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Prozess: Dealer raste auf Geschäftspartner zu - zweites Mal vor Gericht

Von Zum zweiten Mal hat sich seit Mittwoch ein türkischer Drogendealer wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Nun hofft er auf eine mildere Strafe.
Foto: Arne Dedert (dpa)
Frankfurt. 

Ein missglücktes Drogengeschäft endete mit einem Mordversuch. Zum zweiten Mal steht deshalb seit gestern ein türkischer Drogendealer vor dem Landgericht. Er soll im Juli 2013 auf einem Eschborner Parkplatz in Tötungsabsicht auf seinen Geschäftspartner zugefahren sein. Der Angeklagte bestreitet einen Vorsatz.

Auf dem Parkplatz im Eschborner Gewerbegebiet nahe der Frankfurter Stadtgrenze sollte eine Plastiktüte mit rund drei Kilogramm Marihuana für 18 000 Euro den Besitzer wechseln. Der heute 39 Jahre alte Angeklagte aber hatte bereits bei seiner Ankunft mit seinem Auto – vollgepumpt mit Drogen und Alkohol – ein flaues Gefühl ob des ihm bislang unbekannten „Geschäftspartners“.

Freiwillig gestellt

Und er sollte Recht behalten. Der Mann brachte sich mit Gewalt und ohne Bezahlung in den Besitz der Drogen und wollte flüchten. Der Angeklagte setzte sich in den Wagen und stellte ihm nach. Am Ende half nur noch ein „Sprung zur Seite“, wobei der Verfolger sein Fahrzeug an einem Baum setzte. Gleichwohl nahm er die Verfolgung zu Fuß auf und brachte den Dieb auch zu Fall. Jetzt aber schalteten sich zwei weitere Männer ein und das Rauschgift landete im Handgemenge in einem Gebüsch. Blutend gelang dem Angeklagten die Flucht. Er setzte sich in seine türkische Heimat ab. Als er dort jedoch von einem internationalen Haftbefehl erfuhr, kam er nach Deutschland zurück, wo er festgenommen wurde.

Mit einer Verurteilung zu zehn Jahren Haft endete im Sommer 2014 der erste Prozess gegen ihn. Der Bundesgerichtshof monierte jedoch in der Revision, dass es möglicherweise nicht als Mordversuch zu werten sei.

Zu Beginn des zweiten Prozesses machte der Angeklagte einen geläuterten Eindruck. Seit fast fünf Jahren im Gefängnis ist er seit dieser Zeit auch „clean“ und nehme an allen möglichen präventiven Angeboten in der Haftanstalt in Weiterstadt teil, sagte der Mann. „Ich will aufhören und irgendwann zu meiner Frau und den beiden Kindern zurück“, sagte er. Das Ziel der Verteidigung ist deshalb eine Verkürzung der Haftstrafe und eine schnelle Fortsetzung der Therapie außerhalb der Haftanstalt.

Sieben weitere Termine

Leicht will sich die Schwurgerichtskammer die Entscheidung darüber nicht machen. Die Liste mit sieben Fortsetzungsterminen reicht bis Mitte Juni. Eine Strafmilderung aber ist bereits wegen des arg langen Verfahrens zu erwarten.

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