel – damit von Merkels Größe etwas auf die lokalen Mitstreiter abfalle. Die Großplakate werden im Laufe des Wahlkampfs zweimal gewechselt. Plakate mit dem eigenen Konterfei müssen die Wahlkreiskandidaten aus eigener Tasche bezahlen.

Seine Parteifreundin Bettina Wiesmann ist mit Plakaten im Frankfurter Norden, Süden und Osten (Wahlkreis 183) sehr präsent. Sie möchte Erika Steinbach (parteilos, früher CDU) als Direktkandidatin nachfolgen. „Ich bin noch kräftig am Spenden werben“, sagt Wiesmann. Die Ausgaben seien noch im Fluss. Wie viel sie ausgeben werde, stehe erst am Ende des Wahlkampfs fest.

„Es ist nicht so, dass der Kandidat Geld mitbringen muss“, erklärt SPD-Kreisgeschäftsführer Andreas Heusinger von Waldegge. Ein Direktkandidat erhalte 10 000 Euro vom SPD-Kreisverband. Spenden bis zum Betrag von 10 000 Euro werden dazu noch verdoppelt. So kann ein Kandidat auf maximal 20 000 Euro Förderung von der Partei kommen. Weitere Spenden oder Eigenleistungen schließt das freilich nicht aus.

Nach Heusingers Angaben haben sowohl SPD-Direktbewerber Oliver Strank (Wahlkreis 182) als auch Ulli Nissen (Wahlkreis 183) die Kriterien für den Höchstbeitrag erfüllt. Strank betonte, dass er laufend weitere Spenden erhalte. Der Rechtsanwalt hat sich seit Mitte Mai aus dem Berufsleben zurückgezogen, um sich ausschließlich dem Wahlkampf widmen zu können.

Lokale Finanzierung

Die beiden FDP-Kandidatinnen Nicola Beer und Katharina Schreiner betreiben einen gemeinsamen Wahlkampf. Im Unterschied zu anderen Parteien werden Plakate und Flyer wegen des im Vergleich zu anderen Parteien kleineren Bundesbudgets größtenteils auf lokaler Ebene finanziert. Das Budget des Kreisverbandes für beide Wahlkreise beträgt 50 000 Euro. Aus von den Kandidatinnen und Mitgliedern eingeworbenen Spenden sowie eigenen Beiträgen der Kandidatinnen stehen weitere 45 000 Euro zur Verfügung. Die hessische FDP-Spitzenkandidatin Beer beziffert ihren eigenen finanziellen Beitrag für den Wahlkampf auf „einen niedrigen fünfstelligen Betrag“.

Geringer fällt der finanzielle Aufwand bei den Kandidaten der Linken und der Grünen aus. Die Eigenbeiträge für Achim Kessler (Wahlkreis 183) und Monika Christann (Wahlkreis 182) beziffert Linken-Kreischef Axel Gerntke auf einen „unteren dreistelligen Betrag“. Die Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis 182, Jessica Purkhardt, verzichtet auf eigene Ausgaben. Wegen des Wahlkampfs hat die Journalistin aber ihre Arbeitszeit reduziert.

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